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Hätte die Differdinger Kirche gerettet werden können?
Lokales 2 Min. 29.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Hätte die Differdinger Kirche gerettet werden können?

Mitte Dezember wurde der hintere Teil der Kirche abgerissen.

Hätte die Differdinger Kirche gerettet werden können?

Mitte Dezember wurde der hintere Teil der Kirche abgerissen.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 29.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Hätte die Differdinger Kirche gerettet werden können?

Im Dezember sorgte der Abriss der Differdinger Kirche für viel Aufsehen. Noch bevor die Bagger ihre Arbeit starteten, fragte sich der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser, ob die Gebetsstätte nicht als ''Monument historique'' hätte gerettet  werden können.

(thi) - Im Dezember sorgte der Abriss der Differdinger Kirche für viel Aufsehen. Noch bevor die Bagger ihre Arbeit starteten, fragte sich der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser, ob die Gebetsstätte nicht als ''Monument historique'' hätte gerettet werden können. Kulturministerin Octavie Modert erklärt jetzt, wieso es nicht zu einer historischen Klassifizierung gekommen ist.

Nachdem die Differdinger Kirche als baufällig eingestuft wurde, musste das einsturzgefährdete Gebäude desakralisiert werden. Später wurden Bagger eingesetzt, um den baufälligen hinteren Teil der Kirche bei der Baugrube zu Seiten des Bauprojekts ''Nei Déifferdeng'' zu entfernen.

Bereits am 21. November, also noch vor Beginn der Abrissarbeiten, erkundigte sich der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser in einer parlamentarischen Frage bei Kulturministerin Octavie Modert,  ob die ''Eglise Notre-Dame des Douleurs'' nicht mit technischer Hilfe hätte gerettet werden können. Der Abgeordnete wollte des weiteren wissen, warum diese Kultstätte nicht als ''Monument historique'' klassifiziert wurde und ob die Regierung bereit ist, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen,  um verschiedene Kunstwerke, die zum Luxemburger Kulturgut gehören, zu retten.

Erhalt unmöglich

In ihrer Antwort erklärt Kulturministerin Octavie Modert nun, dass der Erhalt des Gebäudes durch die noch zu klärenden Umstände unmöglich gewesen wäre.

Auch wenn eine Kirche ein lokaler ''lieu de mémoire'' sei, sei das traurige Schicksal dedes Bauwerks auf einer Reihe öffentlicher und privater Entscheidungen auf lokaler Ebene zurückzuführen, so Modert. Erst später wurde versucht, aus dem Differdinger Fall eine nationale Angelegenheit zu machen.

Octavie Modert erinnert ebenfalls daran, dass während dem fast 60-jährigen Bestehen der ''Notre-dame des Douleurs'' nie eine Anfrage gemacht wurde,  die Kirche als ''Monument historique'' zu klassifieren. Zudem wäre das kirchliche Erbe reichlich dokumentiert und beschützt, heißt er weiter.

Abenteurliche Angelegenheit

Da nicht gewusst war, unter welchen Umständen diese Kirche baufällig wurde, wäre für die Kulturministerin eine überstürzte Klassizifierungs-Entscheidung eine abenteuerliche Angelegenheit gewesen. Die Allgemeinheit hätte somit für die Missstände aufkommen müssen.

Schlussendlich weist die Ministerin auch darauf hin, dass die Entscheidung vom Abriss der ''Notre-Dame des Douleurs'' von den Gemeindeverantwortlichen getrofffen wurde.


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