Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hängebrücke über Neudorf : Konsens in Sicht
Das Bauwerk soll 200 m lang und 4,5 m breit werden.

Hängebrücke über Neudorf : Konsens in Sicht

Grafik: Steinmetzdemeyer Architectes Urbanistes
Das Bauwerk soll 200 m lang und 4,5 m breit werden.
Lokales 2 Min. 20.07.2017

Hängebrücke über Neudorf : Konsens in Sicht

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Nach langem Hin und Her bahnt sich in Sachen Fußgänger- und Fahrradbrücke über dem Hauptstadtviertel Neudorf ein Konsens zwischen den Stadtverantwortlichen und der Lokalbevölkerung an. Eine Hängebrücke soll's richten.

(pm) - Vor Monaten war der von der Stadt Luxemburg geplante Bau einer Brücke auf Betonpfeilern über das Viertel Neudorf vehement von der Bevölkerung abgelehnt worden. Am Mittwochabend präsentierte der Schöffenrat nun ein neues Projekt, konzipiert vom Architektenbüro Steinmetzdemeyer.

Eine filigrane Hängebrücke soll in Zukunft das Wohnviertel Neudorf als Verbindungsweg für die sanfte Mobilität zwischen Cents und Weimershof/Kirchberg überqueren. Das neue Konzept, das den separaten Bau einer Hängebrücke und eines Lifts vorsieht, wurde der Lokalbevölkerung am Mittwochabend im Kulturzentrum in Neudorf präsentiert.

Der Kostenpunkt für die Hängebrücke und den Aufzug soll um die 11 Millionen Euro liegen.
Der Kostenpunkt für die Hängebrücke und den Aufzug soll um die 11 Millionen Euro liegen.
Grafik: Steinmetzdemeyer Architectes Urbanistes

Die Hängebrücke soll das Tal elegant über gemeindeeigene Grundstücke in Höhe des Hauses 149 in der Rue de Neudorf und in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Spielschule pfeilerlos in Ost-West-Richtung passieren.

Das Bauwerk mit einer Länge von 200 Metern und einer Breite von 4,5 Metern soll sich unauffällig in die Landschaft integrieren. Ein Fallschutznetz aus rostfreiem Stahl soll die darunter liegenden Grundstücke vor Vandalismus schützen.

Elegant fügt sich die Hängebrücke in die Landschaft ein.
Elegant fügt sich die Hängebrücke in die Landschaft ein.
Grafik: Steinmetzdemeyer Architectes Urbanistes

Laut den Planern wird ein Weg mit minimalen Auswirkungen auf Naturschutzgebiete und Biotope die Brücke mit dem zu errichtenden Aufzug verbinden.

Der Lift soll der Lokalbevölkerung den Zugang zu den Vierteln Weimershof und Kirchberg erleichtern. Er wird im Bereich der Neudorfer Kirche entstehen und sich harmonisch in sein Umfeld um den Kirchturm anpassen. Es soll keine reine Kopie des Pfaffenthal-Lifts sein und demnach über keine Aussichtsplattform verfügen. Die Kabine wird kleiner als diejenige des Panoramaaufzugs sein, allerdings größer als diejenige des Lifts, der die Oberstadt und Stadtgrund miteinander verbindet.

Aufzug mit
 Panoramafenster

Ein Panoramafenster wird freie Sicht nach Süden in Richtung Kathedrale und Oberstadt erlauben. Die Nordseite ist verschlossen, in östlicher und westlicher Richtung befinden sich die Lifttüren.

Ein Fußgängerweg mit Schutzgeländer wird oben die Verbindung zum angrenzenden Plateau herstellen. Das Schutzgeländer wird über die gleichen Dekorationsmuster als Analogie zur Hängebrücke verfügen. Dieses Muster soll zum Kennzeichen des Neudorfs werden, so Architekt Nico Steinmetz.

Grob geschätzt dürften die beiden Bauprojekte zusammen um die 11 Millionen Euro kosten, in etwa die gleiche Summe wie die abgelehnte Brücke auf Pfeilern, ergänzte Bürgermeisterin Lydie Polfer.

Der Vorschlag eines direkten Nebeneinanders von Hängebrücke und Lift fand großen Anklang im Publikum.
Der Vorschlag eines direkten Nebeneinanders von Hängebrücke und Lift fand großen Anklang im Publikum.
Foto: Pierre Mousel

Während der freien Aussprache wurde das fehlende Radwegenetz auf den angrenzenden Hochplateaus thematisiert. Ebenso wurde immer wieder die Entfernung von 400 Metern zwischen Hängebrücke und Lift kritisiert. Anrainer warnten vor Vandalismus und Einbrüchen.

Schließlich kristallisierte sich die Forderung für ein Nebeneinander von Hängebrücke und Lift im Bereich der Kirche und des Kulturzentrums heraus. Diese Anregung wurde mit großem Applaus quittiert. Abschließend versprach Bürgermeisterin Lydie Polfer, diesen Vorschlag prüfen zu lassen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lydie Polfer im Interview: "Ein besseres Gleichgewicht schaffen"
Luxemburg-Stadt ist groß geworden. Seit 2012 die 100.000-Einwohner-Marke geknackt wurde, gilt die Hauptstadt offiziell als Großstadt. Ausgewachsen ist die jedoch noch nicht. Welche städtebaulichen Herausforderungen das mit sich bringt, erklärt Bürgermeisterin Lydie Polfer im Interview.
Itv Lydie Polfer - Photo : Pierre Matgé