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Händler für exotische Tiere wegen Tierquälerei angeklagt
Lokales 09.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Händler für exotische Tiere wegen Tierquälerei angeklagt

Unter den beschlagnahmten Tieren befanden sich neben Schlangen auch Skorpione und Tausendfüßler.

Händler für exotische Tiere wegen Tierquälerei angeklagt

Unter den beschlagnahmten Tieren befanden sich neben Schlangen auch Skorpione und Tausendfüßler.
Foto: Lex Kleren
Lokales 09.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Händler für exotische Tiere wegen Tierquälerei angeklagt

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Anfang 2018 gründete Tom K. ein Unternehmen, das mit exotischen und giftigen Tieren handelt. Monate später stand die Kriminalpolizei vor seiner Tür.

Das Nervengift wirkt schnell: Der Biss einer Kobra wird für Tom K. im September 2015 schnell lebensgefährlich. Mehrere Tage muss er im Krankenhaus künstlich beatmet werden, bis er wieder auf die Beine kommt. Seiner Leidenschaft für die Reptilien kann der Zwischenfall aber nichts anhaben.

Auch zwei weitere Giftbisse von Schlangen ändern daran nichts: Anfang 2018 gründet Tom K. in Esch/Alzette ein Unternehmen, das mit exotischen Reptilien, Spinnen, Skorpionen und Insekten handelt. An einem Morgen im Dezember 2018 steht allerdings die Kriminalpolizei vor seiner Tür. Insgesamt werden 252 Tiere beschlagnahmt, 126 von ihnen sind giftig – darunter auch eine 2,5 Meter lange Kobra. 


Esch/Alzette: 252 Reptilien beschlagnahmt
In der Wohnung eines Tierhändlers aus Esch/Alzette wurden bereits am 13. Dezember 252 Reptilien beschlagnahmt. Bei 123 Tieren handelte es sich um giftige Lebewesen.

Der 35-Jährige muss sich nun vor Gericht verantworten. Denn ihm fehlten nicht nur die notwendigen Genehmigungen für seinen Handel, ihm wird auch und Tierquälerei zulasten gelegt. Die Tiere sollen in dem Haus in Esch/Alzette nicht artgerecht gehalten worden sein. Unter anderem seien die Terrarien teils verschimmelt gewesen, einige Tiere hätten in ihren eigenen Fäkalien gelegen, so der zuständige Ermittler vor Gericht.

Tom K. hatte allerdings im Dezember 2018 nicht zum ersten Mal Besuch von den Behörden. Unter anderem waren nach den Schlangenbissen bei ihm zu Hause Kontrollen angeordnet worden. Gegenüber der Polizei hatte er damals angeben, er habe bei den Zwischenfällen unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden. Die Veterinärinspektion stellte aber zunächst keine Probleme bei der Haltung fest – im September 2018 änderte sich dies, die Justiz wurde eingeschaltet.

Dem Angeklagten zufolge seien die Tiere artgerecht gehandelt worden. Er gab an, nicht gewusst zu haben, dass er ihm mehrere Genehmigungen fehlen und bedauerte, dass die Behörden ihm nicht erlaubt hätten diese nachzureichen. Sein Anwalt sprach von einer Hexenjagd und forderte den Freispruch für seinen Mandanten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah dies allerdings anders. Er forderte eine angemessene Geldstrafe und ein Verbot, in den kommenden 15 Jahre Tiere zu halten. Neben einer Verurteilung droht dem Mann, auf den Justizgebühren sitzen bleiben. Und das könnte teuer werden: Denn die giftigen Tiere mussten in einer Pflegestation in München (D) unterbracht werden. Derweil kamen die anderen Tiere in der Auffangstation in Düdelingen unter.

Die Richter fällen ihr Urteil am 15. Januar.


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