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Hackerangriff auf Numericable: Auch Luxemburg betroffen
Lokales 2 Min. 22.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Hackerangriff auf Numericable: Auch Luxemburg betroffen

Die Hackergruppe Rex Mundi hat die Kontaktdaten von 6 000 Kunden abgegriffen und im Netz veröffentlicht.

Hackerangriff auf Numericable: Auch Luxemburg betroffen

Die Hackergruppe Rex Mundi hat die Kontaktdaten von 6 000 Kunden abgegriffen und im Netz veröffentlicht.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 22.07.2013 Aus unserem online-Archiv

Hackerangriff auf Numericable: Auch Luxemburg betroffen

Der TV- und Internetanbieter Numericable wurde in der vergangenen Woche Opfer eines Hackerangriffs. Die Gruppe Rex Mundi hatte die Daten von 6 000 Kunden im Internet veröffentlicht. Betroffen waren auch Kunden aus Luxemburg.

(ham) - Der TV- und Internetanbieter Numericable wurde in der vergangenen Woche Opfer eines Hackerangriffs. Die Gruppe Rex Mundi hatte die Daten von 6 000 Kunden im Internet veröffentlicht. Betroffen waren auch Kunden aus Luxemburg.

Die Mitteilung der Hackergruppe war beim Informatikchef von Numericable Belgien eingegangen: Man habe sich Zugang zu 6 000 Kundendaten verschafft und werde diese veröffentlichen, sollte das Unternehmen keine 22 000 Euro zahlen.

Numericable, das neben Belgien und Frankreich auch in Luxemburg anwesend ist, ging nicht auf den Erpressungsversuch ein und schaltete vielmehr die belgische Polizei ein. Es folgte auch prompt ein Dementi, wonach die Hackergruppe keine wichtigen Daten abgreifen konnte.

"Keine Kundendaten gestohlen"

"Die Hacker konnten zwar Informationsanfragen über unsere Internetseite stehlen, richtige Kundendaten wurden aber nicht entwendet, da wir alles voneinander trennen und diese Daten nicht über unsere Webseite aufgerufen werden können", lautete das Dementi von Informatikchef Martial Foucart am vergangenen Montag gegenüber RTL TVI.

Man habe auch sofort reagiert und die Sicherheitslücke wieder behoben. Das Unternehmen ließ auch wissen, dass man nicht auf die Erpressung eingehen werde und Klage bei der Polizei eingereicht habe.

Auf das Dementi reagierte die Hackergruppe am Dienstag prompt mit einem Tweet: "So, Numericable claims that we didn't steal any data... Our dump tomorrow will be rather humiliating for them then." Auf Deutsch: Numericable behauptet, dass keine Daten gestohlen wurden. Die Veröffentlichung wird demnach ziemlich erniedrigend für das Unternehmen.

Kehrtwende des Unternehmens

Am Mittwoch wurden die Kundendaten tatsächlich auf der Internetseite dpaste gepostet. Inzwischen wurde die Seite aber wieder vom Netz genommen. In der Logik von Rex Mundi sei damit Numericable bestraft worden, da der Internetanbieter seine Daten nicht ordentlich sicherte und anschließend nicht dazu stehen habe wollen.

Am Wochenende musste Numericable schließlich klein beigeben und das Datenleak öffentlich machen. So erhielten auch Kunden aus Luxemburg eine E-Mail des Anbieters, wonach Numericable "trotz aller Vorkehrungen (...) Opfer eines informatischen Angriffs" wurde.

"Sie erhalten diese E-Mail, um Ihnen mitzuteilen, dass ein Teil Ihrer Kontaktdaten ohne Ihr Wiessen im Internet veröffentlicht wurden", heißt es in der Mitteilung an die Kunden.

Keine sensible Daten?

Es handele sich lediglich um Daten aus der Rubrik "Recontactez-moi", so das Unternehmen. Es seien aber "keine sensiblen Informationen wie Bankkonten, Passwörter oder beanspruchte Dienstleistungen" gestohlen worden.

Dann aber gibt der Anbieter zu, dass Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum der betroffenen Kunden abgegriffen wurden. Daten, die in Einzelfällen durchaus ausreichen, um Passwörter zu knacken und dann mit der E-Mail-Adresse als Username Zugang zu verschiedenen Konten zu erhalten.

Das Luxemburger "Computer Incident Response Center" (CIRCL) hatte zuvor bereits Kontakt mit der Firma aufgenommen, um sich über die Ausmaße des Hackerangriffs zu informieren und nachzufragen, inwiefern die Kunden darüber in Kenntnis gesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit Numericable sei ganz gut verlaufen, ließ CIRCL am Montag wissen.