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„Habe eigene Schrift entwickelt“
Lokales 9 2 Min. 01.09.2013

„Habe eigene Schrift entwickelt“

Lokales 9 2 Min. 01.09.2013

„Habe eigene Schrift entwickelt“

André Haagen pflegte sein ganzes Leben lang zwei Leidenschaften: die Architektur und die Malerei. Die erste machte er zu seinem Beruf, die zweite zu seinem Lebensinhalt.

Von Thierry Hick

André Haagen pflegte sein ganzes Leben lang zwei Leidenschaften: die Architektur und die Malerei. Die erste machte er zu seinem Beruf, die zweite zu seinem Lebensinhalt. Heute hat André Haagen die Architektur an den Nagel gehängt, um sich ausschließlich der Malerei widmen zu können.

„Als Jugendlicher wollte ich bereits eine Kunstakademie besuchen und Maler werden. Meine Mutter glaubte jedoch, ich sollte einen anständigen Beruf lernen. So entschied ich mich, Architekt zu werden“, erzählt der 1938 geborene Künstler. 

Zwischen Kunstgalerie und Ali-Baba-Höhle

 Dass André Haagen neben seinem Architektenberuf auch Zeichner und Maler war und noch immer ist, bezeugt seine Wohnung in Cessingen. Das Appartement des allein lebenden Künstlers bewegt sich zwischen Kunstgalerie und Ali-Baba-Höhle.

„Ich habe das große Glück, in meinem Atelier leben zu können“, freut sich André Haagen. Dies erlaubt dem Künstler, vor Ort inmitten seiner Kunst leben zu können. Er gehört allerdings nicht zu der Kategorie Menschen, die Tag und Nacht arbeiten und künstlerisch tätig sein können. „Mein Arbeitsrhythmus ist schon geregelt“, unterstreicht der Maler. „Auch wenn ich jeden Tag arbeite, lasse ich mich jedoch nicht unter Zeitdruck setzen.“ Es sei denn, eine Ausstellung sei in absehbarer Zeit geplant.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Neben zahlreichen Werken von Künstlerkollegen und -freunden sind die Wände der Wohnung mit großformatigen Gemälden und Zeichnungen des Künstlers geschmückt. Die schlichte Einrichtung – nur die allernötigsten Möbel haben hier ihren Platz – soll dem Künstler den nötigen Raum zum Arbeiten lassen.

Breitformatige Zeichnungen auf japanischem Papier, gegen ein Regal gestapelte Gemälde, eine großzügige Reserve an Pastellfarben, Kunstbücher, ein Computer, eine Gitarre, Andenken an Reisen, Familienfotos... und etliche Zeichnungen von den Enkelkindern: André Haagen lebt zwischen Erinnerungen an vergangene Zeiten und der Gegenwart seiner neuesten Kreationen.

Inmitten dieses offensichtlichen Chaos scheint sich der Künstler allerbestens zu fühlen. Ein Besuch der Wohnung André Haagens, die ihm gleichzeitig auch als Atelier dient, ist wie ein Streifzug durch seine Kunst.

Stolz erklärt der Künstler die Entstehungsgeschichte einzelner Werke oder den Werdegang eines neuen Gemäldes. Pastellfarben, Kohle, Azeton oder einfacher Haarlack aus dem Supermarkt gehören zu seinen alltäglichen Materialien.

Seine Kunst beschreibt der Mittsiebziger mit diesen Worten: „Ich habe im Laufe der Jahre meine eigene Schrift entwickelt. Ich bin kein Maler von großen Flächen, ich sehe mich eher als Zeichner.“

Ausstellungen in Planung

Die nötige Inspiration und Schaffenskraft schöpft Haagen während des Arbeitens am Objekt. „Aus der Bewegung der Hand oder des Armes heraus entstehen Ideen und späterhin Gemälde.“

Neben der Kunst haben in André Haagens Wohnung sowohl Musik als auch Literatur ihren Platz gefunden. „Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen“, betont der Zeichner. André Haagen, der auch Verwaltungsratsmitglied des „Cercle Artistique Luxembourg“ ist, wurde bereits viermal zum CAL-Salon zugelassen und hofft auf eine weitere Beteiligung an dieser renommierten Kunstveranstaltung im November. Zur Zeit stellt er im Kjub am Bd Charles Marx in Hollerich aus. Weitere Ausstellungen in der Galerie Op der Cap und in der Abtei Neumünster sind geplant.