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Gutachten liegt vor: Deponie ist laut Experten stabil
Lokales 2 Min. 09.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Gutachten liegt vor: Deponie ist laut Experten stabil

Das Gelände muss nun für den Winter gesichert werden.

Gutachten liegt vor: Deponie ist laut Experten stabil

Das Gelände muss nun für den Winter gesichert werden.
Francis Verquin
Lokales 2 Min. 09.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Gutachten liegt vor: Deponie ist laut Experten stabil

Ein neues Gutachten zum Monnericher Erdrutsch liegt vor: Ein Zusammenspiel von Wetter- und Bodenverhältnissen hat die Deponie destabilisiert. Stellt sich die Frage: Wer ist verantwortlich?

Von Sammy Stauch

Experten des Ingenieurbüros Asmus und Prabucki aus Essen haben am Donnerstag in Luxemburg in Anwesenheit von Umweltministerin Carole Dieschbourg eine Studie vorgesellt, die die Ursachen des Erdrutsches von Monnerich aufzeigt. Sie wurde von der Betreibergesellschaft der Deponie, Cloos S.A., in Auftrag gegeben.

Nach eingehenden geologischen Untersuchungen auf der Deponie könne konstatiert werden, dass sowohl der Bruchkörper selbst als auch der Rest der Deponie stabil seien, erklärte Detlef Asmus vom Ingenieurbüro. Somit ist die nähere und weitere Umgebung nicht gefährdet – eine wichtige Nachricht, beim Gedanken an einen sich ganz in der Nähe befindenden Strommast, die angrenzende Autobahn oder die „Ediff“-Schule.

Erdrutsch aufgrund des regenreichen Winters

Das Material, das in den vergangenen Monaten immer wieder nachgerutscht sei, so führte Asmus aus, sei kein Zeichen für Instabilität, sondern vielmehr ein normales Nachsacken von Material aufgrund von Regen. Dass die Erde überhaupt in Bewegung geriet, ist dem regenreichen Winter 2013/2014 zuzuschreiben. Zwischen einzelnen Erdhorizonten des im Luxemburger Süden üblichen Bitumenschiefers ist Grundwasser in eine extrem wasserempfindliche Verwitterungsschicht des Materials eingedrungen, sodass es letztlich keinen Halt mehr gab.

Stellen sich die Fragen: Wer ist schuld? Hat man nicht vor Planung der Deponie wissen können, dass ein solch sensibler Untergrund ungeeignet ist? Nach Aussagen von Claude Soumer, Präsident des Aufsichtsrats der Firma Cloos, steht fest: Das vorgesehene Auffüllvolumen der Deponie, das aufgrund geologischer Gutachten festgesetzt wurde, ist nicht erreicht worden. Auch Asmus war bezüglich der Schuldfrage zurückhaltend und verwies auf die Komplexität des Themas und auf das oft tückische Verhalten von Grundwasser, das geologische Gutachten nicht selten sehr schwierig gestaltet.

Kosten von mehrere Millionen Euro

Insofern betonten Ministerin Dieschbourg und Gaston Schmit vom Infrastrukturministerium, dass es aktuell nicht um die Schuldfrage gehe. Sehr wohl aber um die Frage, was unternommen werden könne, um Derartiges in Zukunft zu verhindern. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Sicherung des Geländes für den kommenden Winter. Derzeit wird die Abbruchkante geglättet und verdichtet – und es wird ein Entwässerungssystem installiert.

Die Kosten für die vorliegende Studie, des nächsten Gutachtens, dessen Ergebnisse noch nicht vorliegen, und für die Sicherungsmaßnahmen, die bis Anfang November abgeschlossen sein sollen, belaufen sich derzeit auf 500.000 Euro. Einige Millionen wird es jedoch kosten, das gesamte Terrain zu sanieren. Der Zeitplan steht noch nicht fest – man will erst die Ergebnisse der nächsten Studie abwarten.