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Gut geschützt in die Grippesaison
Lokales 4 Min. 12.10.2018

Gut geschützt in die Grippesaison

Eine Grippe tritt sehr plötzlich auf: Betroffene fühlen sich schlapp und liegen oft tagelang im Bett. Eine Impfung kann davor schützen.

Gut geschützt in die Grippesaison

Eine Grippe tritt sehr plötzlich auf: Betroffene fühlen sich schlapp und liegen oft tagelang im Bett. Eine Impfung kann davor schützen.
Foto: dpa
Lokales 4 Min. 12.10.2018

Gut geschützt in die Grippesaison

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Wenn es draußen kälter wird, ist die Grippe wieder auf dem Vormarsch. Wie gefährlich eine Erkrankung sein kann, beweist die Tatsache, dass es in diesem Jahr bereits vier Grippetote in Luxemburg gegeben hat. Darum ist das Impfen eine wichtige Präventivmaßnahme.

Auch wenn der Sommer anscheinend kein Ende nehmen will: Längst ist der Herbst auch in Luxemburg angekommen. Spätestens in der kommenden Woche soll es kälter werden. Dann dauert es nicht mehr lange, bis die Nase läuft, der Hals kratzt und die Glieder schmerzen. Die richtige Zeit also für einen Besuch beim Hausarzt, um sich gegen die drohende Grippe impfen zu lassen. Denn sie wird durch Viren ausgelöst. Da diese sich ständig weiterentwickeln, muss für jede Grippesaison ein neuer Impfstoff entwickelt werden. Das ist auch der Grund, warum die Impfung jedes Jahr wiederholt werden sollte.


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Zwei Wochen dauert es, bis das Immunsystem die notwendigen Antikörper gebildet hat – sie schützen etwa sechs Monate, wie Dr. Simone Steil, zuständig für Präventivmedizin bei der Gesundheitsbehörde erklärt. Am besten lässt man sich deshalb in den Monaten Oktober und November impfen, damit die Abwehrkräfte bis zum Beginn der Grippesaison aktiv sind. „Wann die ersten Fälle auftauchen, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Meistens geht es im Januar richtig los, manchmal erkranken erste Patienten aber auch schon Ende November, Anfang Dezember“, weiß Simone Steil. Üblicherweise geht die Grippesaison bis April.

Besonders gefährdet

Empfohlen wird die Schutzimpfung gegen die saisonale Grippe vor allem Risikopatienten, die den Impfstoff kostenlos in der Apotheke bekommen. Dazu gehören etwa Senioren jenseits des 65. Geburtsjahres und chronisch Erkrankte, wie beispielsweise Menschen mit Asthma oder einer Lungenerkrankung. Besonders gefährdet sind ebenfalls Schwangere, Heimbewohner und das Krankenhauspersonal. Aber auch Menschen, die nicht zu diesen Risikogruppen gehören, sollten sich impfen lassen. Der Impfstoff ist laut Santé in Apotheken auf ärztliche Verschreibung hin erhältlich und kostet etwa zwölf Euro.


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Die Zahl der Impfungen ist laut Simone Steil in den vergangenen Jahren stabil geblieben, aber: „Es lassen sich noch immer nicht genug Menschen impfen. Die Grippe wird verharmlost, viele denken, dass es sich nur um einen kleinen Schnupfen handelt“, so die Ärztin. Dabei kann eine Grippe zu schweren Komplikationen mit fatalem Ausgang führen: In Luxemburg starben Anfang des Jahres vier Menschen an der Influenza. „Man muss bei dieser Zahl bedenken, dass die Krankheit oft nicht als erste Ursache erkannt wird. Wir stellen allerdings fest, dass es während der Grippesaison mehr Todesfälle gibt und die Sterberate danach wieder sinkt“, erklärt Simone Steil.

Keine Angst vor dem Arztbesuch

Deshalb ist Impfen wichtig: „Es geht darum, eine Epidemie zu verhindern und andere vor Ansteckung zu schützen. Patienten brauchen keine Angst vor der Spritze zu haben.“ Auch wenn nach dem Arztbesuch hin und wieder leichte Nebenwirkungen auftreten können: Der Arm kann an der Einstichstelle etwas schmerzen, es können leichtes Fieber oder Übelkeit auftreten. „Diese Nebenwirkungen sind minimal und keineswegs vergleichbar mit den Symptomen einer richtigen Grippe“, beruhigt Simone Steil. Auch Schwangere brauchen keine Bedenken zu haben: Sie können sich zu jedem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft impfen lassen. Das Baby wird dann durch die Antikörper der Mutter mit geschützt.

Übertragen werden die Grippeviren auf zwei Arten: über den direkten Kontakt mit einem Infizierten durch Händeschütteln oder Zärtlichkeiten wie Umarmungen oder Küsse. Husten und Niesen eines Infizierten können ebenfalls ansteckend sein. Gesunde können sich allerdings auch über indirekten Kontakt anstecken, wenn sie beispielsweise einen Türgriff oder einen Geldschein berühren, der durch einen Grippekranken kontaminiert wurde.

Ansteckungsgefahr verringern

Um die Verbreitung der Infektionen und damit eine Epidemie zu vermeiden, rät die Santé Grippepatienten, zu Hause zu bleiben, viel zu trinken und sich auszuruhen. Kribbelt die Nase, sollen sie zum Schutz anderer in ein Taschentuch niesen. Diese sollen sofort nach dem Gebrauch in einem Mülleimer entsorgt werden. Ist kein Papiertuch zur Hand, soll in die Armbeuge geniest werden. Und: Nach jedem Niesen gilt es, die Hände zu waschen.


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Wer eine Ansteckung vermeiden will, soll ebenfalls mehrmals täglich seine Hände mit ausreichend Seife waschen – für mindestens 30 Sekunden, rät die Santé. Außerdem empfiehlt es sich, Räume ausreichend zu lüften: drei bis viermal pro Tag für jeweils zehn Minuten. Außerdem sollte man den Kontakt mit Erkrankten meiden, da diese hoch ansteckend sind.

Übrigens: Bei einer Grippe wird auch das beste Antibiotikum nicht helfen, da diese Arzneimittel nur Krankheiten bekämpfen, die durch Bakterien hervorgerufen wurden. Mehr Informationen dazu gibt es bei der Santé.


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