Guide for one day

Neues in der Heimat entdecken

Luxemburg bietet viele Kontraste: Zwischen Natur und Kultur, Geschichte und Moderne, sportlicher Betätigung und gemütlichem Spaziergang, Heimat und Internationalität – von allem ist etwas dabei bei den 35 Touren, die 
innerhalb von 17 Tagen angeboten werden.
Foto: Guy Wolff/LW-Archiv

(dho) - Sie sind Englischlehrer, Architekt, Gemeindearbeiter, Anwalt, Sportler,... aber eigentlich keine Guides – zumindest keine professionellen. Das müssen sie auch nicht sein, um bei der Initiative des Wirtschaftsministeriums „Guide for one day“ mitzumachen. Die Hobby-Guides haben sich einiges einfallen lassen, um ganz im Sinne der Initiative, ihren Landsleuten ihre Leidenschaft, ihr Wissen 
oder Details über ihr Heimatland näherzubringen.

35 Touren stehen ab dem kommenden Freitag und bis zum 9. Juli an bestimmten Tagen landesweit im Angebot. Die Mehrheit konzentriert sich jedoch in und um die Hauptstadt.

Sportlich, historisch oder kulturell

Wie die Touren aussehen, ist sehr unterschiedlich. Sie reichen von Segwayfahren über eine Kneipentour bis hin zu einem Picknick, einem Spaziergang oder einer historischen Führung.

Isabelle Van Driesche ist Architektin für Stadtbau und hat eine Tour herausgearbeitet, die sich mit der Entwicklung der Stadt befasst.
Foto: Privat

Sportfans können sich zum Beispiel von Mike McQuaide, einem Englischlehrer, der in den sozialen Medien auch als „an American in Luxembourg“ bekannt ist, auf ihrem Rad durch das Moseltal lotsen lassen. Der Sänger der Band „Dream Catcher“ und Comicbuchautor, John Rech, führt durch Düdelingen und erzählt dabei die 
Geschichte der Stadt anhand der Geschichten der Menschen, die hier lebten. Ein anderes Anliegen hat die Stadtbauarchitektin Isabelle Van Driessche. Sie möchte bei ihrer Führung den Standort der Hauptstadt erläutern, ohne dessen besondere topografische Beschaffenheit Luxemburg nie das geworden wäre, was es heute ist.

So wie diese drei Guides haben wohl alle Teilnehmer eine ganz besondere und persönliche Bindung zu der Tour, die sie anbieten. John Rech erklärt die Auswahl seiner Route etwa so: „Düddelingen ist meine Stadt, auf die ich stolz bin und die viel zu bieten hat.“ Auch Isabelle Van Driessches Tour hat etwas mit ihrer Person zu tun. Sie ist als Kind ausländischer Eltern in Pfaffenthal aufgewachsen und hat die Europaschule besucht. Sie weiß die 
Internationalität des Landes zu schätzen, sucht aber auch nach dem, was Luxemburg ausmacht und prägt. Sie erhofft sich, bei ihrer Tour den Teilnehmern Orientierungshilfe in der Geschichte des Landes zu geben.

Sänger John Rech, arbeitet bei der Gemeindeverwaltung in Düdelingen und bietet eine Tour durch seine Heimatstadt Düdelingen an.
Foto: Privat

Mike McQuaide dagegen geht es sportlicher an. Er möchte eine Radstrecke präsentieren, die abgelegen von den bekannten Wegen liegt. Außerdem will er den Teilnehmern zeigen, wie einfach neue Pfade entdeckt werden können. Nämlich wenn man sich mit dem Zug zu einem neuen Startpunkt bringen lässt.

Alles hat seinen Grund

Seit fast fünf Jahren lebt Mike McQuaide nun in Luxemburg. Für ihn sei es selbstverständlich, sich zu engagieren, da er hier sehr freundlich empfangen wurde. Isabelle Van Drieschen hatte als Kind Angst, sich in der Stadt zu verlieren – nun möchte sie Fixpunkte aufzeigen, die das Land bis heute prägen. Auch John Rech war von der Idee begeistert, als er gefragt wurde, ob er bei der Initiative mitmachen wolle. Er erinnerte sich, dass er jemandem die Hauptstadt zeigen wollte, als er feststellen musste, dass er eigentlich nichts zu erzählen wusste. Eine solche Situation wollte er, zumindest in seiner Heimatstadt Düdelingen, vermeiden. Was er und die vielen anderen Guides sich alles haben einfallen lassen, ist bis zum 9. Juli während der verschiedenen Touren zu erfahren.

www.guideforoneday.lu

Mike McQuaide ist Englischlehrer und hat sich eine ganz besondere Radtour einfallen lassen, um seine Passion mit anderen zu teilen.
Foto: Privat