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Grundschule Bissen: Möglicher Missbrauchsfall wirft Fragen auf
Lokales 14.04.2016

Grundschule Bissen: Möglicher Missbrauchsfall wirft Fragen auf

In der Grundschule von Bissen fand am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung für die Eltern der Schüler aus der dritten Klasse statt.

Grundschule Bissen: Möglicher Missbrauchsfall wirft Fragen auf

In der Grundschule von Bissen fand am Donnerstagabend eine Informationsveranstaltung für die Eltern der Schüler aus der dritten Klasse statt.
Foto: Armand Wagner
Lokales 14.04.2016

Grundschule Bissen: Möglicher Missbrauchsfall wirft Fragen auf

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Rund 40 Eltern einer dritten Klasse aus der Grundschule in Bissen wurden am Donnerstagabend über einen möglichen Fall von sexuellem Missbrauch durch einen Lehrer informiert. Die Stimmung war gereizt.

(mth) – Rund 40 Eltern einer dritten Klasse aus der Grundschule in Bissen wurden am Donnerstagabend während einer Informationsversammlung über einen möglichen Fall von sexuellem Missbrauch durch einen Lehrer informiert.

Die Stimmung nach der einstündigen Versammlung war aufgeheizt. Viele der Eltern hatten den Eindruck, dass sie nicht ausreichend über die Vorfälle informiert wurden. Es habe gegensätzliche Aussagen darüber gegeben, wie die Schulleitung vorgegangen und wann der Bürgermeister informiert worden sei. Offenbar habe mehr die Sorge um einen möglichen Skandal im Vordergrund gestanden, als das Wohlergehen der Kinder, so der Eindruck mancher Eltern.

Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet

Die Schulleitung gab an, zunächst die Schulinspektion informiert zu haben, woraufhin der Lehrer mit den Vorwürfen konfrontiert wurde. Später sei dann die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden, die dann ein Ermittlungsverfahren eingeleitet habe.

Das Treffen war kurzfristig einberufen worden, nachdem RTL am Montag über den Fall berichtet hatte. “Die Kinder haben vorgestern ein Schreiben mit nach Hause gebracht, in dem es ohne weitere Details hieß, dass wir zu einem Treffen in der Schule kommen sollten”, erklärte eine Mutter dem “Luxemburger Wort”. Dem Vernehmen nach seien sechs Kinder von einem möglichen Missbrauch betroffen. Mehr Details wurden den Eltern mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht genannt.

"Ungewöhnliches Verhalten"

Der Pädagoge wurde vergangenem Januar vom Lehrdienst suspendiert, nachdem sich Eltern im Dezember über dessen “ungewöhnliches Verhalten” beschwert hatten. Eine Mutter berichtete, dass ihr Kind seit Beginn des Schuljahrs einen auffälligen Leistungseinbruch verzeichnet habe: “Sie war zuvor eine gute und motivierte Schülerin, so eine plötzliche Verhaltensänderung ist nicht normal”.

Die Eltern erfuhren eigener Aussage nach erst aus Medienberichten, was dem Lehrer zur Last gelegt wird. “Uns wurde lediglich gesagt, er habe aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch sein Lehramt niedergelegt”, erzählt eine Mutter.

Eltern betroffener Kinder berichteten am Donnerstagabend, sie hätten eine Einladung der Kripo erhalten, um befragt zu werden. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt für den verdächtigten Lehrer die Unschuldsvermutung.


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