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Großregion: Die Rückkehr des Wolfs
Der Wolf wurde wieder in unseren Gegenden gesichtet.

Großregion: Die Rückkehr des Wolfs

Foto: Shutterstock
Der Wolf wurde wieder in unseren Gegenden gesichtet.
Lokales 2 Min. 09.02.2017

Großregion: Die Rückkehr des Wolfs

Es ist wohl keine Frage des Ob, sondern eher eine Frage des Wann, bis sich der Wolf auch in Luxemburg seinen Lebensraum zurückholt. In den letzten Jahren hat es in der Großregion mehrere Sichtungen gegeben.

Es ist wohl keine Frage des Ob, sondern eher eine Frage des Wann, bis sich der Wolf auch in Luxemburg seinen Lebensraum zurückholt. 1893 wurde er im Großherzogtum wie in vielen Ländern Europas ausgerottet. In den letzten Jahren hat es in der Großregion mehrere Sichtungen gegeben. 

 Viele Bürger fragen sich: Sind die betroffenen Landwirte, sind die Behörden auf den Beutegreifer vorbereitet? Der erste luxemburgische Wolfsmanagement-Plan wurde vorgestellt. Doch was sagen direkt Betroffene? 

Die Wolfsexpertin

„Für mich ist der Wolf in erster Linie ein Tier, das eine Daseinsberechtigung in unserer Natur hat. Man sollte vor Augen behalten, dass man es hier mit einem wilden Beutegreifer zu tun hat, der nicht darauf aus ist, das Leben der Menschen zur Hölle zu machen", meint Tatjana Schneider, Leiterin des Wolfsparks Werner Freund im saarländischen Merzig.

Auch wenn es bei solchen Bildern schwer fällt, ein Wolf ist kein Hund.  Tatjana Schneider leitet den Wolfspark Werner Freund.
Auch wenn es bei solchen Bildern schwer fällt, ein Wolf ist kein Hund. Tatjana Schneider leitet den Wolfspark Werner Freund.
Foto: Michael Merten

Auch eine Rückkehr des Wolfs nach Luxemburg hält die Expertin für möglich. „Im weniger dicht besiedelten Norden von Luxemburg mit seinen großen Waldgebieten, in den belgischen Ardennen ist das sehr gut möglich. Es gibt auch schon vereinzelte Wölfe, die von Frankreich aus die Gegend erkunden, aber keine ganzen Familien.“

Auch wenn der Hund vom Wolf abstamme, könne man beide nicht wirklich miteinander vergleichen. „Das Einzige, was Hunde und Wölfe gemeinsam haben, sind Mimik, Körpersprache und die Laute, die sie von sich geben. Hunde sind domestiziert, sie wissen, dass sie versorgt und gepflegt werden. Bei Straßenhunden kann man schon eher jenen wilden Überlebensdrang feststellen, der die Wölfe prägt.“

Der Schäfer

„Wir sind sicher, dass der Wolf kommen wird“, sagt Florian Weber. Seine Schäferei liegt abseits von Lieler. Die Gegend mit den vielen Wiesen und Wäldern ist ein Idyll für seine rund 700 Schafe. 

Wie viele andere Schäfer auch, verfügt Weber derzeit nicht über ausreichende Sicherheitsvorkehrungen für den Fall einer Wolfsrückkehr. Die jetzigen 60-Zentimeter-Zäune halten zwar Schafe in Schach, aber keine Wölfe ab. 

Hier würden Maßnahmen aus dem Wolfsmanagement der Regierung helfen: Wenn der Wolf zurückkommt, kann Weber Zuschüsse für die Anschaffung höherer Zäune oder von Herdenschutzhunden beantragen. Auch würden Entschädigungen für gerissene Schafe bezahlt.

Schäfer Florian Weber hat rund 700 Schafe. Im Stall verbringen sie allerdings nur wenig Zeit.
Schäfer Florian Weber hat rund 700 Schafe. Im Stall verbringen sie allerdings nur wenig Zeit.
Foto: Michael Merten

„Es wird unseren Alltag verändern“, sagt Weber. Der Schäfer weiß von französischen Kollegen, die über existenzbedrohende Einnahmeverluste durch den Wolf klagen. Derartige Szenarien hält er in Luxemburg für unwahrscheinlich. „Ich sehe die große Herausforderung eher in der alltäglichen Mehrarbeit, das werden zwei, drei Stunden mehr sein.“


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