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Großherzogtum adé
Lokales 2 Min. 11.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Luxemburger in Deutschland

Großherzogtum adé

Seit 2011 wohnen Herr und Frau Lagoda in Wincheringen in der Neubausiedling "Auf Mont". Sie sagen: "Wir können uns nicht vorstellen, wieder nach Luxemburg zurück zu gehen." Die ganze Geschichte der Lagodas und anderer Paare lesen Sie im Wort vom 11. September 2014.
Luxemburger in Deutschland

Großherzogtum adé

Seit 2011 wohnen Herr und Frau Lagoda in Wincheringen in der Neubausiedling "Auf Mont". Sie sagen: "Wir können uns nicht vorstellen, wieder nach Luxemburg zurück zu gehen." Die ganze Geschichte der Lagodas und anderer Paare lesen Sie im Wort vom 11. September 2014.
Foto: Serge Waldbillig
Lokales 2 Min. 11.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Luxemburger in Deutschland

Großherzogtum adé

Die extrem teuren Mieten und Grundstückspreise treiben immer mehr Luxemburger ins Ausland. Besonders Deutschland ist für Hausbauer beliebt. Tausende haben bereits das Großherzogtum verlassen.

(jsf) - Die Grundstückspreise in Luxemburg sind mittlerweile so hoch, dass sie sich viele Luxemburger nicht mehr leisten können. Für einen Quadratmeter zahlt man oft annähernd tausend Euro. Selbst ein kleines Grundstück liegt damit schnell bei einer halben Million Euro - ohne Haus. Mehr als das fünf- bis zehnfache als auf der deutschen Grenzseite - von den abgelegeneren Orten weiter in der Eifel oder im Hunsrück ganz zu schweigen. Tausende Luxemburger haben deshalb bereits das Land verlassen.

Doch es sind nicht nur die Preise. Auch andere Gründe treiben Luxemburger ins Ausland: Viel Verkehr und damit Lärm und Schmutz oder der Zwang, oft nicht mehr Luxemburgisch im eigenen Land sprechen zu können.

Deutschland ist für viele die beste Option, der Sprache wegen. 6219 Luxemburger leben laut deutschem Ausländerzentralregister alleine in Rheinland-Pfalz (Stand Dezember 2013). Die meisten wohl direkt an der Grenze, da viele nach wie vor in Luxemburg arbeiten oder regelmäßig hinfahren. Ganze Neubaugebiete - mit guter Infrastruktur wie Ärzten und Supermärkten - entstehen, um die Nachfrage zu befriedigen, beispielsweise in Nittel. 146 der 2400 Einwohner dort sind laut Verbandsgemeinde Konz Luxemburger.

In der Gemeinde Perl (8500 Einwohner) im Saarland wohnen gar 1700 Luxemburger. Laut Bürgermeister Bruno Schmitt ist es die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an Luxemburgern in Deutschland.Großen Anteil daran hat das Deutsch-Luxemburgische Schengen-Lyzeum. Auf dem bilingualen Lyzeum (deutsch-französisch) können Schüler auch das luxemburgische Abitur machen.

Fast keine Bauvorschriften und viel Platz

Neben den Luxemburgern gibt es auch noch viele Menschen aus aller Welt, die in Luxemburg arbeiten, aber dort nicht wohnen oder bauen wollten. Manch kleine Gemeinde in Deutschland zählt mehr als 40 verschiedene Nationalitäten. Darunter ist Wincheringen. 300 Luxemburger wohnen in der Gemeinde. Einen großen Anteil an dieser Zahl hat das Neubaugebiet "Auf Mont". Der isländische Investor Olafur Gudmundsson hat ab 2006 drei Jahre lang mit seiner Firma Family Park GmbH oberhalb von Wincheringen Land von mehr als 140 Bauern zusammengekauft und für ein paar Millionen Euro auf eigene Kosten eine Straße hinbauen lassen, um seine Idee zu verwirklichen: ein internationales Viertel mit hoher Lebensqualität und bezahlbaren Preisen.

330 Bauplätze gibt es "Auf Mont". Die meisten davon sind bereits erschlossen. 180 Grundstücke sind bereits verkauft, 100 weitere noch frei. Gudmundsson hat viel investiert, um Luxemburger und Expats anzuziehen. Es gibt quasi keine Bauvorschriften (nur nah Haus an Haus darf man nicht bauen), aber viele Grünflächen und Alleen. Er hat einen Kindergarten für 150 Kinder gebaut und der Gemeinde geschenkt. Für viele Paare mit kleinen Kindern ist das ein Grund, herzuziehen - neben der bilingualen Grundschule. Und dann gibt es auch noch einen Spielplatz, einen kleinen Fußballplatz und ein Basketballfeld mit Blick auf das Moseltal - ein wertvoller Baugrund, aber dieser Ort soll für alle sein, so die Idee des Isländers. 

Hinweis: Die Geschichten von luxemburgischen Paaren und Familien, die nach Deutschland gezogen sind, lesen Sie im Fokus der Wort-Ausgabe vom 11. September 2014.


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Immobilien, Immobilienmarkt, Bausteine (Foto: Shutterstock)
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