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Großherzog besucht Opfer des Tornados
Lokales 14 3 Min. 10.08.2019

Großherzog besucht Opfer des Tornados

Großherzog besucht Opfer des Tornados

Foto: Anouk Antony
Lokales 14 3 Min. 10.08.2019

Großherzog besucht Opfer des Tornados

Großherzog Henri machte sich am Samstag vor Ort ein Bild der Verwüstungen, die der Tornado hinterlassen hat.

Dossier: Tornado im Süden Luxemburgs
Ein verheerender Sturm sorgt im Raum Niederkerschen/Petingen für Leid und Zerstörung.

(m.r./AH) - Ein Tornado richtete am Freitag verheerende Schäden in Petingen und Niederkerschen an. Aufgrund der Krisensituation hatten der Premierminister Xavier Bettel und die Innenministerin Taina Bofferding am Samstag ihren Urlaub abgebrochen und begaben sich gemeinsam mit Großherzog Henri vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Zunächst besuchte die Gruppe, der sich ebenfalls der Petinger Bürgermeister Pierre Mellina, der Petinger Schöffe Jean-Marie Halsdorf sowie Frank Pirrotte, Schöffe der Gemeinde Käerjeng, angeschlossen hatten, die Opfer in Niederkerschen. Gut 45 Minuten nahmen sie sich Zeit, um in der Avenue de Luxembourg, die vom Sturm besonders übel zugerichtet wurde, mit den Opfern zu sprechen.


Dossier: Tornado im Süden Luxemburgs
Ein verheerender Sturm sorgt im Raum Niederkerschen/Petingen für Leid und Zerstörung.

"Wir befinden uns immer noch in einem Schockzustand und können gar nicht glauben, was gestern hier passiert ist. Unser Haus ist zwar größtenteils verschont geblieben, dafür aber ist das Haus meiner Mutter komplett verwüstet worden. Sie lebt im Altersheim und wir haben es ihr noch nicht gesagt", erzählt ein Ehepaar dem Großherzog. Dieser schien sichtlich berührt vom Leid der Familie. Immer wieder blieb er bei Betroffenen am Straßenrand stehen und machte ihnen Mut.

Premierminister Xavier Bettel machte ebenfalls Halt bei den fleißigen Helfern in den Vorgärten, die mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren. "Ich wohne in Beles und bin heute Morgen schon früh nach Niederkerschen gekommen, um einem Freund, dessen Haus stark beschädigt wurde, zur Seite zu stehen und ihm unter die Arme zu greifen", erzählt ihm ein junger Mann.

Solidaritätswelle

Die Solidarität unter den Nachbarn und Gemeindebewohnern war groß. Davon beeindruckt war auch Ratsmitglied Yves Cruchten aus der Gemeinde Käerjeng. "Ich wohne in dem Teil der Ortschaft, in dem der Tornado am stärksten zugeschlagen hat. Bereits gestern Abend, als ich mich unter die Menschen auf der Straße mischte, spürte ich ein enormes Mitgefühl unter den Einwohnern. Das war ergreifend. Dass keinem etwas Schlimmeres zugestoßen ist, grenzt an ein Wunder", so Cruchten


Nach der Besichtigung in Niederkerschen ging es weiter nach Petingen in die Rue Neuve. Auch dort mussten die Bewohner am Freitagabend großes Leid erfahren. Ihre Gärten, Autos, Verandas und Häuser glichen am Tag nach dem Sturm einem Trümmerhaufen. Trotzdem versuchten sie das Beste aus der Situation zu machen. Viele von ihnen führten Großherzog Henri, Innenministerin Taina Bofferding sowie Premierminister Xavier Bettel durch ihre Gärten, wo das Ausmaß der Zerstörung besonders gut sichtbar war.


dégâts Tornade Pétange/Bascharage - Pétange Bascharage -  - 10/08/2019 - photo: claude piscitelli
Erst Panik, dann Ratlosigkeit
Als ihre Häuser vom Tornado erfasst wurden gerieten am Freitagabend viele Menschen in Panik. Dann standen sie vor Trümmern.

"Lasst euch nicht unterkriegen. Wir werden alles daran setzen, dass ihr Unterstützung bekommt", meinte der Premierminister. Auch Großherzog Henri fand immer wieder aufmunternde Worte und drückte den Opfern sein Mitgefühl aus.

Über die Wucht des Tornados waren auch der Petinger Bürgermeister Pierre Mellina und Schöffe Jean-Marie Halsdorf erschrocken. "Wir haben so etwas noch nie erlebt", sagen sie. Bereits gestern Abend haben sie alles daran gesetzt, Opfer unterzubringen, dies in einem Hotel in der Gemeinde. "Einige sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Leider mussten auch einige ihren Urlaub abbrechen und sind am Samstag nach Hause gekommen, weil ihr Haus vom Tornado in Mitleidenschaft gezogen wurde", erklärt der Petinger Bürgermeister.

In der Rue Neuve verschafften sich Großherzog Henri und Innenministerin Taina Bofferding denn auch einen Überblick aus der Luft von der Situation. Sie wurden mit einer Feuerwehrleiter hinaufgeführt, um die Schäden an den Dächern zu begutachten.

Anschließend machte die Gruppe sich noch auf den Weg nach Lamadelaine, um dort weitere Opfer zu besuchen.

CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder schilderte während den Ortsbesichtigungen noch einmal die Ereignisse der vergangenen 24 Stunden. “Es war nicht einfach sich schnell einen Überblick zu verschaffen und zu erfahren, wie groß das Ausmaß der Katastrophe wirklich ist.


Viele Häuser sind nach dem Tornado unbewohnbar.
Versicherer sagen Unterstützung zu
Wer durch den Tornado materiellen Schaden erlitten hat, soll sich an seine Versicherung wenden. Der Dachverband der Gesellschaften hat Unterstützung zugesagt.

Gott sei Dank konnten wir aber ziemlich schnell feststellen, dass wir niemanden aus den Trümmern befreien mussten und keine Menschen eingeklemmt waren. Zurzeit sind Experten dabei die Häuser zu analysieren, um herauszufinden, ob sie noch bewohnbar sind”, erklärt Paul Schroeder.

In der Nacht zum Sonntag, so sagt er, werden noch etwa 130 Einsatzkräfte in den Gemeinden Petingen und Niederkerschen aktiv sein. Auch zog er Vergleiche mit den Überschwemmungen im Ernztal 2016 und den Fluten im Müllerthal 2018. "Wie der Tornado am Freitagabend waren es extreme Naturereignisse, die innerhalb von wenigen Minuten vorbei waren, aber jeweils einen Ort der Verwüstung hinterließen", so der CGDIS-Generaldirektor.




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