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Großherzog auf Tour: Wohnraum für Tausende
Lokales 20 2 Min. 07.06.2012

Großherzog auf Tour: Wohnraum für Tausende

Lokales 20 2 Min. 07.06.2012

Großherzog auf Tour: Wohnraum für Tausende

In einem Land mit hohen Immobilienpreisen gehen diejenigen leer aus, die zu wenig verdienen, um im Wettlauf mitzuhalten. Großherzog Henri konnte sich am Mittwoch davon überzeugen, als er drei Wohnungsbauprojekte quer durchs Land besichtigte.

(vb) – In einem Land mit hohen Immobilienpreisen gehen diejenigen leer aus, die zu wenig verdienen, um im Wettlauf mitzuhalten. Deshalb kommt dem sozialen Wohnungsbau in Luxemburg eine entscheidende Rolle zu. Großherzog Henri konnte sich am Mittwoch davon überzeugen, als er drei Wohnungsbauprojekte quer durchs Land besichtigte.

Die Tour führte den Monarchen nach Luxemburg-Gasperich, ins Neubaugebiet Nonnewisen nach Esch-Alzette und in das zukunftsweisende Wohnviertel "Schmelz" in Düdelingen, das jedoch erst auf dem Papier besteht. Mit den drei städtebaulichen Projekten wollte der Fonds du logement dem Staatsoberhaupt seine Tätigkeit und die Rolle des Wohnungsbaus näher bringen.

Günstiger Wohnraum in Zentrumsnähe

Im Gaspericher Viertel "Sauerwiss" mit seinen knapp 300 Wohnungen und 100 Ein- und Mehrfamilienhäusern sprach der Großherzog mit den Architekten, die das Projekt vor 14 Jahren realisiert hatten. Daniel Miltgen, Vorsitzender des Fonds du logement, erklärte die damalige Zielsetzung, einer möglichst großen Zahl von Menschen hochwertiges Wohnen in Zentrumsnähe zu ermöglichen.

Bagger und Bauarbeiter in Aktion bekam der Großherzog in Esch/Alzette zu sehen. In den "Nonnewisen" entstehen sage und schreibe 900 Wohneinheiten in direkter Nähe zum "Parc du Centenaire". Erst vor drei Wochen ist das Studentenwohnheim des Viertels fertiggestellt worden, wo im September die ersten Bewohner einziehen werden. Vorerst werden die Studenten noch in die Hauptstadt pendeln, denn die Uni in Esch wird erst 2014 ihren vollen Betrieb aufnehmen.

Entschieden nachhaltig

Eschs Nachbarstadt im Süden, nämlich Düdelingen, gibt sich fortschrittlich. Mit dem städtebaulichen Projekt will man dort die Industriebrachen des ehemaligen Arcelor-Stahlwerks neu nutzen und gleichzeitig die beiden Stadtviertel Schmelz und Italien verbinden. Der Boden des 39 Hektar großen Geländes ist zwar noch nicht saniert, für den oberirdischen Teil gibt es aber schon eine genaue Planung.

Das Projekt setzt ganz auf Nachhaltigkeit – angefangen vom Energiekonzept über die Verkehrserschließung, die weitgehend auf den öffentlichen Transport setzt, bis zur sozialen Durchmischung. "Hier soll kein Schickimicki-Viertel entstehen, sondern alle sozialen Schichten können sich hier niederlassen", erklärt der Düdelinger Bürgermeister Alex Bodry. Wann die Bagger auf dem ehemaligen Schmelz-Gelände anrücken, hängt von den Verhandlungen um die Bodensanierung ab.


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