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Grevenmacher bleibt gegen den Ausbau
Lokales 3 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Hafen Mertert

Grevenmacher bleibt gegen den Ausbau

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Grevenmacher bleibt gegen den Ausbau

Foto:Gerry Huberty
Lokales 3 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Hafen Mertert

Grevenmacher bleibt gegen den Ausbau

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Zurzeit sind im Hafen von Mertert 62.000 Kubikmeter Erdöl gelagert. 150.000 Kubikmeter sollen es werden. Oder sind noch zusätzliche Tanks in Planung? Die Stadt Grevenmacher hat sich am Freitag mit dieser Frage und mit dem hohen Sicherheitsrisiko beschäftigt.

(nas) -   Seit 2012 verzeichnen die 236 Tankstellen in Luxemburg einen Rückgang zwischen drei und fünf Prozent beim Treibstoffverkauf. Dies geht aus der Tanktourismusstudie hervor, die Ende November vorgestellt wurde.

Eine geringere Nachfrage, bedeutet weniger Einnahmen. Doch welche Folgen hat dies auf die benötigten Erdöl-Lagerkapazitäten? Bis dato konnte Luxemburg die erforderlichen Erdölreserven von 90 Tagen nämlich nicht erreichen. Derzeit belaufen diese sich auf 196 000 Kubikmeter, was einer Reserve für einen Zeitraum von 15 Tagen entspricht. Aus diesem Grund wurde der Ausbau der bestehenden Tanklager beschlossen; eines davon befindet sich im Hafen in Mertert. Dort soll das bisherige Volumen von 62 000 Kubikmetern auf insgesamt 150 000 Kubikmeter erweitert werden.

Treffen am 15. Februar

Es ist ein Thema, das die Gemeinden Grevenmacher, Mertert, Temmels sowie die Verbandsgemeinde Konz seit 2009 beschäftigt. Doch am Freitag stand in der Gemeinderatsitzung in Grevenmacher  insbesondere der Betreiber der Erdöllager im Hafen von Mertert - die Gesellschaft Tanklux - vorgelegte Umweltverträglichkeitsuntersuchung  (UVU) im Fokus. Eine Stellungnahme zu dem vorgelegten Dokument muss bis zum 3. Februar eingereicht werden, am 15. Februar findet schließlich eine Besprechung in der Umweltverwaltung statt - an der auch die Tanklux teilnehmen wird.

In der Gemeinderatsitzung wurde deutliche Kritik an der vorgelegten UVU vorgelegt. Diese war im Vorfeld von externen Beratern, darunter auch dem Ingenieurbüro eneco, im Detail analysiert worden. Zahlreiche Kritikpunkte wurden denn auch in diesem Zusammenhang festgehalten.

Folgt der Ausbau auf 240.000 Kubikmeter?

Im Rahmen der Commodo-Incommodo-Prozedur hatte die  Tanklux die  UVU erstmals  am 13. Oktober 2016 im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen eingereicht. Am 28. Oktober erhielt die Gemeinde dieses Dokument, das scheinbar so manche Überraschung für die Gemeindeverantwortlichen offenbarte. Aus den Papieren würden nämlich klar zwei Varianten hervorgehen, so Bürgermeister Léon Gloden (CSV): einerseits die Südvariante, die sich in direkter Nähe zu der neuen interkommunalen Kläranlage befinden soll und andererseits die Nordvariante, bei der die neuen Tanks sich an die bestehenden Tanks anreihen würden. Das Dokument würde einige Fragen aufwerfen. Dadurch, dass nämlich so oder so eine Fläche frei bleibe, könnte mittelfristig auch dieses Areal ausgebaut werden.

„Bis dato wurde stets damit argumentiert, dass die Erweiterung aufgrund der erforderlichen Tankreserven nötig wäre“, erklärte Gloden. Doch aus den Plänen mit den beiden Varianten gehe deutlich hervor, dass der Ausbau aus rein kommerziellen Zwecken realisiert werde. Geschehe dies, sei mit einem Volumen von insgesamt 240.000 Kubikmetern allein auf dem Hafengebiet zu rechnen. Volumen erreicht werden.

Nächste Hilfe bei Brand im Lager: BASF in Ludwigshafen

Dabei käme dann der nächste Kritikpunkt, der nicht in der UVU aufgegriffen würde: das Sicherheitsrisiko auf der gesamten Anlage. In der vorgelegten Studie habe man den Fokus allein auf die neuen Tanks gelegt. "Hier muss die Gesamtsituation erfasst werden", unterstrich Rainer Klöppner vom Ingenieurbüro.

Was passiert beispielsweise bei einem Brand? Eine Frage, auf die es bis dato keine Antwort gibt und, die in der Studie komplett ausgeschlossen wird. Gewusst ist nur, dass der Löschschaum auf dem Areal lediglich für eine halbe Stunde ausreicht. Der einzige Löschwagen dieser Art befindet sich auf dem Flughafen Findel und darf diesen nicht verlassen. Der nächste Einsatzwagen, der im Falle eines Großbrandes auf dem Hafen eingesetzt werden könnte, steht auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen (D).

Keine Baugenehmigung unter Bürgermeister Gloden

Bürgermeister Léon Gloden fasste am Ende der Sitzung zusammen: "Wir bleiben beim klaren Nein gegen den Ausbau des Hafens." Und: "Ich als Bürgermeister werde keine Baugenehmigung für dieses Vorhaben erteilen."



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