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Grenzen bei Remich und Bollendorf werden geöffnet
Lokales 3 Min. 17.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Grenzen bei Remich und Bollendorf werden geöffnet

Der Grenzübergang bei Remich ist seit Ende März verbarrikadiert. Nun soll die Sperrung wieder aufgehoben werden.

Grenzen bei Remich und Bollendorf werden geöffnet

Der Grenzübergang bei Remich ist seit Ende März verbarrikadiert. Nun soll die Sperrung wieder aufgehoben werden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 17.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Grenzen bei Remich und Bollendorf werden geöffnet

Gute Nachrichten für deutsche Berufspendler: Die Grenzsperrungen bei Remich und Bollendorf könnten bald wieder aufgehoben werden.

(jt/SC) - Wie der CSV-Parteivorsitzende Frank Engel am Freitag auf Facebook mitteilte, wird die Grenzbrücke, die Remich mit dem deutschen Nachbarort Nennig verbindet, wieder geöffnet. "Unsere saarländischen Freunde haben das bewirkt", so Engel, der bei der Gelegenheit auch dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) dankte.  

Am Freitag und am Wochenende bleibt die grenzüberschreitende Verbindung  voraussichtlich noch geschlossen. Ab Montag könnte die Grenzbrücke aber wieder für den Berufspendlerverkehr befahrbar sein. Es liefen diesbezüglich noch Gespräche, hieß es am Freitag aus Behördenkreisen. 


Lokales, Polizei am Freitag bei der Grenze in Remich, Coronavirus, Covid-19, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Deutschland verlängert Grenzkontrollen bis 4. Mai
Deutschland will seine Grenzen zu bestimmten Nachbarländern weiterhin mit Polizei bewachen. Die Maßnahme soll für weitere 20 Tage gelten.

Die saarländische Staatskanzlei bestätigte die Grenzöffnung. "Gerade den Menschen, die tagtäglich zur Arbeit über die Grenzen pendeln, dürfen wir nicht zu große Steine in den Weg legen. Es ist nicht in unserem Sinne, wenn sie kilometerlange Umwege in Kauf nehmen müssen", erklärte Saar-Ministerpräsident Tobias Hans laut einer Pressemitteilung. Neben der Remicher Grenzbrücke soll auch der deutsch-französische Grenzübergang in Kleinblittersdorf wieder geöffnet werden. 

Die Grenzkontrollen sind laut Tobias Hans aber "nach wie vor sinnvoll, da es insbesondere an der französischen Grenze zum Teil trotz strenger Ausgangssperre in Frankreich Zurückweisungen im dreistelligen Bereich gibt". Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sprach indes von einem "weiteren kleinen Schritt in Richtung offener Grenzen". Der politische Druck durch Bürger auf beiden Seiten der Grenze habe Wirkung gezeigt. 

Am Freitagnachmittag kündigte zudem der deutsche Botschafter in Luxemburg, Heinrich Kreft via Facebook an, dass neben dem Übergang zwischen Remich und Nennig auch jener zwischen Bollendorf-Pont und Bollendorf am Freitagabend um 19 Uhr geöffnet werden soll. Grenzkontrollen werden aber auch hier, so wie an allen anderen Übergängen stattfinden. 

Grenzkontrollen dauern noch mehrere Wochen

Deutschland hatte die Grenzen zu Luxemburg und anderen Nachbarstaaten nämlich Mitte März teilweise dicht gemacht. Seitdem finden auch wieder Kontrollen der Polizei statt, die Maßnahme wurde erst diese Woche bis 4. Mai verlängert. Kleinere Übergänge wie jener in Remich wurden mit Barrieren komplett abgeriegelt.


Die Bürgermeister trafen an einem denkwürdigen Ort, nämlich vor dem Denkmal für das Schengener Abkommen.
Europafahne als Mahnung zur Solidarität
Die geschlossene Grenze ist den Gemeinden im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich ein Dorn im Auge. Mit einer gemeinsamen Aktion setzen sie nun ein Zeichen der Solidarität.

Nur Berufspendlern sowie Warentransporteuren ist es erlaubt, die Grenze nach Deutschland zu passieren und das nur an insgesamt neun Stellen (siehe Karte). Generell müssen Reisende einen "triftigen Grund" für die Fahrt nach Deutschland nachweisen. Durch die Grenzkontrollen kommt es immer wieder zu Staus im Berufsverkehr, auch weil Luxemburg-Pendler aus Deutschland teilweise weite Umwege in Kauf nehmen müssen.

Luxemburg hatte die deutschen Grenzkontrollen mehrfach kritisiert, allen voran Außenminister Jean Asselborn (LSAP). Bürgermeister von 13 Gemeinden im luxemburgisch-deutschen Grenzraum richteten zudem einen offenen Brief an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans, in dem sie für offene Grenzen plädierten.

Saarländischer Europaminister begrüßt die Entscheidung

"Durch den Einsatz der Landesregierung können zwei weitere saarländische Grenzübergänge geöffnet werden", so der saarländische Europaminister Peter Strobel in einer Mitteilung am Freitag. Der Europa- und Finanzminister des Saarlandes habe für die Grenzkontrollen beim Bundesfinanzministerium einen Antrag auf Unterstützung durch den Zoll gestellt, nun sei man allerdings in der Lage, die Grenzkontrollen an den beiden zusätzlichen Übergangen selbst durchzuführen.

Strobel informierte Ministerin für die Großregion Corinne Cahen und die französische Europaministerin Amélie de Monchalin über die beiden zusätzlich geöffneten Grenzübergänge und dankte Luxemburg und Frankreich für ihre Unterstützung bei den Grenzkontrollen.

"Corinne Cahen, Amélie de Monchalin und ich freuen uns über die Öffnungen, aber wir hoffen natürlich auf ein baldmögliches Ende der Grenzkontrollen insgesamt", so Peter Strobel.  

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