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Gréngewald wird zum Naturschutzgebiet
Lokales 4 Min. 03.10.2018

Gréngewald wird zum Naturschutzgebiet

So langsam färben sich die Bäume im Gréngewald. Das Naturgebiet soll nun geschützt werden.

Gréngewald wird zum Naturschutzgebiet

So langsam färben sich die Bäume im Gréngewald. Das Naturgebiet soll nun geschützt werden.
Pierre Matgé
Lokales 4 Min. 03.10.2018

Gréngewald wird zum Naturschutzgebiet

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Das Territorium des Gréngewald, nördlich von Luxemburg-Stadt, soll künftig in die Kategorie „Zone protégée d'intérêt national“ fallen. Das hat der Ministerrat entschieden. Zuerst aber sollen die Bürger der betroffenen Gemeinden ihre Meinung dazu äußern.

Der Gréngewald soll in den kommenden Monaten zum landesweit größten Natur- und Landschaftsschutzgebiet werden, das hat am vergangenen Freitag der Ministerrat bewilligt. „Die erste Hürde ist nun überwunden, jetzt geht es in die Phase der öffentlichen Begutachtung. Die sieben betroffenen Gemeinden – Steinsel, Walferdingen, Luxemburg, Lorentzweiler, Junglinster, Niederanven und Sandweiler – müssen in den kommenden Wochen die großherzogliche Verordnung veröffentlichen. Die Bürger haben dann die Möglichkeit, ihre Meinung dazu zu äußern“, erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg gestern auf einer Pressekonferenz.

30 Ortschaften in insgesamt sieben Gemeinden liegen im künftigen Schutzgebiet- Gréngewald. Die Gemeinden, die am meisten davon betroffen sind und zusammen eine Fläche von rund 3 000 Hektar ausmachen, sind Niederanven mit 42 Prozent des Gesamtterritoriums, Steinsel mit 27 Prozent und Junglinster mit elf Prozent. Die restlichen Gemeinden – Lorentzweiler, Walferdingen, Sandweiler und Luxemburg-Stadt – vereinen 740 Hektar der gesamten Zone auf sich.
30 Ortschaften in insgesamt sieben Gemeinden liegen im künftigen Schutzgebiet- Gréngewald. Die Gemeinden, die am meisten davon betroffen sind und zusammen eine Fläche von rund 3 000 Hektar ausmachen, sind Niederanven mit 42 Prozent des Gesamtterritoriums, Steinsel mit 27 Prozent und Junglinster mit elf Prozent. Die restlichen Gemeinden – Lorentzweiler, Walferdingen, Sandweiler und Luxemburg-Stadt – vereinen 740 Hektar der gesamten Zone auf sich.
Grafik: Luxemburger Wort

Zwischen Luxemburg-Stadt im Süden, Niederanven im Osten, Junglinster im Nordosten, Lorentzweiler im Nordwesten und Walferdingen im Westen sollen insgesamt 3 734 Hektar in Zukunft zum nationalen Erbe des Landes gehören. Ein Großteil davon, also rund 93 Prozent, sind Waldflächen, die zusammen ein eigenständiges Ökosystem bilden. „Es ist uns wichtig, die Biodiversität dieses Gebietes zu bewahren und Wälder ökologisch und ordnungsgemäß zu verwalten. Dafür sorgt auch in Zukunft weiterhin die Forstverwaltung“, fügt Carole Dieschbourg hinzu.

Mehr gesichert in weniger Jahren

Im nationalen Interesse steht auch der Schutz der Trinkwasserquellen. Insgesamt sind bereits 82 Prozent der landesweiten Quellen geschützt. Der Gréngewald spielt dabei eine wichtige Rolle: Sechs Prozent des nationalen Trinkwassers, also insgesamt rund 2,8 Millionen Kubikmeter Wasser, werden aus den Quellen des Gréngewald entnommen. Künftig sollen diese Grundwasserquellen ebenfalls zur Schutzzone gehören.

Pierre Matgé

Besonders stolz ist Carole Dieschbourg denn auch auf die Liste der bereits unter der Kategorie „Zones protégées“ liegenden Gebiete: „In den vergangenen fünf Jahren wurden fast so viele Grünflächen zu Schutzzonen erklärt wie in den 26 Jahren zuvor; insgesamt rund 4 000 Hektar. Würde man den Gréngewald dazu zählen, hätte man fast doppelt so viel geleistet wie die Regierung davor.“

Ziel ist es, so die Umweltministerin, die Multifunktionalität der Wälder zu bewahren. Auch Frank Wolter, Direktor der Natur- und Forstverwaltung, ist der Meinung, dass das Schützen des größten Waldes des Landes extrem wichtig ist: „Im Gréngewald gibt es rund 300 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Es liegt also in unserer Verantwortung, diese Gebiete umfangreich zu pflegen.“

Schonende Wartung

Somit ist es auch die Wald- und Forstverwaltung, die sich um den Erhalt der Wälder bemüht. Frank Wolter zufolge sollen in Zukunft deshalb die Arbeiten auf dem Schutzgebiet schonender erfolgen. Der Umgang mit großen Maschinen soll demnach so weit wie möglich vermieden werden. Auch sollen Bäume markiert werden, in denen zum Beispiel Fledermäuse leben.

Zudem sei es wichtig, nicht auf mehreren Plätzen des Waldes gleichzeitig zu arbeiten, sondern die Wartungsarbeiten jeweils auf einen einzigen Platz zu konzentrieren. „So werden Spaziergänger nicht ständig von lauten Geräuschen gestört. Da die Arbeiten dann aber nur schrittweise auf bestimmten Plätzen verlaufen, kann es dazu kommen, dass während fünf Jahren sich an einem anderen Ort des Waldes nichts tut“, so Wolter.

Verschiedene Besitzer

Mehr als die Hälfte der künftig geschützten Fläche unterliegt dem Domaine publique: 37 Prozent gehören dem Staat, 14 Prozent den respektiven Gemeinden und acht Prozent öffentlichen Einrichtungen. Zwei Prozent, also rund 74 Hektar, sind nicht im Kataster registriert. Der restliche Teil, also insgesamt 1 471 Hektar, sind Privatbesitz. Davon gehören rund 841 Hektar (22 Prozent) der großherzoglichen Familie und 17 Prozent Privateigentümern.

Pierre Matgé

Dass Letztere durch die Klassierung der Zone als nationales Erbe benachteiligt werden könnten, glaubt Gilles Biver, im Nachhaltigkeitsministerium Verantwortlicher für den nationalen Naturschutzplan, nicht: „Klar müssen einige Regeln befolgt werden, die zu solch einem Schutzgebiet dazu gehören. Ich denke aber nicht, dass es viele und vor allem auch schwere Auflagen für die Privatbesitzer geben wird. Wir reden ja schließlich fast nur von Waldflächen. Aber auch das Ackerland, das zum Teil in diesem Perimeter zu finden ist, wird keine großen Veränderungen erfahren.“

Mitspracherecht ausüben

In den kommenden Wochen haben die Bürger der entsprechenden Gemeinden die Möglichkeit, mitzureden. „Wir werden dann auch mit Sicherheit mit den Gemeinden zusammenarbeiten, den Einwohnern den Plan de classement vorstellen und eventuelle Fragen beantworten“, versichert Gilles Biver. Erst wenn alle Verhandlungen abgeschlossen sind, kann die nächste Phase der Prozedur anlaufen. „Wir schätzen, dass der Gréngewald in ungefähr ein bis zwei Jahren endgültig zum nationalen Schutzgebiet erklärt werden kann“, hofft Umweltministerin Dieschbourg.


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