Greenpeace Luxemburg

20 Reaktoren nicht erdbebensicher?

Greenpeace Luxemburg zufolge sollten auch die Rektoren in Cattenom sofort stillgelegt werden.
Greenpeace Luxemburg zufolge sollten auch die Rektoren in Cattenom sofort stillgelegt werden.
Foto: Pierre Matgé

(ml) - Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN meldete am Dienstag ein sicherheitsrelevantes Problem, das insgesamt acht Kernkraftwerke in Frankreich betrifft. Neben Cattenom sind auch die Nuklearstandorte in Belleville, Flamanville, Golfech, Nogent, Paluel, Penly und Saint-Alban betroffen.

Die festgestellten Mängel beziehen sich auf die Dieselmotoren, die im Notfall Strom erzeugen sollen, falls die externe Versorgung nicht gewährleistet ist. Derzeit sei nicht erwiesen, dass diese Ersatzmotoren im Fall eines Erdbebens funktionstüchtig seien, heißt es. Die zuständige Behörde stufte das Problem auf das zweitniedrigste Niveau ein.

Die "Autorité de Sûreté Nucléaire" hat die "Electricité de France" (EDF), den Betreiber der  betroffenen Atomzentralen, dazu aufgerufen, die Verankerung der Dieselmotoren zu verstärken. Binnen drei Wochen müsse die Maßnahme in den jeweiligen Reaktoren bei mindestens einem der beiden Motoren umgesetzt werden. Die ASN hat dem Betreiber eine Frist von sechs Wochen zugestanden, um die Mängel völlig zu beheben.

Luxemburgische Regierung soll sich einschalten

EDF teilte am Dienstag in einem Presseschreiben mit, dass bereits in vier Atomkraftwerken ( Paluel, Penly, Flamanville und Golfech) Arbeiten zur Festigung der Motoren durchgeführt worden seien. Derzeit seien in den restlichen 1.300 Megawatt starken Reaktoren  weitere Arbeiten  im Gang, unabhängig davon, ob Defizite aufgedeckt worden seien oder nicht.

Greenpeace Luxemburg zeigt sich in einem Kommunikee besorgt über die neuste Entwicklung. "Was geschieht, wenn sich bereits in den kommenden Tagen ein Erdbeben ereignen würde?", heißt es. Die Umweltorganisation ruft die luxemburgische Regierung dazu auf, sofort bei den französischen Behörden vorstellig zu werden. Greenpeace Luxemburg fordert, dass die französische Atomaufsichtsbehörde die betroffenen Reaktoren umgehend stilllegt.

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