Greenpeace-Aktion

Feuerwerk über Cattenom

(tom/LW/jag) - Französischen Greenpeace-Aktivisten ist es am frühen Donnerstagmorgen gelungen, in sensible Bereiche des Atomkraftwerks Cattenom in Lothringen einzudringen. Das teilte die Umweltorganisation am Donnerstag mit. Dabei sei es ihnen ohne Probleme gelungen, in unmittelbarer Nähe der Abklingbecken ein Feuerwerk abzuschießen, so Greenpeace. 

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Die Aktion hatte zum Ziel, auf die Sicherheitsmängel der Atomanlagen des französischen Stromversorgers EDF aufmerksam zu machen. "Seit Jahren weist Greenpeace immer wieder auf Sicherheitsrisiken hin. Diese Risiken sind den Verantwortlichen bekannt. Aber nichts passiert", so  Yannick Rousselet von Greenpeace.   

Fünf Minuten mit einfachen Leitern

Laut Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg habe man die äußere Absperrung in fünf Minuten überwunden. "Unter Zuhilfenahme von einfachen Leitern standen unsere Aktivisten nach fünf Minuten am Fuße des Gebäudes mit dem Abklingbecken. Wer bösartige Absichten gehabt hätte, wäre also ohne Probleme bis hierhin vorgedrungen."

Laut Spautz sei die Werkspolizei nach fünf Minuten aufgetaucht. Die Greenpeace-Aktivisten seien anschließend festgenommen worden.  Die EDF verurteilte die Aktion in einer Mitteilung als illegal. Die acht französischen Aktivisten wurden auf verschiedene Kommissariate verbracht. Laut der französischen Staatsanwaltschaft riskieren sie wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung Haftstrafen von bis zu maximal fünf Jahren.

Umweltministerin Carole Dieschbourg zeigte sich besorgt darüber, dass die Greenpeace-Aktivisten auf das Gelände des Kernkraftwerkes vordringen konnten. Laut eigenen Aussagen wolle sie ihren französischen Amtskollegen in Kürze um weitere Informationen bitten. Außenminister Jean Asselborn hat zudem ein Treffen der französisch-luxemburgischen Kommission für Nuklearsicherheit einberufen.

Greenpeace hatte Anfang der Woche den Behörden einen Bericht von sieben unabhängigen Experten zu Reaktorsicherheit zukommen lassen. Darin werden vor allem extreme Sicherheitslücken im Bereich der Abklingbecken hervorgehoben. Diese seien schlecht gegen Angriffe oder Manipulationen von außen geschützt. Ein Zwischenfall in einem dieser Gebäude könnte schlimmere Folgen haben, als die Katastrophe von Fukushima in Japan im März 2011, so der Bericht.