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Goesdorf: Schöffenrat ist offiziell gestürzt
Lokales 03.01.2019

Goesdorf: Schöffenrat ist offiziell gestürzt

Die Gemeinde Goesdorf geht nach der Abwahl des Schöffenrats wohl politisch unruhigen Zeiten entgegen.

Goesdorf: Schöffenrat ist offiziell gestürzt

Die Gemeinde Goesdorf geht nach der Abwahl des Schöffenrats wohl politisch unruhigen Zeiten entgegen.
Foto: John Lamberty
Lokales 03.01.2019

Goesdorf: Schöffenrat ist offiziell gestürzt

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Nachdem zuletzt eine Mehrheit der Ratsmitglieder in Goesdorf die Budgetvorlage gekippt hatte, wurde am Donnerstag nun auch der Schöffenrat in einem Misstrauensvotum mehrheitlich abgewählt. Die Gemeinde geht damit politisch unsicheren Zeiten entgegen.

Nachdem kurz vor Weihnachten eine Mehrheit der Ratsmitglieder in Goesdorf die Budgetvorlage für das neue Jahr gekippt hatte, wurde am Donnerstag nun auch der Schöffenrat um Bürgermeisterin Christa Majerus-Schmitz in einem offiziellen Misstrauensvotum mit den Stimmen des Schöffen Claude Gilson sowie der Ratsmitglieder Jean-Paul Mathay, Christian Flora, Norbert Maes und Marc Keilen mehrheitlich abgewählt.

War das Votum an sich auch nach wenigen Sekunden beendet, so begann der eigentliche Showdown erst nach Aufhebung der Sitzung. Vor der versammelten Presse und einer ansehnlichen Zahl an Bürgern im Tagungssaal nutzten nämlich beide Lager die Gelegenheit, um ihren Standpunkt nochmals in deutlichen Worten klarzustellen.

Vorwürfe über Vorwürfe

Während Rat Jean-Paul Mathay der Gemeindeführung vor allem einen krassen Mangel an Transparenz, Respekt und Teamwork vorwarf, der letztlich kein Vertrauen mehr übrig gelassen habe, sprachen Bürgermeisterin Christa Majerus-Schmitz und Schöffe Marc Siebenaller von einem politischen Coup, der einzig und allein auf der Wahlschlappe des ehemaligen Bürgermeisters Norbert Maes und dem persönlichen Trachten von Rat Jean-Paul Mathay nach dem Bürgermeisteramt beruhe.

Wie es nun vor Ort weitergeht, dürfte eine spannende Frage bleiben. Der desavouierte Schöffenrat bleibt vorerst jedenfalls bis zur Kenntnisnahme des Misstrauensvotums durch die Innenministerin im Amt. Anschließend muss der Gemeinderat dann in den eigenen Reihen einen neuen Schöffenrat nominieren und absegnen.

Bürgermeisterin Christa Majerus-Schmitz ließ gegenüber dem "Luxemburger Wort" wissen, dass sie auch nach dem Rückschlag vom Donnerstag weiter als Ratsmitglied im Gemeinderat bleiben will und - wenn aktuell auch ohne Mehrheit - gegebenenfalls eine Gegenkandidatur gegen einen neu vorgeschlagenen Schöffenrat lancieren wolle.


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