Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Glyphosatverbrauch in Luxemburg geht zurück
Lokales 28.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Glyphosatverbrauch in Luxemburg geht zurück

Ab 2020 soll der Einsatz von Glyphosat in Luxemburg komplett verboten werden.

Glyphosatverbrauch in Luxemburg geht zurück

Ab 2020 soll der Einsatz von Glyphosat in Luxemburg komplett verboten werden.
shutterstock
Lokales 28.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Glyphosatverbrauch in Luxemburg geht zurück

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Herbizid Glyphosat, dessen Einsatz 2020 in Luxemburg verboten wird, wird immer noch stark genutzt

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wird trotz eines angekündigten Verbots in Luxemburg weiterhin intensiv eingesetzt. Allerdings geht die eingesetzte Gesamtmenge in der Landwirtschaft zurück. Dies belegen Zahlen, die Umweltministerin Carole Dieschbourg im Zuge ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Jeff Engelen (ADR) vorlegt.


(FILES) In this file photo taken on July 09, 2018  Roundup products are seen for sale at a store in San Rafael, California. - Monsanto was ordered on March 27, 2019 to pay some $81 million to an American retiree who blames his cancer on the agribusiness giant's weedkiller Roundup. A San Francisco jury found the firm had been "negligent by not using reasonable care" to warn of the risks of its product, ordering it to pay Edwin Hardeman $75 million in punitive damages, $5.6 million in compensation and $200,000 for medical expenses. The same jury previously found that a quarter century exposure to Roundup, whose principal ingredient is controversial chemical glyphosate, was a "substantial factor" in giving the 70-year-old Hardeman non-Hodgkin's lymphoma. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
Monsanto muss hohen Schadenersatz zahlen
Der teure US-Zukauf Monsanto wird für den Pharmariesen Bayer zum immer größeren Risiko. Wegen ihres umstrittenen Unkrautvernichters Roundup wurde die Tochter nun zu hohem Schadenersatz verurteilt.

So ist der jährliche Verbrauch in der Landwirtschaft von im Schnitt 17 Tonnen auf 12,9 Tonnen im Jahr 2016 zurückgegangen. Für die Jahre 2017 und 2018 liegen noch keine Zahlen vor. Die Umweltministerin stützt sich dabei auf die Zahlen, die der Service d'économie rurale aufgrund von Buchführungsresultaten ermittelt hat. Laut Carole Dieschbourg mache es wenig Sinn, sich beim Glyphosateinsatz auf die Verkaufszahlen zu verlassen. So sei der Handel erst seit September 2017 dazu verpflichtet, Angaben zum Verkauf von Spritzmitteln an die zuständige Verwaltung weiterzuleiten. Zudem würden Im- und Exporte diese Zahlen verfälschen.

Während keine Zahlen zum Verkauf an Privatpersonen vorliegen, so kann die Ministerin aber mitteilen, dass auch die nationale Eisenbahngesellschaft CFL ein großer Abnehmer ist. Allerdings sind die Volumen auch hier rückläufig. Sie gingen von 6.400 Liter im Jahre 2009 auf 1.505 Liter im Jahre 2016 zurück.

Ende 2020 soll Schluss sein

Glyphosat ist einer der am meisten benutzten Wirkstoffe in Herbizidprodukten. Die Firma Monsanto vermarktete die Chemikalie unter dem Namen Roundup. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) kam im März 2015 zum Ergebnis, dass es  Nachweise für das Krebs erzeugende Potenzial von Glyphosat beim Menschen gebe. Dies hätten Studien an Ratten und Mäusen bewiesen. Dieser Bewertung widersprachen andere Instanzen, etwa die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA).

2017 wurde Glyphosat für weitere fünf Jahre in der EU zugelassen. Luxemburg, das dagegen stimmte, will den Einsatz laut Koalitionsvertrag bis Ende 2020 verbieten. Erst im Oktober 2018 hatte ein US-Gericht überraschend ein Urteil gegen Monsanto bestätigt, in dem erstmals Glyphosat für die Krebserkrankung eines Klägers verantwortlich gemacht wurde. Bayer, der neue Besitzer des Monsanto-Konzerns, hat immer wieder beteuert, dass Glyphosat sicher sei. In den USA sind derzeit rund 9.300 Klagen wegen Glyphosat anhängig.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Urteil des Sozialgerichtes könnte weitreichende Folgen haben. Ein Gärtner soll durch den beruflichen Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln an Krebs erkrankt sein.
Der Gärtner arbeitete jahrelang ohne adäquaten Schutz mit Pflanzenschutzmitteln.