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Glyphosat: CFL verzichtet "frühestens 2021"
Lokales 14.07.2020

Glyphosat: CFL verzichtet "frühestens 2021"

Ohne effiziente Unkrautbekämpfung könnten Lebensdauer und Stabilität der Gleise sinken, heißt es seitens der Regierung.

Glyphosat: CFL verzichtet "frühestens 2021"

Ohne effiziente Unkrautbekämpfung könnten Lebensdauer und Stabilität der Gleise sinken, heißt es seitens der Regierung.
Foto: Armand Wagner
Lokales 14.07.2020

Glyphosat: CFL verzichtet "frühestens 2021"

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Während künftig alle staatlichen Pachtverträge durch ein Glyphosat-Einsatzverbot angepasst werden, darf die CFL womöglich länger an dem Pflanzenschutzmittel festhalten. Der Grund: Es gibt derzeit keine Alternative.

Infolge des nationalen Glyphosat-Verbots hat die Regierung beschlossen, sämtliche Pachtverträge für staatliche Flächen anzupassen und den Einsatz des Pflanzenschutzmittels auf diesen zu untersagen. Für das Eisenbahnnetz, das zu 100 Prozent auf Staatsflächen liegt, gilt dies aber offenbar bis auf Weiteres nicht, wie die CSV-Fraktionsvorsitzende Martine Hansen nun in einer parlamentarischen Anfrage an die Ressortminister François Bausch (Déi Gréng) und Romain Schneider (LSAP) bemerkt.


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Auf eine vorherige Anfrage sei nämlich mitgeteilt worden, dass die CFL - auf der Suche nach Alternativen - "frühestens ab 2021" auf Produkte mit dem Glyphosat-Wirkstoff verzichten werde, so Martine Hansen.

Folgen für Gleiszustand angeführt

Wie die Minister in ihrer Antwort bestätigen, gebe es zurzeit bei der Bahn in der Tat keine gleichermaßen effiziente Alternative zum Einsatz glyphosathaltiger Produkte. Werde das Unkraut im Bereich des Gleiskörpers aber nicht effizient bekämpft, so stiegen die Kosten der Instandhaltung, während die Lebensdauer und die Stabilität des Gleises sinken könnten.

Derzeit analysiere man aber Pilotprojekte der Eisenbahngesellschaften in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich und Belgien, bei denen Alternativen zum Glyphosat getestet würden, darunter die Unkrautbekämpfung mit heißem Wasser, Strom oder Feuer. Die CFL selbst teste keine Alternativen, so Bausch und Schneider.


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Wie ferner zu erfahren ist, wurden 2019 210 Liter Round-Up Ultra, 1.510 Liter Zapper und 70 Liter Genoxone an den Bahnstrecken und Bahnhöfen des Landes eingesetzt. 2017 waren es noch 300 Liter Roundup Ultra, 1.450 Liter Zapper und 66 Liter Genoxene.

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