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Glyphosat bei der Bahn
Lokales 2 Min. 11.11.2019

Glyphosat bei der Bahn

Das gesamte Schienennetz der CFL wird regelmäßig mit Herbiziden behandelt.

Glyphosat bei der Bahn

Das gesamte Schienennetz der CFL wird regelmäßig mit Herbiziden behandelt.
shutterstock
Lokales 2 Min. 11.11.2019

Glyphosat bei der Bahn

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Mobilitätsministerium will den Einsatz des Herbizids weiter verringern. Auch die CFL suchen nach Alternativen.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft CFL bleibt weiterhin einer der größten Einzelbenutzer des Totalherbizids Glyphosat. In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Jeff Engelen bestätigen Mobilitätsminister François Bausch und Umweltministerin Carole Dieschbourg, dass die Produkte Roundup Ultra und Zapper zum Einsatz kommen. Beide Produkte enthalten den Wirkstoff Glyphosat und werden komplementär zueinander eingesetzt.

Spritzzug fährt zweimal im Jahr

Der sogenannte Spritzzug bringt die Produkte auf dem gesamten Gleisnetz aus, dies einmal im Frühling und einmal im Herbst. Mit diesen Spritzkampagnen soll der Gleiskörper so weit wie möglich von Unkraut befreit werden. Laut beiden Ministern würde das Mittel so effektiv wie notwendig und so sparsam wie möglich eingesetzt werden. So werden Brücken, Wassergräben und andere schützenswerte Objekte zum Beispiel von der Spritzaktion ausgespart.

Einsatz geht zurück

2009 versprühte die CFL auf diese Weise insgesamt rund 6400 Liter Glyphosat. 2016 hingegen waren es nur noch 1500 Liter des Wirkstoffs.


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Glyphosatverbrauch in Luxemburg geht zurück
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Laut Mobilitätsminister François Bausch wurde 2017 und 2018 auf die Produkte Zapper und Genoxone zurückgegriffen. Insgesamt wurden in diesen beiden Jahren 2 000 Liter glyphosathaltiges Zapper erstanden, das zweitgenannte Produkt wurde nicht nachbestellt. Laut beiden Ministern würde nach Alternativen gesucht, um gänzlich auf das Produkt zu verzichten.

Versuche mit Alternativmitteln

Experimentiert würde unter anderem mit Brennmitteln, mit Infrarotstrahlern und mit Heißdampf. Die Resultate sind bisher aber nicht zufriedenstellend. Allerdings wird auch an baulichen Methoden gearbeitet, um den Pflanzenwuchs zu verhindern. Zudem würden glyphosathaltige Produkte auch bei den CFL bei Einsetzen eines Verbotes durch andere Produkte ersetzt.

Bäume und Sträucher können für Eisenbahnanlagen regelrecht zur Gefahr werden: Kabeltrassen können zuwachsen, der Gleiskörper kann destabilisiert werden oder die Sicht auf Signalanlagen kann beeinträchtigt werden.

Strikte Vorgaben

Für den Bewuchs der Böschung gelten deshalb strikte Vorgaben: Zwischen dem Schotterbett und den Pylonen der Oberleitung darf überhaupt nichts wachsen, ein zwei Meter breiter Streifen hinter den Pylonen ist hingegen für Hecken, Sträucher und Bäume tabu. Mit zunehmender Entfernung zum eigentlichen Gleis ist dann dichterer und höherer Bewuchs erlaubt.

Außer den CFL setzten auch die technischen Dienste der Landwirtschaftsverwaltung ASTA Glyphosat auf Versuchsfeldern ein. Von anderen staatlichen Akteuren ist nicht bekannt, dass sie das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel benutzen würden. Sowohl der Fonds du Kirchberg als auch das Weinbauinstitut verzichten auf das Produkt. Das Gleiche gilt für die Straßenbauverwaltung, die seit Jahren kein Glyphosat mehr eingesetzt. Hier gilt seit längerem schon das Prinzip des „fauchage tardif“ längs der Straßenränder.


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