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Gleissperrung nicht angeordnet: Kein Hinweis auf weiteres Todesopfer
Am Unfallort war am Donnerstag ein Gleis gesperrt. Der Zugverkehr rollte über eine Umleitung.

Gleissperrung nicht angeordnet: Kein Hinweis auf weiteres Todesopfer

Foto: Guy Jallay
Am Unfallort war am Donnerstag ein Gleis gesperrt. Der Zugverkehr rollte über eine Umleitung.
Lokales 02.03.2017

Gleissperrung nicht angeordnet: Kein Hinweis auf weiteres Todesopfer

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die französischen Eisenbahnergewerkschaften stellen ihre Kundschaft wieder einmal auf die Probe. Jetzt sorgt ein aus Gründen der Untersuchung gesperrter Gleisabschnitt für Verstimmung.

(vb/jag) – Der Eisenbahnverkehr zwischen Thionville und Luxemburg ist seit gestern Morgen wegen gewerkschaftlicher Aktionen erneut stark gestört. Viele französische Lokführer beriefen sich auf den sogenannte „Droit de retrait“. SNCF-Sprecher Didier Wallerich empfahl, auf andere Transportmittel zurückzugreifen.

„Keine Sicherheitsbedenken“

Grund ist die CFL-Ankündigung zur Sperrung der Teilstrecke bei Bettemburg zu Untersuchungszwecken. Am Montag hat der zuständige Untersuchungsrichter zusammen mit Vertretern der Kriminalpolizei und der Verwaltung für technische Untersuchungen beim Nachhaltigkeitsministerium die Unfallstelle besichtigt.

Dabei sei die Bahnstrecke Bettemburg-Thionville laut der Staatsanwaltschaft Luxemburg nicht gesperrt worden. Auch später habe der Untersuchungsrichter keine Sperrung angeordnet. Auf Anfrage vom „Luxemburger Wort“ sagte die CFL, sie habe gestern ein Gleis der zweigleisigen Strecke bis auf Weiteres geschlossen, um sie für eventuell anstehende, weitere Untersuchungen zur Verfügung zu stellen. Auf den Bahnverkehr habe dies aber keine Auswirkungen gehabt, weil eine kleine Umleitung eingerichtet worden sei.

Die französischen Gewerkschaften beklagten ihrerseits, dass die CFL diese Sperrung der französischen Seite nicht mitgeteilt habe. Die Entscheidung sorgte dort für Irritationen, man befürchtete, das Gleis sei aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.

Die CFL beruft sich ihrerseits auf das Untersuchungsgeheimnis. „Wäre bei der Untersuchung ein Sicherheitsproblem festgestellt worden, hätte der Untersuchungsrichter die Sperrung der Strecke angeordnet“, so CFL-Sprecher Mike van Kauvenbergh. Mit der Mitteilung der Staatsanwaltschaft sei nun aber klar gestellt, dass dies nicht der Fall sei.

„Kein Passagier vermisst“

In ihrer Mitteilung sprechen die französischen Eisenbahnergewerkschaften CGT, sudrail und CFDT von einer explosiven Sitzung mit der regionalen SNCF-Leitung. Diese haben den Eisenbahnern mit Strafmaßnahmen gedroht, falls diese die Arbeit nicht wiederaufnehmen würden. Die französischen Gewerkschaften hatten zudem von einem weiteren Opfer gesprochen, welches in den Trümmern des Zuges geborgen worden sei. Die Luxemburger Staatsanwaltschaft dementierte dies. Es gebe keine Hinweise auf eine zweite Leiche, auch werde kein Passagier vermisst.

Aufschlüsse über die Ursache des tödlichen Zugunglücks werden von den Fahrtenschreibern des Regionalzugs und des Güterzugs erwartet. Ein Schweizer Experte wertet diese derzeit aus. Wann die Ergebnisse vorliegen, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht abzusehen.


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