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Gielt Band: Äpfel aus Nachbars Garten
Lokales 23.09.2021
Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

Gielt Band: Äpfel aus Nachbars Garten

Geklaute Äpfel schmecken bekanntlich am besten, doch hier ist der Mundraub ausdrücklich erlaubt.
Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

Gielt Band: Äpfel aus Nachbars Garten

Geklaute Äpfel schmecken bekanntlich am besten, doch hier ist der Mundraub ausdrücklich erlaubt.
Foto: Volker Bingenheimer
Lokales 23.09.2021
Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

Gielt Band: Äpfel aus Nachbars Garten

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
3.000 Bäume im ganzen Land tragen seit einigen Tagen ein gelbes Stoffband. Hier darf sich jeder am reifen Obst bedienen.

Wer einen Baum mit Bändchen findet, darf gerne die Hand ausstrecken und die reifen Früchte pflücken. 33 Gemeinden in Luxemburg beteiligen sich an der Aktion „Gielt Band“, mit der das Landwirtschaftsministerium ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen will.

Viele Gartenbesitzer kennen es: In manchen Jahren tragen Kirsch-, Apfel- oder Birnbäume viel mehr Früchte, als eine Familie verzehren kann. Wenn dann die Marmeladen- und Einkochgläser im Keller stehen und auch die Nachbarn beschenkt sind, fällt das restliche Obst kiloweise ungenutzt auf den Boden.


Damit Bürger besser erkennen, an welchen öffentlichen Plätzen der Mundraub erlaubt ist, markiert die Gemeinde Schengen Bäume und Sträucher mit einem gelben Bändchen.
Schengen setzt Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung
An vielen Plätzen in Gemeinden können Bürger selbst Obst und Beeren pflücken, nutzen dies jedoch selten. Schengen will dies nun ändern.

Kostenlos und völlig legal

Das Ministerium und der Gemeindeverband Syvicol haben deshalb die Gemeinden aufgerufen, Obstbäume auf öffentlichen Grundstücken mit dem gelben Bändchen aus biologisch abbaubarer Baumwolle zu markieren. Anwohner aus der Umgebung können dort kostenlos und völlig legal zugreifen.

In Remich ist ein 60 Ar großer Obstgarten mit Apfelbäumen unterhalb des Weinbauinstituts IVV schon seit Jahren offen für die Allgemeinheit. Bei der Auftaktveranstaltung zur Aktion „Gielt Band“ sagte Landwirtschaftsminister Romain Schneider in Remich zwischen den Apfelbäumen, dass das Angebot sehr beliebt sei. „Schon früh morgens kommen die ersten Anwohner, um die reifen Früchte zu pflücken.“


Eco Box - Gaspillage alimentaire - Photo : Pierre Matgé
Ab in die Dose statt in die Tonne
Weniger Plastik – das hat die EU-Kommission vergangenen Montag gefordert. Luxemburg startet jetzt ein Pilotprojekt: Die ECOBOX soll Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung reduzieren.

Ein Drittel für die Tonne

Schneider wies auf die traurige Berechnung der Vereinten Nationen hin, dass ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verderben oder verschwendet werden. „In diesen Lebensmitteln stecken viele Ressourcen und viel Arbeit drin“, meinte der Minister. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2021 zum Jahr von Obst und Gemüse erklärt und weisen damit auf die wichtige Rolle dieser Lebensmittel für eine nachhaltige Entwicklung hin.

Der Obstgarten in Remich erfreut sich bei den Anwohnern großer Beliebtheit.
Der Obstgarten in Remich erfreut sich bei den Anwohnern großer Beliebtheit.
Foto: Volker Bingenheimer

Zum nationalen Tag gegen die Lebensmittelverschwendung am 29. September hat das Ministerium Vereine, Organisationen und Privatleute aufgerufen, sich mit kreativen Projekten gegen die Lebensmittelverschwendung zu melden. Dafür sind 10.000 Euro Preisgeld reserviert.

Syvicol-Vizepräsident Guy Wester lobte das Engagement der beteiligten Gemeinden und hofft, dass es 2022 noch mehr werden.

An der Aktion „Gielt Band“ können sich auch private Gartenbesitzer beteiligen, die ihre Obstbäume öffentlich zugänglich machen wollen. Nach vorheriger Anmeldung unter der E-Mail-Adresse antigaspi@ma.etat.lu bekommen sie das gelbe Band zugeschickt.


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