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Gesunder und untypischer Jahrgang
Lokales 16.10.2018

Gesunder und untypischer Jahrgang

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Der diesjährige Weinjahrgang 2018 ist ein außergewöhnlicher. Die Qualität des Leseguts ist hervorragend und es wurden viel mehr Trauben geerntet als die anfangs geschätzten 100.000 Hektoliter.

Nachdem bei der Weinlese 2016 wegen der Krankheiten und im vergangenen Jahr wegen des Spätfrosts im April geringere Traubenmengen geerntet worden waren, konnten die rund 300 Winzer an der luxemburgischen Mosel in diesem Jahr aufatmen. Die Reben blieben diesmal von Krankheiten und Frost verschont. Und dank des hervorragenden Wetters reiften die Trauben besonders schnell, sodass die Winzer an der Mosel drei Wochen früher als sonst mit der diesjährigen Traubenernte beginnen konnten.

Die Traubenernte ist vorüber. Nur in einigen Parzellen reifen kleine  
Traubenmengen weiter für die Spätlese, den Strohwein oder den Eiswein.
Die Traubenernte ist vorüber. Nur in einigen Parzellen reifen kleine Traubenmengen weiter für die Spätlese, den Strohwein oder den Eiswein.
Foto: Anne-Aymone Schmitz

Nun Mitte Oktober ist die Weinlese weitestgehend abgeschlossen. Nur wenige Winzer ernten zurzeit noch in einigen Parzellen Trauben für die Spätlese. Zeit demnach, um die Bilanz der diesjährigen Weinlese zu ziehen.

In der Hälfte der Traubenlese waren die Experten des Institut viti-vinicole (IVV) in Remich noch davon ausgegangen, dass bei der diesjährigen Weinlese nur 100 000 Hektoliter Trauben geerntet würden, wobei in diesem Fall die Erntemengen leicht unter dem zehnjährigen Durchschnitt gelegen hätten. „Die detaillierten Statistiken liegen zwar noch nicht vor. Es werden aber wohl eher 130 000 Hektoliter sein. Dies entspricht dem 20-jährigen Durchschnitt bei Weinlesen“, sagt André Mehlen von der Abteilung Weinkontrolle des staatlichen Weinbauinstituts.

Kräftigere und runde Weine

Weil sie von Frost und Krankheiten verschont blieben, wurden bei der Lese sehr reife und gesunde Trauben geerntet. „Das Lesegut ist von einer außergewöhnlichen Qualität und weist hohe Mostgewichte auf. Die Öchslewerte sind nicht zu hoch, aber dennoch höher als sonst. Die Weine des Jahrgangs 2018 sind untypisch. Es werden kräftigere und runde Weine sein, wie wir sie hierzulande eigentlich nicht kennen“, meint André Mehlen.


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Traubenlese schon im August - das gab's erst ein Mal
Ende August und damit außergewöhnlich früh hat am Donnerstag die Weinlese an der Luxemburger Mosel begonnen. Der erste Winzer, der die für den Weinbau entscheidende Jahreszeit einläutete, war Henri Ruppert aus Schengen.

Wegen der außergewöhnlichen Witterungsbedingungen erlaubte das Agrarministerium in diesem Jahr den Winzern auch, dem Wein Säure beizufügen.

Weil die Quantität in diesem Jahr stimmte, haben einige Winzer noch nicht alle Trauben geerntet. Mit den an den Reben verbleibenden Beeren werden sie in den nächsten Monaten Nischenprodukte wie Spätlese, Strohwein und Eiswein herstellen.

Für Letzteren müssen die überreifen Trauben bekanntlich eine Nacht lang bei Temperaturen von mindestens Minus sieben Grad Celsius gefrieren, ehe sie gepresst werden dürfen. Im Vergleich zu den Vorjahren hätten bisher mehr Winzer der Weinkontrolle mitgeteilt, dass sie Spätlese oder Strohwein produzieren werden, so André Mehlen abschließend.


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Die Konsequenzen der Dürre im Weinbau, Remich, le 07 Aout 2018. Photo: Chris Karaba
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