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Geselligkeit, aber kein „Halli-Galli“
Lokales 2 Min. 24.03.2012

Geselligkeit, aber kein „Halli-Galli“

Alain Krier, der Wirt im „Café Au Bon Coin“ in Wellenstein.

Geselligkeit, aber kein „Halli-Galli“

Alain Krier, der Wirt im „Café Au Bon Coin“ in Wellenstein.
Foto: Serge Waldbillig
Lokales 2 Min. 24.03.2012

Geselligkeit, aber kein „Halli-Galli“

Der urige Moselort Wellenstein versprüht eine nostalgische Dorfatmosphäre, die nur ab und zu durch durchfahrende Lastkraftwagen gestört wird. Eigentlich der ideale Ort, um nach einem typischen „Bopebistro“, wie Serge Tonnar sie im Lied zu seiner aktuellen „Bopebistro-Tour“ beschreibt, zu suchen.

 Wir versuchen unser Glück bei Alain Krier, im „Café Au Bon Coin“. Erwartungen, nach einer ruhigen Ansammlung älterer Personen, werden jedoch nicht erfüllt. Bei den bisherigen Besuchen der „Bopebistro“-Reihe, wurde das Klischee, was die Kundschaft anbelangt, stets besser bedient. Nicht so in Wellenstein. Hinter der Tür zur „Duerf-Wiertschaft“ verbirgt sich kein fast leeres Lokal, oder eine „gute Stube“, in der einige ältere Herren gemütlich Zeitung lesen oder mit den Karten spielen. Mitnichten. Gegröle kommt uns entgegen. Nicht ohne Grund. Es ist Samstagnachmittag und das deutsche Fernsehen überträgt die Spiele der Bundesliga – in Konferenzschaltung. Da herrscht im „Bon Coin“ Hochbetrieb.

Familienbetrieb in der vierten Generation

Trotzdem empfindet Alain, der noch recht junge „Bope-Wirt“, den Ausdruck „Bopebistro“ als zutreffend. „Ich habe das Lokal 2009 von meinem verstorbenen Vater übernommen. Somit betreiben wir die Wirtschaft seit mindestens vier Generationen, ... und für die fünfte ist gesorgt!“ fügt er scherzend hinzu.

Ob er das Lokal nach der Übernahme modernisiert habe, wollen wir wissen. „Klar, ... ich habe eine Dart-Scheibe angebracht!“ Und das soll auch in Zukunft die einzige Neuerung bleiben. Alain findet Tradition wichtig. Dazu gehört seinem Verständnis nach auch ein Dorfcafé, das noch so aussieht wie früher. Zur Kundschaft zählen Jugendliche aus der Umgebung, aber auch die Musikgesellschaft lässt sich häufig blicken.

Ab und zu Karaoke und einmal im Jahr ein "Fuesbal"

„Ansonsten gibt es hier nicht so viele Vereinigungen. Im Dorf gibt es auch Ausländer – Portugiesen und Jugoslawen – , von denen schauen einige regelmäßig vorbei. Auch neu zugezogene Luxemburger lassen sich des Öfteren blicken“, erklärt Alain. Veranstaltungen wie das Konzert von Serge Tonnar und Legotrip gibt es bei Alain eher selten. „Von Zeit zu Zeit veranstalten wir Karaoke, ... und unseren ,Fuesbal‘, aber das ist nicht die Regel.“

Alain ist es ein Begehren, dass die Kunden untereinander diskutieren können. Laute Musik und „Halli-Galli“ sind da fehl am Platz. „Wir übertragen samstags stets die Fußballspiele. Einige Kunden bringen was zu essen mit, das stellen wir auf den Tisch und dann schauen wir gemeinsam das Spiel.“ So funktioniert das im „Bon Coin“.

Der Atmosphäre und der Dekoration nach zu urteilen, ganz klar ein „Bopebistro“. Vom Alter der Kundschaft her, eher nicht. Doch auch hier soll es schon vorgekommen sein dass so manch einer am Tresen eingeschlafen ist, und erst tags darauf geweckt wurde. Altersermüdung war das wohl eher nicht.

  • Ein mywort-Video zu diesem Bericht gibt es hier.