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Geschlossenes Stahlwerk Schifflingen: Ein Geschenk mit vielen offenen Fragen
Lokales 2 Min. 03.02.2016

Geschlossenes Stahlwerk Schifflingen: Ein Geschenk mit vielen offenen Fragen

Hier entsteht viel Platz für Immobilienprojekte.

Geschlossenes Stahlwerk Schifflingen: Ein Geschenk mit vielen offenen Fragen

Hier entsteht viel Platz für Immobilienprojekte.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 03.02.2016

Geschlossenes Stahlwerk Schifflingen: Ein Geschenk mit vielen offenen Fragen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Stahlwerk in Schifflingen soll einer ehrgeizigen Büro- und Wohnansiedlung weichen. Sorgen bereiten den Gemeinden Esch und Schifflingen die Altlasten auf dem Gelände.

(jag/ml) - Das Stahlwerk in Schifflingen soll einer ehrgeizigen Büro- und Wohnansiedlung weichen. Sorgen bereiten den Gemeinden Esch und Schifflingen die Altlasten auf dem Gelände.

Das Gelände liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Esch/Alzette und Schifflingen. Dort fühlen sich die Bürgermeister übergangen. "Die Direktion hatte uns versprochen, uns ins Bild zu setzen sobald eine Entscheidung fallen würde. Wir wurden jetzt vor die Tatsachen gestellt", so Roland Schreiner, Bürgermeister von Schifflingen.

Brief an Minister Schneider

Zwar sei grundsätzlich zu begrüßen, dass auf dem Gelände Wohnungsbau geplant sei. Bei der Detailplanung was Infrastruktur, Verkehrsanbindung und Bauprojekte betrifft habe man aber eigene Vorstellungen. Hier wolle man auf jeden Fall ein Wort mitzureden haben. Dies sieht man in Esch ähnlich.

Die zweitgrößte Stadt des Landes steht unter hohem Flächendruck, freies Baugelände ist Mangelware. Mit den Worten "wir waren seit Monaten in regelmäßigen Gesprächen mit Arcelormittal, jetzt werden wir plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt", stört sich Bürgermeisterin Vera Spautz vor allem am Umstand, dass man nicht über die brachliegenden Standorte "Terres Rouges" und "Schlassgoart" verhandeln konnte.

Die Bürgermeister von Esch und Schifflingen haben jetzt einen Brief an Wirtschaftsminister Etienne Schneider geschickt, um in dieser Angelegenheit Gehör zu finden.

Die Sanierungsfrage

Zu klären bleibt auch die Frage der Sanierung des nach 100 Jahren Industrieaktivität wohl stark verschmutzten Geländes. Laut ArcelorMittal Studie übersteigt der Wert des Geländes bei weitem die Sanierungskosten. Dies werden aber wohl unabhängige Studien erst erweisen müssen, Agora wird diese durchführen lassen.

Sollte die Sanierung teurer als das Gelände sein, soll ArcelorMittal diese Kosten übernehmen. Sollte das Immobilienprojekt wirtschaftlich unrentabel sein, werden der Staat und ArcelorMittal das Gelände behalten und die Sanierungskosten gemeinsam tragen. Von konkreten Zahlen wollte bis zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand reden.  

Marc Spautz will Klarheit

Auch CSV-Chef Marc Spautz fordert so früh wie möglich Klarheit.

Der CSV-Parteichef und gebürtige Schifflinger Marc Spautz bedauerte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz das endgültige Aus des Schifflinger Stahlwerks. Er forderte die Regierung und die Verantwortlichen von ArcelorMittal dazu auf, ihre Pläne in Kürze der Öffentlichkeit vorzustellen. Auf gar keinen Fall dürfe es bloß bei Ankündigungen und leeren Worten bleiben. Das ehemalige Gelände von ArcelorMittal Esch/Schifflingen habe ein enormes Entwicklungspotenzial, das beiden Städte die Möglichkeit biete, zusammenzuwachsen.

Spautz erinnerte daran, dass im Jahr 2005 bei der Schließung des Arcelor-Werkes in Düdelingen, damals vielversprechende Pläne in Aussicht gestellt worden seien. Abgesehen vom Bau des CNA und der Instandsetzung des Wasserturms sei jedoch wenig von den Versprechen in die Tat umgesetzt worden. Ein derartiger Vorfall dürfe sich nicht wiederholen, so Spautz.


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