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Gerichtschronik: Von Schlafmitteln und Blutspuren
Lokales 15.05.2021

Gerichtschronik: Von Schlafmitteln und Blutspuren

Gerichtschronik: Von Schlafmitteln und Blutspuren

Grafik: Sabina Palanca
Lokales 15.05.2021

Gerichtschronik: Von Schlafmitteln und Blutspuren

Jeden Samstag werfen die Gerichtsreporter des „Luxemburger Wort“ einen ganz persönlichen Blick auf die Prozesse der vergangenen Woche. Welche Verfahren haben sie begleitet? Was hat sie besonders berührt, was hat sie gar gestört? Der etwas andere True-Crime-Wochenrückblick.

(SH) - Erinnerungslücken sind vor Gericht ein häufiges Phänomen, ebenso wie der Umstand, aneinander vorbei zu reden. Diese Phänomene treten oft dann auf, wenn die Wahrheit für einen Beschuldigten oder auch einen Zeugen nicht ganz angenehm ist - oder aber verheerende Folgen haben könnte. Am Ende des Tages bleibt dann immer die Ungewissheit, ob sich der Betroffene wirklich nicht erinnert oder eine Frage falsch versteht, oder ob er bewusst so gehandelt hat.

Schlafmittel im Kaffee

In Diekirch blieb in dieser Woche die Frage des vorsitzenden Richters, wie eine angeklagte Frau an Schlafmittel gekommen war, unbeantwortet. Diese musste sich verantworten, nachdem sie einer Bekannten eben dies Schlafmittel in den Kaffee gemischt haben soll. Doch statt auf die Frage zu antworten, erklärte die Beschuldigte lediglich, sie wisse nicht, wie ihre Bekannte - das Opfer - an die Pillen gekommen sei. Auch mehrmaliges Fragen half nicht weiter. 


Das Urteil der Richter aus Diekirch ergeht am 17. Juni.
Frau verabreicht Bekannter Schlafmittel und riskiert Haft
Weil sie einer Bekannten Schlafmittel in den Kaffee gemischt und dadurch ihre Gesundheit gefährdet hatte, stand eine Frau nun vor Gericht.

War die Frau beim Untersuchungsrichter noch zum Teil geständig, so war dies während der Verhandlung nicht mehr der Fall. Halfen tat es nicht. Denn statt eine zwölfmonatige Haftstrafe zu fordern, wie er es eigentlich vorgesehen hatte, beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft 18 Monate Gefängnis - aufgrund des Verhaltens der beschuldigten Frau während der Sitzung.

Auf Einbruchstour

Erinnerungslücken hatte unterdessen ein Mann, der immer wieder wegen Einbrüchen in Häuser mit der Justiz in Konflikt geriet. Wegen drei Vorfällen von 2017 und 2018 im Norden des Landes, musste er sich nun vor Gericht verantworten. An jenen Einbruch im Juli 2017 in Useldingen konnte sich der Mann allerdings nicht mehr erinnern. Er stritt ihn allerdings auch nicht ab


Das Urteil der Richter aus Diekirch ergeht am 3. Juni.
Einbrecher soll 30 Monate ins Gefängnis
Wegen drei Einbrüchen musste sich ein Mann vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert 30 Monate Haft.

Das wäre aufgrund der Spurenlage auch unmöglich gewesen, wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft betonte. Denn der Mann hatte sich verletzt, als er ein Fenster eingeschlagen hatte und Blutspuren im Haus hinterlassen. An den beiden anderen Tatorten waren DNA-Spuren gefunden worden. Er riskiert nun, 30 weitere Monate in Haft verbringen zu müssen.



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