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Eine Amokfahrt und schlagende Schuldeneintreiber
Lokales 2 Min. 19.06.2021
Gerichtschronik

Eine Amokfahrt und schlagende Schuldeneintreiber

Gerichtschronik

Eine Amokfahrt und schlagende Schuldeneintreiber

Grafik: Sabina Palanca
Lokales 2 Min. 19.06.2021
Gerichtschronik

Eine Amokfahrt und schlagende Schuldeneintreiber

Jeden Samstag werfen die Gerichtsreporter des „Luxemburger Wort“ einen ganz persönlichen Blick auf die Prozesse der vergangenen Woche. Welche Verfahren haben sie begleitet? Was hat sie besonders berührt, was hat sie gar gestört? Der etwas andere True-Crime-Wochenrückblick.

(SH/m.r.) - Calvin K. wurde nur zwei Jahre alt. Am 2. Januar 2019 endete sein junges Leben abrupt, nachdem sein eigener Vater in Wiltz mit seinem Wagen in ihn, seine Mutter, deren neuen Partner sowie eine weitere Frau und deren Baby gerast war. 

Yves K. musste sich in dieser Woche nun wegen der Amokfahrt vor der Kriminalkammer in Diekirch verantworten. Während der Mutter des Kindes auch zweieinhalb Jahre nach der Tat noch deutlich anzusehen war, wie nah diese ihr geht, zeigte Yves K. kaum Emotionen, erwähnte den Namen seines Sohnes an drei Tagen lediglich drei Mal und wies vor allem die Verantwortung von sich.

Ihm zufolge soll es sich um einen Unfall gehandelt haben, zu dem es gekommen war, nachdem er ohnmächtig geworden war. Die Absicht, jemanden zu töten, habe er nicht gehabt. Genau das könne Experten zufolge allerdings nicht der Fall gewesen sein. 


Ein blauer Citröen war am 2. Januar 2019 in die Fußgängergruppe auf dem Gehweg gefahren.
Lebenslange Haft für Amokfahrer gefordert
Seinen eigenen Sohn hatte er umgebracht, vier weitere Personen teils sehr schwer verletzt. Dafür soll Yves K. nun ins Gefängnis.

Dieser Auffassung war zum Abschluss des Prozesses auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Ihm zufolge besteht kein Zweifel daran, dass Yves K. willentlich in die Gruppe gerast sei. „Er wollte so viel Schaden wie möglich anrichten, wollte, dass niemand überlebt“, so der Ankläger, der betonte, dass Yves K. wohl von der Wut über die Trennung und die neue Beziehung seiner Ex-Partnerin angetrieben wurde.

Zum Abschluss des Verfahrens forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft demnach wegen Totschlags und versuchten Totschlags eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Gewalttätige Schuldeneintreiber

Dass sich in der Geschäftswelt auch dunkle Gestalten herumtreiben, musste ein Geschäftsmann im Januar 2017 schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Nachdem er sich 60.000 Euro von einem vermeintlich seriösen Kreditgeber geliehen hatte, setzt dieser den Schuldner unter Druck.


Schuldeneintreiber mit schlagenden Argumenten
Im Januar 2017 warten drei Männer vor der Fahrzeugverkaufsstelle eines Geschäftsmannes. Schnell eskaliert die Situation.

Der Kredithai fordert deutlich mehr Geld. Als es zu keiner Einigung kommt, stehen trotzdem drei Männer vor der Fahrzeugverkaufsstelle des Geschäftsmannes. Sie haben schlagende Argumente, für die sie sich diese Woche vor Gericht verantworten mussten. 

 

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