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Gericht: Zank um edle Tropfen
Lokales 28.09.2019

Gericht: Zank um edle Tropfen

Gericht: Zank um edle Tropfen

Foto: Lex Kleren
Lokales 28.09.2019

Gericht: Zank um edle Tropfen

Vor Gericht streiten sich ein alter und der neue Besitzer eines Restaurants aus Gréiwels-Barriere um eine edle Weinsammlung.

(str) -  Mit hochwertigem Wein befasste sich am Montag die 12. Strafkammer am Bezirksgericht Luxemburg. Dabei ging es nicht etwa ums pröbeln, sondern darum, dass diese edle Tropfen mit einem Schätzwert von 63.000 Euro nunmehr verschwunden sind – und vor allem darum, wem die Flaschen überhaupt gehören. 


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
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Im August 2018 hat ein Restaurant an der Gréiwels-Barriere den Besitzer gewechselt. Für den neuen Besitzer war klar, dass der unterzeichneten Vereinbarung entsprechend fortan auch alles ihm gehöre. Einer der vorherigen Besitzer sah dies allerdings anders: Eine hochwertige Weinsammlung, die auf einer Prestige-Weinkarte angeboten wurde, sei nie im Besitz des Restaurants gewesen und stets auch getrennt verrechnet worden. Als er aus dem Restaurantbetrieb ausstieg, verblieb die Sammlung allerdings im Weinkeller.

94.000 Euro Schadenersatz gefordert

Im Februar 2019 ließ der neue Besitzer diesen Teil des Weinkellers dann aber räumen. Wohin der Wein gebracht wurde, ist unerheblich. Den Ex-Eigentümer veranlasste dieser Vorgang dann aber zu einer Privatklage vor einem Strafgericht: Wegen des Diebstahls der Weine und wegen Vertrauensbruchs, weil die edle Weinkarte weiter angeboten wurde, ohne dass er dafür entschädigt wurde. Seine Anwältin forderte dann auch Schadenersatz in Höhe von insgesamt 94.000 Euro. 

 Der Verteidiger des neuen Besitzers meinte hingegen, wer sein Haus verkaufe und die Möbel behalten wolle, der lasse sie nicht einfach zurück. Beim Verkauf habe der vorige Besitzer die Weine nicht erwähnt und unterzeichnet, dass er keine weiteren Forderungen stelle. Nun tue er es trotzdem. Der Fall liege ohnehin eher in der Kompetenz eines Zivilgerichts und nicht einer Strafkammer. Deshalb forderte er vom Kläger wegen der missbräuchlichen Strafanzeige und für entstandene Unkosten Schadenersatz in Höhe von 15.000 Euro. 

Das Urteil ergeht am 10. Oktober.


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