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Gericht: Schuldunfähigkeit wegen Wahnvorstellungen
Zum Tatzeitpunkt litt der Angeklagte unter Halluzinationen.

Gericht: Schuldunfähigkeit wegen Wahnvorstellungen

Foto: Gerry Huberty
Zum Tatzeitpunkt litt der Angeklagte unter Halluzinationen.
Lokales 14.05.2019

Gericht: Schuldunfähigkeit wegen Wahnvorstellungen

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Sven H. hatte seinen Cousin während einer Autofahrt angezündet. Zum Tatzeitpunkt litt er unter Halluzinationen - die Richter stuften ihn als schuldunfähig ein.

Während einer Autofahrt übergoss Sven H. im September 2017 seinen Cousin mit brennbarer Flüssigkeit und zündete ihn an. Beide kamen mit Brandwunden davon - Sven H. wurde wegen versuchten Mords angeklagt. Zum Tatzeitpunkt hatte Sven H. allerdings eine schwere Psychose. Er hörte Stimmen und litt unter Verfolgungswahn - und glaubte, dass sein Cousin ein Außerirdischer sei.


Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
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Ein 25-jähriger Mann muss sich zurzeit wegen versuchten Mordes an seinem Cousin vor Gericht verantworten. Zum Tatzeitpunkt hatte er unter Halluzinationen gelitten.

Die Richter kamen am Dienstag nun zu dem Schluss, dass Sven H. deshalb gemäß Artikel 71 des Strafgesetzbuchs nicht schuldfähig sei. Aufgrund seines psychologischen Zustandes sei er zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig gewesen. Sie sprachen ihn von den Vorwürfen des versuchten Mordes frei, ordneten aber an, dass er sich in einer geschlossenen Psychiatrie in Behandlung begeben muss. Zudem sprachen sie dem Opfer Schadensersatz in Höhe von 2.500 Euro zu. Für den am Auto entstandenen Schaden soll die als Nebenkläger auftretende Versicherungsgesellschaft indes 27.425 Euro erhalten.

Ein zweites Gutachten

Sie leisteten somit den Empfehlungen des zweiten angeordneten medizinischen Gutachtens Folge, das nach der Verhandlung des Falls angeordnet wurde. Dieses stand im Gegensatz zur Schlussfolgerung der ersten Gutachterin. Ihr zufolge sei das Urteilsvermögen des Angeklagten während der Tat lediglich eingeschränkt gewesen.


Jusitz,Gericht, Tribunal,Recht.Foto:Gerry Huberty
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Sie hob hervor, dass Sven H. seine psychologischen Behandlungen abgebrochen  und weiter Alkohol und Cannabis konsumiert hatte. Ihm sei bewusst gewesen, dass dies seinen Zustand verschlimmere -  deswegen sei er auch für die Folgen seiner Psychose.

Nachdem das zweite Gutachten vorgelegt wurde, schlussfolgerte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, dass angesichts der widersprüchlichen Schlussfolgerungen im Zweifel für den Angeklagten entschieden werden muss. Dieser solle gemäß Artikel 71 als nicht schuldfähig behandelt werden. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 15 Jahren gefordert.

 


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