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Gericht: Mann soll 18-Jährige im Zug sexuell belästigt haben
Der Vorfall soll sich auf der Strecke zwischen Rodange und Luxemburg-Stadt abgespielt haben.

Gericht: Mann soll 18-Jährige im Zug sexuell belästigt haben

Foto: Pierre Matgé / LW-Archiv
Der Vorfall soll sich auf der Strecke zwischen Rodange und Luxemburg-Stadt abgespielt haben.
Lokales 2 Min. 23.04.2019

Gericht: Mann soll 18-Jährige im Zug sexuell belästigt haben

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Eine Bahnfahrt hatte im September 2016 für eine Jugendliche schreckliche Folgen. Am Dienstag kam es nun zum Prozess.

Etwa zwei Wochen nach seinem 18. Geburtstag besuchte das Mädchen im September 2016 seine Mutter in Rodange. Am Abend musste es zurück – denn zu diesem Zeitpunkt wohnte die Jugendliche in einem Kinderheim in Luxemburg-Stadt. Am Bahnhof in Rodange stieg die Jugendliche in einen Zug: Die Bahnfahrt sollte ihr in schrecklicher Erinnerung bleiben.

Denn wenige Haltestellen später traf sie an jenem Sonntag auf Shpëtim D. Der 32-jährige Mann musste sich am Dienstag vor Gericht verantworten, weil er das Mädchen sexuell belästigt haben soll. Shpëtim D. stieg in Schouweiler ein und setzte sich in dasselbe Abteil wie die Jugendliche.

Dort soll er sich kurz entblößt und anschließend das Mädchen aufgefordert haben, sich neben ihn zu setzen. Die Jugendliche leistete der Aufforderung Folge. Der Mann soll sie daraufhin geküsst, intim berührt und gezwungen haben, seine Genitalien anzufassen.

Mann lässt nicht ab

Das Mädchen stand wenig später vom Platz auf – versteckte sich auf der Toilette, um ihre Mutter anzurufen. Auf deren Anraten hin begab die Jugendliche sich auf die Suche nach einem Schaffner. Als sie niemanden antraf, setzte sie sich auf einen anderen Platz.

Der Mann folgte ihr, ließ nicht von ihr ab. Auch am Bahnhof Luxemburg-Stadt sprach der Mann das Mädchen nochmals an. Es wendete sich an das Sicherheitspersonal und eine Mitarbeiterin des Kinderheimes holte sie kurz darauf vom Bahnhof ab. Die Jugendliche erstattete noch an demselben Tag Anzeige bei der Polizei.

Das Opfer, das unter einer leichten geistigen Behinderung leidet, erklärte am Dienstag vor Gericht, dass es zunächst nicht verstanden habe, was der Mann von ihr gewollt habe. Er habe Französisch gesprochen, eine Sprache, der sie kaum mächtig sei. Sie habe sich mit der Situation überfordert gefühlt und sei in Panik ausgebrochen.

Mit Händen und Füßen

Dem Angeklagten zufolge erfolgte die Kommunikation vor allem Mittels Zeichen. Er habe sich aber die ganze Zeit über höflich verhalten und niemals Gewalt angewendet. Einen Zweifel daran, dass das Mädchen aus freien Stücken handele, habe er nicht gehabt.

Der Vertreter der Staatsanwalt sah die Tatvorwürfe eindeutig als erfüllt an. Dies würden die Zeugenaussagen und die Aufnahmen der Videokameras im Abteil deutlich zeigen. Dort sei zu sehen, wie das Mädchen immer wieder versucht, die Avancen des Mannes abzuweisen. Die Jugendliche habe zu keinem Zeitpunkt den Handlungen zugestimmt.

Die Staatsanwaltschaft forderte 15 Monate Haft für den Angeklagten, die unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Dafür müsse der Mann sich in psychologische Behandlung begeben. Die Zivilklage forderte indes ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro.

Das Urteil ergeht am 21. Mai.