Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Gericht: Erbschaftsstreit artet aus
Lokales 21.05.2019

Gericht: Erbschaftsstreit artet aus

In der Familie des Angeklagten tobt schon länger ein heftiger Streit um einen Nachlass.

Gericht: Erbschaftsstreit artet aus

In der Familie des Angeklagten tobt schon länger ein heftiger Streit um einen Nachlass.
Foto: Lex Kleren
Lokales 21.05.2019

Gericht: Erbschaftsstreit artet aus

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Ein Landwirt muss sich vor Gericht verantworten, weil er zwei Anhänger seines Schwagers beschädigt haben soll. Die Familie streitet sich schon länger wegen eines Nachlasses.

Die zwölfte Strafkammer des Bezirksgerichts musste sich am Dienstag mit der Beschädigung von zwei Fahrzeuganhängern beschäftigen – ein Umstand, der den vorsitzenden Richter alles andere als glücklich stimmte. Dass es überhaupt zur Verhandlung habe kommen müssen, liege nur am kindischen Verhalten aller Beteiligten, so der Richter. Doch was war geschehen?

Der Landwirt Jean Paul W. ist angeklagt, weil er im Sommer 2018 zwei Anhänger seines Schwagers zerstört und ihn mit dem Tod gedroht haben soll. Die Geräte waren in einer Halle gelagert, die sowohl dem Angeklagten als auch dessen Schwester gehört. Diese schwierigen Besitzverhältnisse sind auch ursächlich dafür, dass es zu der Auseinandersetzung kam.

Denn zwischen den Geschwistern tobt bereits seit Längerem ein Erbschaftsstreit, der bereits in der Vergangenheit durch eine körperliche Auseinandersetzung ausgeartet ist. Damals erstattete aber keine der Parteien Anzeige.

Futter für die Schweine

Als der Schwager des Angeklagten im Sommer 2018 an der Lagerhalle vorbeifuhr, bemerkte er, dass sein Anhänger draußen stand und schwer beschädigt war. Als er dann auf den Hof ging, um den Schaden zu begutachten, habe Jean Paul W. ihn weggejagt. Dabei soll er auch ein Messer gezückt, ihn aber nicht damit angegriffen haben. Tage später habe dann auch der zweite Anhänger beschädigt draußen gestanden.

Ein Arbeitskollege des Opfers habe ihm Ende Juli eine Drohung von Jean Paul W. ausgerichtet. Wenn er nochmals auf den Hof kommen würde, dann werde er ihn mit dem Traktor überfahren und an die Schweine verfüttern.

Der Angeklagte bestreitet nicht, die Anhänger beschädigt zu haben. Sein Anwalt forderte aber, dass die Vorwürfe der Drohung zurückgewiesen werden. Der Tatbestand des Vorwurfs sei nicht erfüllt. Der Arbeitskollege des Opfers habe auf eigene Faust gehandelt – zudem sei er nicht als Zeuge von der Polizei gehört worden.

Es sei eine Geschichte, die „Kopfschütteln auslöst“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie forderte für den Angeklagten eine Haftstrafe von sechs Monaten und eine angemessene Geldstrafe. Das Opfer trat indes als Nebenkläger auf und forderte, dass der Angeklagte die Reparaturkosten der Anhänger in Höhe von etwa 12.000 Euro übernimmt. Das Urteil ergeht am 13. Juni.

Der Erbschaftsstreit soll indes zukünftig in einer weiteren Gerichtsverhandlung beigelegt werden.