Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Geplantes Gesetz: Wenn Drohnen Flugzeuge behindern
Eine Drohne bekommt man für unter 100 Euro.

Geplantes Gesetz: Wenn Drohnen Flugzeuge behindern

Foto: Shutterstock
Eine Drohne bekommt man für unter 100 Euro.
Lokales 05.06.2015

Geplantes Gesetz: Wenn Drohnen Flugzeuge behindern

Kürzlich sorgte ein Drohne dafür, dass ein Flugzeug auf dem Luxemburger Flughafen nicht landen konnte. Infrastruktur-Minister Bausch hat nun reagiert.

(stb) - Am 24. April kam es zu einem Zwischenfall auf dem Flughafen Findel, als sich eine Drohne unerlaubterweise im Luftraum des Flughafens aufhielt. Eine Passagiermaschine von Luxair war daraufhin gezwungen, den Landevorgang abzubrechen.

Die Identität des Drohnenpiloten konnte bis heute nicht geklärt werden. Dieser Zwischenfall hat die Frage aufgeworfen, inwieweit die Nutzung von Drohnen gesetzlichen Regelungen unterliegt. Bereits heute sind europaweit rund 20 000 000 Drohnen im Einsatz, Tendenz weiter steigend. Eine spezifische Reglementierung von Drohnen ist also dringend geboten.

Diesbezüglich fand gestern eine Pressekonferenz im Ministerium für Nachhaltige Entwicklung statt. Minister François Bausch präzisierte, dass die Nutzung von Drohnen sehr wohl gesetzlichen Vorschriften unterliegt. Es gibt aber noch keine spezifische Reglementierung für Drohnen. Diese werde bis Jahresende ausgearbeitet.

Für Drohnen bis zu zwei Kilogramm gelten die gleichen Regeln wie für Modellflugzeuge. Sie können von den insgesamt sechs in Luxemburg ansässigen Flugplätzen für Modellflugzeuge aus gestartet werden. Wichtig dabei ist, dass der Pilot den Augenkontakt zu seiner Drohne nicht verlieren darf. Für Drohnen ab zwei Kilogramm muss eine Genehmigung beim zuständigen Luftfahrtamt angefordert werden.

Pilot trägt Verantwortung für Schäden durch seine Drohne

Außerdem müssen Drohnenpiloten bereits jetzt gesetzliche Bestimmungen beachten. Der Drohnenpilot trägt die Verantwortung für alle eventuellen Schäden, die durch die Nutzung seiner Drohne entstehen. Daher sollte der Drohnenpilot sich vor dem Start vergewissern, dass sein Fluggerät sich in einem technisch tadellosem Zustand befindet. Des Weiteren ist er dazu verpflichtet, die Privatsphäre seiner Mitbürger zu respektieren. Denn viele Drohnen verfügen bereits heute über Kameras.

Die für Ende des Jahres geplante gesetzliche Reglementierung sieht für Drohnen von bis zu zwei Kilogramm eine maximale Flughöhe von 50 Metern vor. Der Pilot muss auch weiterhin den Augenkontakt zu seiner Drohne aufrechterhalten. Drohnen können dann aber von jedem beliebigen Ort aus gestartet werden – unter der Bedingung, dass das Einverständnis des Grundeigentümers vorliegt.

Sensible Bereiche wie Militärgelände oder Atomkraftwerke dürfen aber weiterhin nicht überflogen werden. Gleiches gilt für einen Radius von fünf Kilometern rund um den Flughafen Findel sowie für einen Radius von zwei Kilometern rund um Flugplätze und Landeplattformen für Helikopter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Drohnen: Gefährliche Nähe
Eigentlich sollte es ja einleuchten, dass Drohnen im Bereich von Flughäfen eine reelle Gefahr darstellen. Trotz Verbotes werden diese Regeln aber immer wieder ignoriert.
Gefährliches Spielzeug: Wer mit Drohnen arbeitet, sollte gewisse Regeln beachten.