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Geplanter Tanklagerausbau in Mertert: Grevenmacher bleibt beim "Nein"
Die neuen Erdölbehälter sollen zwischen den alten Öltanks (links) und der regionalen Kläranlage (rechts) aufgestellt werden.

Geplanter Tanklagerausbau in Mertert: Grevenmacher bleibt beim "Nein"

Foto:Guy Jallay
Die neuen Erdölbehälter sollen zwischen den alten Öltanks (links) und der regionalen Kläranlage (rechts) aufgestellt werden.
Lokales 2 Min. 17.11.2017

Geplanter Tanklagerausbau in Mertert: Grevenmacher bleibt beim "Nein"

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Auch der neue Gemeinderat von Grevenmacher stemmt sich gegen den Ausbau des Tanklagers. Diese Woche wurde die Stellungnahme der Stadt an die Umweltbehörde geschickt.

(asc) - Die geplante Erweiterung des Erdöltanklagers im Hafen von Mertert bleibt in den betroffenen Gemeinden umstritten. Bis zum 15. November hatten diese Gemeinden Zeit, um sich schriftlich zu der vom Tanklagerbetreiber vorgelegten  Umweltverträglichkeitsstudie zu äußern.

"Dies haben wir fristgerecht getan. Doch wir bleiben bei unserer Position. Die Stadt Grevenmacher ist resolut gegen diesen Ausbau", betonte der CSV-Bürgermeister Léon Gloden in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats.

Zur Erinnerung: Im Dezember vergangenen Jahres bekamen die betroffenen Gemeinden die Unterlagen der Umweltverträglichkeitsstudie (UVU), die vor dem Beginn einer Commodo-Incommodo-Prozedur durchgeführt werden muss. Danach wurden diese Dokumente mit dem Betreiber und Vertretern unter anderem aus der Umweltbehörde und der Gewerbeaufsicht besprochen. Im Anschluss daran wurden die Gemeinden um eine schriftliche Stellungnahme zu den Ausbauplänen gebeten.

Léon Gloden sagte: "In den vergangenen Monaten haben wir zusammen mit unseren Anwälten und unseren Tanklagerexperten diese Unterlagen überprüft. Und aus Sicht der Gemeinde ist die UVU weder vollständig noch fachlich korrekt erstellt." Um auf diese Mängel hinzuweisen habe die Gemeinde zum zweiten Mal eine schriftliche Stellungnahme eingereicht.

Hier die wesentlichen Kritikpunkte:

  • Die zusätzlichen Lagerkapazitäten seien aufgrund von veralteten Statistiken berechnet worden. Dabei sei dem seit Jahren rückläufigen Mineralölverbrauch nicht Rechnung getragen worden.
  • Der Betreiber wolle das Tanklager aus privatwirtschaftlichen Überlegungen ausbauen. Es handele sich also nicht, um ein staatliches Ausbauprojekt, um nationale Erdölreserven anzulegen. Vor diesem Hintergrund seien die angebenen zusätzlichen Lagerkapazitäten überdimensioniert.
  • Es seien keine alternativen Standorte zum Hafen von Mertert ausgelotet und geprüft worden.
  • Die vom Erdöllager ausgehenden Risiken würden in der Studie nicht vollständig dargestellt und bewertet. Die erhobenen Risiken, insbesondere der Brandfall, seien ausgeschlossen worden.
  • Aus dem Dokument gehe klar hervor, dass die zusätzlichen Tankbehälter absichtlich näher neben der Kläranlage aufgestellt werden sollen, damit auf dem Gelände noch Landflächen für einen zweiten Ausbau übrig bleiben. Die gesamten Lagerkapazitäten im Hafen könnten also künftig bis auf 240.000 Kubikmeter erhöht werden.
  • Nicht schlüssig und komplett seien auch die Informationen zur Brandbekämpfung, zur Löschwasserrückhaltung und zum Sicherheitskonzept.

Laut dem Gemeinderat wurden auch die von den alten einwändigen Erdöltanks ausgehenden Gefahren für die Bevölkerung und die Umwelt nicht berücksichtigt.  Unzulässig seien auch die zurückbehaltenen Winddaten, da sie mit einer in Wasserbillig stehenden Anlage erfasst wurden.

Vor dem Hintergrund der erhobenen Kritiken, fordert die Stadt Grevenmacher denn auch die Genehmigungsbehörde auf, die Unterlagen der Umweltverträglichkeitsstudie nachzubessern.

Und wie geht es nun weiter? Die Umweltbehörde muss nun das Dokument der Umweltverträglichkeit anhand der von den Gemeinden geäußerten Einwände überprüfen. Sind die Mitarbeiter der Verwaltung danach der Meinung, dass keine zusätzlichen Überprüfungen erforderlich sind, dann kann die Commodo-Incommodo-Prozedur für den Ausbau gestartet werden.




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