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Geplante Umgehung sorgt weiter für Gespräch
Glaubt man der Gemeinde Sassenheim und den Sassenheimer Vereinigungen, so ist das Stickoxidproblem entlang der N5 dabei, sich von selbst zu lösen.

Geplante Umgehung sorgt weiter für Gespräch

Foto: Guy Jallay
Glaubt man der Gemeinde Sassenheim und den Sassenheimer Vereinigungen, so ist das Stickoxidproblem entlang der N5 dabei, sich von selbst zu lösen.
Lokales 2 Min. 30.03.2018

Geplante Umgehung sorgt weiter für Gespräch

Luc EWEN
Luc EWEN
Das Gesetzesprojekt zur Umgehung von Niederkerschen ist auf dem Instanzenweg. Wer glaubte, der Widerstand würde nun verstummen, irrte. Die Sassenheimer sehen eine neue Sachlage. In Käerjeng gibt man sich gelassen.

„Das Hauptargument, warum eine Ausnahmeregelung in Kraft treten sollte, die den Bau der Niederkerschener Umgehung durch eine Natura 2000 Zone erlaubt, gibt es nicht mehr“, so der Sassenheimer Bürgermeister Georges Engel (LSAP) am Freitag während der Gemeinderatssitzung in Beles. Er verweist dabei auf rezente Messungen der Schadstoffkonzentration in der Luft entlang der Avenue de Luxembourg in Niederkerschen.

Diese hätten ergeben, dass die Stickoxidwerte (NOx) 2017 nicht mehr die Höchstwerte, die von der EU als zulässige Grenze angesehen werden, überschritten hatten. „Das ist ein neuer Sachverhalt“, so Engel, der daraus folgert, dass die Umgehungsstraße entsprechend den EU-Regeln somit nicht, wie von der Regierung geplant, gebaut werden darf.

Die Situation um die Luftverschmutzung in der Niederkerschener Hauptverkehrsachse habe sich bedeutend verbessert und werde dies, Engel zufolge, in den kommenden Jahren zweifelsohne auch weiter tun. Diese Zuversicht begründet er unter anderem mit dem bevorstehenden Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und dem Bau eines Parkhauses mit 1 600 Stellplätzen in Rodange. Dies würde unweigerlich zu einer Entlastung der Avenue de Luxembourg und zur Lösung des Problems führen. Auch ohne den Bau der Umgehung.

Sassenheimer fordern Moratorium

Während der Sitzung kündigte der Sassenheimer Bürgermeister  eine gemeinsame Pressemitteilung der Gemeinde mit mehreren lokalen Parteien und Vereinigungen an. Die folgte dann auch am Freitag prompt. Darin fordern die Biergerinitiativ Gemeng Suessem, die Gemeindeverwaltung und die lokalen Sektionen von Natur an Ëmwelt, ADR, CSV, DP, Déi Gréng, Déi Lénk, KPL und LSAP unter anderem ein Moratorium.

Erneut stellen die Sassenheimer ihre Sichtweise dar, nach der die geplante Straße das Verkehrsproblem an der Nationalstraße N5 nicht lösen werde. Den nun gemessenen Rückgang der Stickoxidwerte entlang der Avenue de Luxembourg führen sie auch auf den Rückgang der Zahl von Dieselfahrzeugen, infolge des Diesel-Skandals zurück.

Angeprangert wird zudem eine fehlende Kosten-Nutzen-Analyse und ein Moratorium wird gefordert. Man sei bereit, sich aufgrund der neuen Sachlage mit dem Nachhaltigkeitsminister François Bausch zu treffen, heißt es weiter.

Michel Wolter reagiert gelassen

„Für uns besteht die Nachricht der Woche darin, dass der Gesetzesentwurf im Parlament deponiert worden ist und für eine Stellungnahme an den Staatsrat weitergereicht worden ist“ so der Bürgermeister von Käerjeng, Michel Wolter (CSV), am Freitag auf Nachfrage des LW hin.

Michel Wolter, der sich gemeinsam mit sämtlichen Parteisektionen seiner Gemeinde seit Langem für den Bau der Umgehung einsetzt, zeigte sich unbeeindruckt von dem erneuten Aufbegehren aus Sassenheim. Außerdem gab er sich zuversichtlich, dass der legislative Prozess zum Bau der Straße noch vor den Sommerferien abgeschlossen wird.


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