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Geopark Müllerthal reicht erneute Kandidatur ein
Lokales 1 3 Min. 23.11.2020

Geopark Müllerthal reicht erneute Kandidatur ein

Höhlen, Klüfte und Felswände: Das Müllerthal hat Dutzende geologische Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Geopark Müllerthal reicht erneute Kandidatur ein

Höhlen, Klüfte und Felswände: Das Müllerthal hat Dutzende geologische Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 1 3 Min. 23.11.2020

Geopark Müllerthal reicht erneute Kandidatur ein

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Das Müllerthal hat auf kleinem Raum viele geologische Hingucker. Sie sollen dem Gebiet nun zur Anerkennung als Unesco Global Geopark verhelfen.

Im zweiten Anlauf soll es nun klappen: Gestern hat der Natur- und Geopark Mëllerdall seine Bewerbung als Unesco Global Geopark abgegeben. Das prestigeträchtige Label soll dem von bizarr geformten Sandsteinfelsen geprägten Müllerthal zu weltweiter Bekanntheit verhelfen und neue Zielgruppen für den Tourismus erschließen. 

„Vielen Luxemburgern fällt gar nicht mehr auf, wie viele geologische Formationen wir auf unserem kleinen Territorium haben. Der Geopark Müllerthal trägt dazu bei, Bewusstsein für die lokale Identität zu schaffen“, sagte Landesplanungsminister Claude Turmes (Déi Gréng) gestern bei der Übergabe der Bewerbungsunterlagen an Simone Beck, Präsidentin der Luxemburger Unesco-Kommission.

Überreichung der Kandidatur im Ministerium für Landesplanung.
Überreichung der Kandidatur im Ministerium für Landesplanung.
Foto: Guy Jallay

Bereits 2017 hatte der Natur- und Geopark innerhalb kurzer Zeit eine Bewerbung bei der Unesco abgegeben – erfolglos. Ein Jahr später kam die Absage aus Paris. Der Geopark sei in der Region nicht ausreichend verankert und trete in der Öffentlichkeit kaum hervor, lautete damals die Begründung. Außerdem sei der internationale Austausch mit anderen Geoparks noch ausbaufähig, urteilten die Prüfer.

Steinbrüche und Loschbour-Mann

Kein Zweifel bestand hingegen an der geologischen Bedeutung der Region zwischen Nommern und Echternach. Auf engem Raum sind hier Dutzende Stellen versammelt, in denen die Erde tiefe Einblicke in ihre Entstehungsgeschichte zulässt. Tiefe Felsspalten, bewachsen von seltenen Moosen und Farnen, stillgelegte Steinbrüche, der Champignon-Felsen bei Nommern und die Fundstelle des Loschbour-Mannes aus der Mittelsteinzeit sind nur einige der Sehenswürdigkeiten. Insgesamt listet die Bewerbung 22 geologische Anziehungspunkte auf. Hinzu kommt noch historisches Erbe wie die Burgen und Schlösser in Befort und Fels oder die Altstadt von Echternach.


Wie Lisa Jadin (links) und Jella Weis waren rund 300 Freiwillige unterwegs, um die Wanderwege zu säubern.
Einsatz für saubere Wanderwege
Rund 300 freiwillige Helfer haben an diesem Wochenende Abfall von Wegen und Rastplätzen im gesamten Müllerthal eingesammelt. Wegen des hohen Besucheraufkommens lag in diesem Jahr besonders viel Müll herum.

Interaktiver Sandkasten

Seit der Ablehnung 2018 habe sich viel getan, unterstrich Claude Petit, Direktor des Natur- und Geoparks Mëllerdall. Intensiv habe man an den kritisierten Schwachstellen gearbeitet und zum Beispiel durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und eine Reihe zusätzliche Informationstafeln für mehr Sichtbarkeit gesorgt. Viel Arbeit steckt der Natur- und Geopark in die Verbreitung des Wissens über die Geologie des Müllerthals – sei es in Schulklassen, bei Touristengruppen oder durch drei topographische Modelle der Region, darunter eine digitaler und interaktiver Sandkasten, der das Höhenprofil der Region zeigt, und eine Anlage zur Modellierung von Landschaftsveränderungen durch Flüsse. Die Ausstellung im Naturparkhaus in Befort kann zurzeit nur auf Anmeldung besichtigt werden.

Auch die internationale Verflechtung hat das Team des Natur- und Geoparks ausgebaut und die Zusammenarbeit mit benachbarten Parks verstärkt, in besonderem Maße mit den Geoparks Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz und Famenne-Ardenne in Belgien.

Hier ein Video, das Teil der Bewerbung ist: 

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„Potenzial ist groß“

Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) drückte ihre Freude darüber aus, dass so schnell nach der ersten Unesco-Kandidatur gleich die zweite folgte. „Das Potenzial dieser geologischen Region ist groß“, meinte die Ministerin und rief dazu auf, die Natur und den Wasserschutz nicht zu vergessen.

Camille Hoffmann, Präsident des Natur- und Geoparks und Bürgermeister von Befort, skizzierte den zeitlichen Ablauf der Bewerbung: Wenn die Unterlagen bei der Unesco in Paris eingegangen sind, werden im kommenden Frühling und Sommer zwei Prüfer das Müllerthal besuchen und den Geopark evaluieren – besonders die zuvor bemängelten Kritikpunkte. Im Sommer 2022 wird dann die Entscheidung bekanntgegeben. Wenn alles gut geht, kann sich das Müllerthal anschließend mit dem Titel des Unesco Global Geopark schmücken.

Bis es so weit ist, will das Team des Natur- und Geoparks weiter über geologische Zusammenhänge informieren. Demnächst startet auf Youtube eine Serie von Doku-Videos.

Schroffe Felswände - hier bei Berdorf - sind an vielen Stellen im Müllerthal zu sehen.
Schroffe Felswände - hier bei Berdorf - sind an vielen Stellen im Müllerthal zu sehen.
Foto: Chris Karaba

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