Geocaching

Keine Schätze mehr in Naturschutzgebieten

Geocaching macht Spaß und bringt die Leute in die Natur: ein paar Regeln sollte man aber trotzdem beachten.
Geocaching macht Spaß und bringt die Leute in die Natur: ein paar Regeln sollte man aber trotzdem beachten.
Foto: Catherine Noyer

(jag) - Die Information hatte Ende Oktober für Unruhe in der lokalen Geocaching-Szene gesorgt: In nationalen Naturschutzgebieten wird das Verstecken der Plastikdosen künftig verboten sein. Das war es allerdings schon immer. Prinzipiell ist in Naturschutzgebieten jegliches Eingreifen, Verändern oder Entfernen von Steinen, Tieren und Pflanzen verboten. In Deutschland wurde dieses Verbot auch strikt umgesetzt, in Luxemburg war man etwas toleranter.

Zwar verbieten selbst die Grundregeln des Geocaching das Vergraben der Dosen oder die Beschädigung der natürlichen Umwelt, eingefleischte Geocacher mussten aber selbst eingestehen, dass es vielerorts zu Exzessen kam. Umgewühlte Erde oder zertrampelte Biotope waren immer wieder zu beobachten. Um nicht die ganze Cachergemeinschaft für das Verhalten einiger Verantwortungsloser zu bestrafen, suchte die Naturverwaltung das Gespräch mit dem für Luxemburg verantwortlichen Vertreter von Groundspeak.

Caches wurden "archiviert"

Bei Groundspeak handelt es sich um den Veranstalter der weltweiten Schatzsuche. Der sogenannte „Reviewer“ begutachtet die Orte, an denen die Cacher, also die Teilnehmer, ihre Schätze verstecken wollen und gibt dann grünes Licht. Man einigte sich darauf, keine sogenannten physischen Stationen mehr in Naturschutzgebieten zu erlauben, das heißt, dort dürfen keine Objekte mehr versteckt werden. Dies gilt ebenfalls für Stollen, Höhlen und Bunker, in denen Fledermäuse überwintern.

Rund hundert bestehende Caches mussten geschlossen werden. Sogenannte virtuelle Stationen, an denen man zum Beispiel Zahlen auf bestehenden Hinweistafeln ablesen muss, sind weiterhin erlaubt. Allerdings müssen sie in Naturschutzgebieten vom Weg aus einsehbar sein. Zudem muss in den Anweisungen erklärt werden, dass das Cache durch ein Naturschutzgebiet verläuft und die Wege nicht verlassen werden dürfen.

Lösung im Dialog

Die betreffenden Eigner wurden bereits benachrichtigt. Da Geocaching aber auch pädagogisch wertvoll sein kann und besonders Kinder wieder für einen Besuch im Wald und für Naturnähe begeisterte, beschränkt sich das Verbot auf die nationalen Naturschutzgebiete. Diese machen gerade einmal drei Prozent der Gesamtfläche des Landes aus. Die Schutzzonen können im Internet unter www.Geoportail.lu/Umwelt aufgesucht werden. Der Rest der öffentlichen Landesfläche bleibt vorerst frei zugänglich für das Geocaching. Schulklassen und Pfadfindergruppen brauchen also vorerst nicht auf dieses Hobby zu verzichten.