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Generalversammlung der Horesca: „Mehr Arbeit, weniger Gewinn“
Lokales 4 Min. 30.03.2015

Generalversammlung der Horesca: „Mehr Arbeit, weniger Gewinn“

Durch das Rauchverbot wird in den Gaststätten weniger konsumiert.

Generalversammlung der Horesca: „Mehr Arbeit, weniger Gewinn“

Durch das Rauchverbot wird in den Gaststätten weniger konsumiert.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 4 Min. 30.03.2015

Generalversammlung der Horesca: „Mehr Arbeit, weniger Gewinn“

Der Hotel- und Gaststättenverband Horesca zog am Montag auf seiner Generalversammlung eine erste Bilanz der zum Jahresbeginn eingeführten Erhöhung der Mehrwertsteuer auf alkoholische Getränke von drei auf 17 Prozent.

(AH) - Das Jahr 2014 war kein einfaches Jahr für den Hotel- und Gaststättenverband Horesca, wie der 
Präsident Alain Rix gleich zu Beginn der Generalversammlung am Montag betonte. Der Horesca-Sektor habe sich mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf alkoholische Getränken von drei auf 17 Prozent, den Auswirkungen des Rauchverbots in Cafés und Restaurants sowie der EU-Direktive zur „Lebensmittel-Informationsverordnung“ neuen Herausforderungen stellen müssen. „Diese neuen Aufgaben bedeuten für unsere Betriebe mehr 
Arbeit und weniger Gewinn“, erklärte François Koepp, Generalsekretär der Horesca.

Mehrwertsteuer: Bereits im Oktober 2014 seien die Preise für alkoholische Getränke durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer in den Gaststätten drastisch angehoben worden. Zwischen Oktober 2014 und März 2015 verteuerten sich die Preise um bis zu 13,6 Prozent.

Insgesamt 36 Millionen Euro werden alleine durch die Mehrwertsteuererhöhung auf alkoholische Getränken in den Hotels, Restaurants und Cafés generiert. Entgegen den Behauptungen der Konsumentenvereinigung (ULC), die Erhöhung würde integral auf die Konsumenten abgewälzt werden, werde ein Drittel, d.h. zwölf Millionen Euro, von den Gastwirten und Hotelbesitzern selbst übernommen. Für kleine Betriebe sei dies eine hohe Last, hieß es am Montag.

Für ein Gesamtfazit über die Erhöhung sei es allerdings zu früh. „Nur soviel ist sicher, die Konsequenzen der Mehrwertsteuererhöhung werden die Gastwirte erst Mitte 2015 so richtig treffen“, unterstrich Alain Rix.

Ein großer Erfolg sei aber, dass die Mehrwertsteuer auf den nicht-alkoholischen Getränken bei drei Prozent bleibt. Hier sei hervorzuheben, dass immerhin 80 Prozent des Umsatzes der Horesca-Mitglieder dem Mehrwertsteuersatz von drei Prozent unterliegen.

Rauchverbot: Schwerwiegende Auswirkungen auf das Geschäft der kleinen Gastwirte hatte das Rauchverbot, das seit dem 1. Januar 2014 in Kraft ist. Das Verbot schlug hier richtig ins Geld: In den Gaststätten wurde weniger konsumiert. Infolgedessen wurde vergangenes Jahr 7,8 Prozent weniger Bier hergestellt. Der Verkauf der „Brasserie Nationale“ an die Horesca-Mitglieder ist um vier Prozent zurückgegangen. Für den einzelnen Gastwirt bedeutete dies, je nach Kundschaft und Betrieb, einen Rückgang von zehn bis 15 Prozent. Im Süden des Landes und dort, wo eine traditionelle Kundschaft besteht, treffe dies besonders zu.

Einen bemerkenswerten Erfolg verbuchte vergangenes Jahr aber die Hotelbranche. Die Preise haben sich hier stark verbessert, obwohl sie nach wie vor unter Druck stehen. Mit 1,64 Millionen Hotelübernachtungen wurde ein neuer Rekord verbucht. Dieser Erfolg sei unter anderem einer hervorragenden Vermarktung und Strategie des „Office national de tourisme“ (ONT) zu verdanken.

Luxemburg als Marke: In diesem Zusammenhang will auch die Horesca ihren Teil zum „Nation branding“ beitragen. „Aus Luxemburg eine Marke zu machen, ist überaus wichtig für unseren Sektor. Wir müssen das Großherzogtum in der Welt bekannt machen und mehr Touristen nach Luxemburg locken. Das ist sehr wichtig für unsere Betriebe. Die EU-Ratspäsidentschaft von Juli bis Dezember ist eine große Chance für den Horeca-Sektor, das Großherzogtum als begehrenswertes Reiseziel zu präsentieren“, erklärte François Koepp.

Obwohl 2014 ein gutes Jahr für die Luxemburger Hotelbranche war, geht die Anzahl der Hotels hierzulande weiterhin zurück. Vor allem auf dem Land fürchten Hotelbetreiber um ihre Existenz. Im Jahr 1981 zählte das Land 459 Hotels. Heute sind es nur noch 233.

„Das bereitet uns große Sorgen. Die Reisegewohnheiten der Menschen haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Nicht nur bei uns, sondern auch in Deutschland, Frankreich und der Schweiz schließen immer mehr Hotels über Land ihre Türen. Wir müssen Strategien entwickeln, die uns 
ermöglichen, deren Existenz zu retten und wieder aufzuwerten. In Zukunft warten in diesem Bereich eine Menge neuer Herausforderungen auf uns“, unterstrich François Koepp.

In unserem Sektor wurden über 2.500 Leute eingestellt und damit zusätzliche 800 Arbeitsplätze geschaffen.

Schaffung von Arbeitsplätzen: „In der Gastronomie wurde vergangenes Jahr hart gearbeitet“, fügte der Generalsekretär hinzu. „In unserem Sektor wurden über 2.500 Leute eingestellt und damit zusätzliche 800 Arbeitsplätze geschaffen. Leider fehlt es uns nach wie vor an Fachkräften und immer noch besteht ein Mangel an freien Plätzen in der Schule“.

„Lebensmittel-Informationsverordnung“: Im Zusammenhang mit der „Lebensmittel-Informationsverordnung“, die seit dem 14. Dezember 2014 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als verbindlich gilt, hat die Horesca eine neue Dienststelle geschaffen, die sich gezielt um den „Conseil alimentaire“ kümmert. Sie bietet Gastwirten eine Ausbildung an, da diese durch die neue EU-Direktive ihre Kunden verlässlich über eine Reihe von 
Allergie- und Unverträglichkeitsauslösern informieren müssen.

Außerdem bietet die Horesca ihren Betrieben eine spezielle Ausbildung in Sachen Hygiene an. „Dies ist wichtig, damit wir die 
gute Qualität unserer Betriebe dem internationalen Standard immer wieder anpassen können“, meinte François Koepp.


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