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Gemeindewahlen in Bous: Noch-Bürgermeister Johanns spricht von "Mauschelei"
In Bous endeten die Verhandlungen über die Besetzung des Schöffenrats mit einem ungewöhnlichen Ergebnis.

Gemeindewahlen in Bous: Noch-Bürgermeister Johanns spricht von "Mauschelei"

Foto: Volker Bingenheimer
In Bous endeten die Verhandlungen über die Besetzung des Schöffenrats mit einem ungewöhnlichen Ergebnis.
Lokales 03.11.2017

Gemeindewahlen in Bous: Noch-Bürgermeister Johanns spricht von "Mauschelei"

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
In Bous reagiert der langjährige Bürgermeister Jos Johanns mit Unverständnis und Resignation auf die Art und Weise, wie der neue Schöffenrat zustande kam: „Was dort hinter den Kulissen abgelaufen ist, läuft komplett gegen den Wählerwillen.“

(vb) - In der Majorzgemeinde Bous reagiert der langjährige Bürgermeister Jos Johanns mit Unverständnis und Resignation auf die Art und Weise, wie der neue Schöffenrat zustande kam. „Was dort hinter den Kulissen abgelaufen ist, läuft komplett gegen den Wählerwillen“, sagt Jos Johanns auf LW-Anfrage.

Aus den Gemeindewahlen war Johanns als Erstgewählter hervorgegangen. Die Mehrheit der gewählten Kandidaten wollte ihn jedoch nicht mehr als Bürgermeister. Sein Nachfolger wird nun Carlo Kütten, der bei den Wahlen auf Platz fünf gekommen war. „Herr Kütten hat null Erfahrung und hat noch nie Politik gemacht. Das ist Mauschelei hinter dem Rücken der Wähler“, ärgert sich Johanns.

Johanns und die Gemeinderätin Aurore Rössler wandten sich mit einer entsprechenden Mitteilung an die Öffentlichkeit.

Als die Zusammensetzung des neuen Schöffenrats bekannt wurde, seien viele Bürger auf ihn zugekommen und sich beklagt, dass das Wahlergebnis nicht respektiert wurde. „Niemand braucht mehr wählen zu gehen, wenn die Gewählten nachher sowieso machen, was sie wollen“, kritisiert Johanns und bilanziert: „Ich muss mit dem Ergebnis leben, ich finde es aber armselig, wie es zustande gekommen ist.“

Der 65-Jährige Johanns ist seit 36 Jahren in der Gemeindepolitik und seit 24 Jahren Bürgermeister von Bous. Er habe sich bei seiner Amtsführung nichts vorzuwerfen, im Gegenteil: „Der Gemeinde geht es gut, es wurde viel investiert, und das ohne nennenswerte Verschuldung“, meint Johanns.

Carlo Kütten hatte gegenüber dem LW die Verdienste seines Vorgängers nicht bestritten. Trotzdem sei es jetzt Zeit für einen Wechsel, meinte er. Nach eigenen Aussagen war Johanns bereit, das Bürgermeisteramt nach drei Jahren abzugeben und einen Neuanfang vorzubereiten. „Das wäre ein sauberer Übergang geworden. Ich hänge nicht an meinem Posten“, sagt er.


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