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Gemeindewahlen in Betzdorf: Handschlag nach langem Koalitionspoker
Jean-François Wirtz will als neuer Bürgermeister den Akzent auf Wohnungsbau und Kinderbetreuung legen.

Gemeindewahlen in Betzdorf: Handschlag nach langem Koalitionspoker

Foto: Volker Bingenheimer
Jean-François Wirtz will als neuer Bürgermeister den Akzent auf Wohnungsbau und Kinderbetreuung legen.
Lokales 2 Min. 27.10.2017

Gemeindewahlen in Betzdorf: Handschlag nach langem Koalitionspoker

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Drei turbulente Wochen des Koalitionspokers sind in Betzdorf zu Ende gegangen. Eine Hochzeit, eine Scheidung und eine Wiederverheiratung – das alles hat der Wahlsieger LSAP in dieser Zeit auf die Beine gestellt.

(vb) - Drei turbulente Wochen des Koalitionspokers sind in Betzdorf zu Ende gegangen. Eine Hochzeit, eine Scheidung und eine Wiederverheiratung – das alles hat der Wahlsieger LSAP in dieser Zeit auf die Beine gestellt.

In der Nacht auf Mittwoch genehmigten die Parteimitglieder von LSAP und CSV schließlich das Koalitionsabkommen. Großer Gewinner ist Jean-François Wirtz, der nun die vollen sechs Jahre Bürgermeister von Betzdorf wird. Im ersten, noch am Wahlsonntag unterzeichneten Abkommen mit „Déi Gréng“ hätte er nach drei Jahren den Posten an den Koalitionspartner abgeben müssen. Erster Schöffe wird Marc Ries, Listenerster bei der CSV. Das Amt des Zweiten Schöffen wird aufgeteilt zwischen Holdy Dahlem (LSAP) in der ersten Hälfte der Mandatsperiode und Christopher Lilyblad (CSV), der anschließend die zweite Hälfte übernimmt.

Nach den Verhandlungen waren die neuen Koalitionspartner voll des Lobes über das Verhältnis „auf Augenhöhe“ und das kollegiale und sachliche Klima bei den Verhandlungen der vergangenen Wochen.

„Wir sind sehr zufrieden. Das Abkommen spiegelt gut das Kräfteverhältnis zwischen LSAP und CSV wider“, sagt der künftige Bürgermeister Jean-François Wirtz gegenüber dem LW. Die Abstimmung mit der CSV sei fair und zielorientiert verlaufen.

Mit den zwei ehemaligen Oppositionsparteien, die jetzt den Schöffenrat stellen, stehe Betzdorf ein wirklicher Neuanfang bevor, sagte Wirtz. Als Bürgermeister wolle er die Kinderbetreuung ausbauen und eine Plattform für alle Akteure auf dem Schulcampus schaffen.

Dass seine Partei das Abkommen mit „Déi Gréng“ aufgekündigt hat, habe vor allem am „Zwischenmenschlichen“ gelegen, sagt Wirtz. Er habe sich in den Tagen nach der Wahl kein gutes Arbeitsklima mit einem grünen Koalitionspartner vorstellen können. Wirtz: „Am Wahlsonntag fühlten wir uns wie in einem Tunnel. Ich ziehe daraus die Lehre, nie mehr so schnell Koalitionsverhandlungen durchzuziehen.“

"Déi Gréng" reagieren empört

„Höchst zufrieden“ ist auch die Betzdorfer CSV mit der frisch geschmiedeten Allianz. „Wir werden viele großartige Dinge für die Gemeinde machen“, ist sich Spitzenkandidat Marc Ries sicher. Mit der LSAP habe man „von der ersten Minute an Hand in Hand zusammengearbeitet“. Für die kommenden sechs Jahre liege der CSV-Fraktion vor allem am Herzen, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen.

Empört reagierten „Déi Gréng“ auf das gebrochene Koalitionsabkommen. „Politisch haben wir kein Problem damit, in die Opposition zu gehen. Aber moralisch ist das, was die LSAP getan hat, höchst zweifelhaft“, sagt Jim Meisch, Teil der Doppelspitze seiner Partei. Die Sozialisten rund um Jean-François Wirtz hätten sich „über ihr eigenes Wort hinweggesetzt“. Vom Wahlergebnis her hätten „Déi Gréng“ ebenfalls eine Koalition mit der CSV bilden können, wurden aber laut Meisch von den Sozialisten „schachmatt gesetzt“.


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