Gemeindestreit
Wieder alles im Lot zwischen Differdingen und Sassenheim
(rsd) - Die Sache ist ausgestanden, die Friedenspfeife ist geraucht. Zwischen den Gemeinden Differdingen und Sassenheim ist wieder alles im Lot, denn die Rue de l’Industrie in Sassenheim darf auch weiterhin von Lastwagen benutzt werden. Das versicherte Bürgermeister Georges Engel in einer Informationsversammlung in Niederkorn.
Dass zwischen Differdingen und dem östlichen Nachbarn der Haussegen schief hing, war darauf zurückzuführen, dass der Schöffenrat der Gemeinde Sassenheim kurzfristig beschlossen hatte, den Teil der Straße, der sich auf ihrem Territorium befindet, aufgrund von Reklamationen der Anwohner für Lastwagen zu sperren. Das wiederum stieß auf wenig Begeisterung in Differdingen.
"Nicht gesetzeskonform"
Diese Maßnahme hätte nämlich bedeutet, dass die Fahrzeuge des Bauunternehmens CBL, um die es geht, von ihrem Hauptsitz in Niederkorn nicht mehr den kürzesten Weg zur Autobahn A13 genommen hätten, sondern bis nach Niederkorn hätten fahren müssen, um dort im Verteilerkreis zu wenden, um dann wieder in Richtung Autobahn zu fahren. Und das stieß beim Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini auf wenig Verständnis, besonders weil sich in diesem Bereich zwei Schulgebäude befinden, was zu einer zusätzlichen Gefahrenquelle geführt hätte.
Absolut nicht nach dem Geschmack von Traversini war es auch, dass der Differdinger Schöffenrat kurzfristig von den Amtskollegen aus der Nachbargemeinde informiert wurde. Am Freitag um 16.20 Uhr erhielt er eine
E-Mail, in der es hieß, die Straße sei ab Montagmorgen gesperrt. Das sei nicht gesetzeskonform, so der Differdinger Bürgermeister, denn für eine solche Maßnahme bedürfe es des Beschlusses des Gemeinderats, es sei denn, es habe eine Dringlichkeit vorgelegen, was aber hier nicht der Fall gewesen sei.
Problem eh nur vorübergehend
Und Roberto Traversini unterstreicht, dass das erhöhte Lastwagenaufkommen nur eine vorübergehende Erscheinung sei. Als die Firma CBL sich in Niederkorn niederließ, blieben auf dem Standort 13 000 Kubikmeter verseuchte Erde zurück. Die konnte damals nicht entsorgt werden, weil die Sondermülldeponie von ArcelorMittal in Differdingen-Fousbann zu diesem Zeitpunkt geschlossen war. Von der Umweltverwaltung kam die Auflage, das Versäumte in spätestens fünf Jahren nachzuholen. Das bedeutet, dass der Lastwagenverkehr vorübergehend leicht zunimmt.
Der Bürgermeister spricht von bis zu 20 schweren Fahrzeugen am Tag. Und ein Verantwortlicher des Bauunternehmens bestätigt, dass es im Normalfall zehn bis 15 Lastwagen sind, die den Sitz der Firma täglich verlassen bzw. ansteuern. Ohnehin wäre der Abtransport der belasteten Erde am Dienstag um 10 Uhr abgeschlossen gewesen.
Der Sassenheimer Bürgermeister Georges Engel, der mit dem fast vollzähligen Schöffenrat nach Niederkorn in die „Höhle des Löwen“ gekommen war, musste eingestehen, von dieser außergewöhnlichen Sachlage nichts gewusst zu haben. Man sei von einem Dauerzustand ausgegangen und habe folglich reagieren müssen. Im Sinne gutnachbarlicher Beziehungen wurde versichert, dass man bereit sei, Wasser in den Wein zu schütten und die Straße geöffnet zu lassen.
Damit ist die Sache freilich nicht definitiv ausgestanden. Um die Angelegenheit mit dem Lastwagenverkehr in den Griff zu bekommen, müsse eine definitive Lösung angestrebt werden, wurde in der Informationsversammlung mehrfach betont. Und die soll möglicherweise durch das Gewerbegebiet „Hanebësch“ führen. Bei der Suche nach dem Stein der Weisen sollen die unmittelbar betroffenen Bürger eingebunden werden. Das versicherten beide Bürgermeister in der Versammlung in Niederkorn.
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