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Gemeindestreit um Umgehungsstraße: Keine Gegenkampagne aus Niederkerschen
Die Werbung gegen die Umgehungsstraße auf den TICE-Bussen sorgte
 in Käerjeng für einen bitteren Nachgeschmack.

Gemeindestreit um Umgehungsstraße: Keine Gegenkampagne aus Niederkerschen

Foto: Nicolas Anen
Die Werbung gegen die Umgehungsstraße auf den TICE-Bussen sorgte
 in Käerjeng für einen bitteren Nachgeschmack.
Lokales 23.05.2017

Gemeindestreit um Umgehungsstraße: Keine Gegenkampagne aus Niederkerschen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
"Nicht ganz Fair Play“, so bezeichnet der Käerjenger Bürgermeister Michel Wolter die Sassenheimer Kampagne gegen die geplante Umgehungsstraße von Niederkerschen. Dennoch entschied der Käerjenger Gemeinderat sich "nicht provozieren zu lassen".

(na) -  „Wir sollten uns nicht provozieren lassen“, so der Käerjenger Bürgermeister, Michel Wolter (CSV), als er während der Gemeinderatssitzung am Montagnachmittag auf die Kampagne der Sassenheimer Gemeinde gegen die Niederkerschener Umgehungsstraße einging.

Sauer stieß ihm allerdings auf, dass die Gemeinde Sassenheim ihre Argumente auch auf TICE-Bussen plakatieren ließ, einem Gemeindesyndikat, in dem auch 
Käerjeng vertreten ist.

"Nicht ganz Fair Play"

„Das ist nicht ganz Fair Play“, so Wolter. Auch, dass der Name „Bascharage“ auf diesen Plakaten ausgestrichen werde, sei „kein guter Stil“.

Befremdlich fand Michel Wolter, dass die Kosten für die Kampagne nicht genannt wurden, dies stelle ein "Minimum an Demokratie" dar.
Befremdlich fand Michel Wolter, dass die Kosten für die Kampagne nicht genannt wurden, dies stelle ein "Minimum an Demokratie" dar.
Foto. Nicolas Anen

Rat Marc Hansen (Déi Gréng), sah seinerseits keine neuen Argumente durch die Kampagne hervorgebracht. Im Gegenteil verschweige sie die Problematik der Lastwagendurchfahrten und die Auswirkungen des geplanten Tanklagers.

„Wahlpropaganda“

René Robinet (BIGK) sprach gar von Sassenheimer „Wahlpropaganda“, während DP-Vertreter Nico Funck feststellte, dass die Gemeinde Sassenheim das Geld für die Kampagne besser in die Anpflanzung von Bäumen investiert hätte.

Von LSAP-Seite gab auch Fred Reuter den Rat „sich aus der Polemik rauszuhalten“.

Gesetzestext für Herbst angekündigt

Zuvor hatte Michel Wolter erklärt, sich bereits mit den betroffenen Regierungsvertreter ausgetauscht zu haben. Diese würden sich weiter an das halten, was ausgemacht worden sei, so Wolter.

Das Finanzierungsprojekt zum Bau der Umgehungsstraße soll voraussichtlich im Herbst im Parlament eingereicht werden. Demnach sei es nicht angebracht, eine Gegenkampagne zu starten, so Michel Wolter noch.

"Keine neuen Elemente"

In Niederkerschen wurde die Sassenheimer Kampagne von einzelnen Ratsmitglieder als "Attacke" gewertet.
In Niederkerschen wurde die Sassenheimer Kampagne von einzelnen Ratsmitglieder als "Attacke" gewertet.
Foto: Guy Jallay

Zuvor war Marc Hansen ausführlich auf die Sassenheimer Argumente gegen die Umgehungsstraße eingegangen und erklärte, dass diese im Rahmen der Studien zum Projekt analysiert worden seien.

Trotz all dieser Vorschläge würden die NOx-Werte an der Avenue de Luxembourg aber nicht unter den Grenzwert fallen. Maßnahmen, wie der Ausbau des P&R in Rodange auf 1 800 Plätze, eine Busspur in die Avenue de Luxemburg oder ein „intelligentes Ampelsystem“ seien seit längerem in Arbeit.

Er könne "keine neue Elemente" erkennen. „Was Zweck und Sinn dieser Kampagne sein soll, überlassen wir den Bürgern“, so sein Fazit.


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Der Kommentar: Keine neuen Inhalte
Sassenheimer Lokalpolitiker haben es schwer. Wie selbstverständlich wagt es kurz vor den Gemeindewahlen keiner von ihnen sich für die Umgehungsstraße von Niederkerschen auszusprechen.