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Gemeindehäuser in Luxemburg : Von Steinen und ihren Geschichten
Lokales 8 3 Min. 24.03.2015

Gemeindehäuser in Luxemburg : Von Steinen und ihren Geschichten

Einst Schloss, Pfarrhaus, landwirtschaftliches Anwesen oder Bahnhof: Viele Rathäuser in Luxemburg haben eine wechselvolle Geschichte, von der die heutigen Bürger nicht unbedingt wissen. Wir haben acht Gemeindehäuser ausgewählt und einen Blick in die Archive geworfen.

(rr) - Einst Schloss, Pfarrhaus, landwirtschaftliches Anwesen oder Bahnhof: Viele Rathäuser in Luxemburg haben eine wechselvolle Geschichte, von der die heutigen Bürger nicht unbedingt wissen. Wir haben acht Gemeindehäuser ausgewählt und einen Blick in die Archive geworfen.

Die heutigen Gemeindeverwaltungen sind Dienstleister und deshalb mehr oder weniger funktionell eingerichtet. Hinter den Mauern verbergen sich jedoch oft interessante Geschichten.

So befinden sich die kommunalen Dienststellen der Gemeinde Mamer seit 2002 in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen. Aus dem Wohnhaus, den Stallungen, Garagen und Scheunen war während der Umbau-, Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten eine hochmoderne Verwaltungszentrale entstanden: das „Mamer Schlass“. 

Viele Eigentümer, viele Geschichten

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt auch das Tudor-Schloss, der heutige Sitz der Gemeindeverwaltung Rosport, zurück, das zudem als nationales Denkmal geschützt ist. Der frühere Irminenhof war durch die Heirat Tudor-Loser in den Besitz der Familie Tudor übergegangen und durch mannigfaltige Umänderungen zu einem herrschaftlichen Schlossgebäude umgestaltet worden, gelegen in einem prächtigen Naturpark. Henri Tudor ließ 1892/1893 ein neues Schloss erbauen, wohin er sich ein paar Jahre später mit seiner Gattin Marie-Madeleine Pescatore zurückzog. Ab diesem Datum ging die Rede von zwei Schlössern, dem alten Heimatschloss und dem neuen Schloss. Im Zweiten Weltkrieg wurde das alte Schloss in ein Landjahrlager für Jungen umgewandelt, während im neuen Schloss ein Arbeitsdienstlager für Mädchen eingerichtet wurde. Nach dem Krieg kamen das alte und neue Schloss in den Besitz der Familie Vic. Steinmetzer-Jacoby. Das alte Schloss wurde später von Julien Becker erworben. Im neuen Schloss eröffnete der Sohn von Vic. Steinmetzer die „Hostellerie Normande“. 1964 erwarb die Firma Monsanto das Schloss, das ihr als Gästehaus diente. Frau Bracke-Neu wurde im Jahre 1968 Besitzerin des Schlosses, worin sie die „Hostellerie du Manoir“ einrichtete. Im Sommer 1970 kaufte die Gemeinde Rosport das Tudor-Schloss mit dem Bering, der ungefähr vier Hektar umfasst.

Die Spuren des Schlosses in Berg reichen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts zurück. Im Oktober 1997 erwarb die Gemeinde Betzdorf für 40 Mio. Franken die Liegenschaften des seit Februar 1955 dem Luxemburger Roten Kreuz gehörenden Schlossberinges, insgesamt 98,85 Ar, Schloss, Garage, Garten und anstoßende Areale inbegriffen. Die Gebäude wurden instand gesetzt und dienen nunmehr als Sitz der Gemeindeverwaltung. 

Kulisse für Theateraufführungen und Ausstellungen

Das Schloss von Erpeldingen an der Sauer wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Im Jahr 1983 kaufte es der Luxemburger Staat, seit 1987 ist es Sitz der Gemeindeverwaltung. Das altehrwürdige Gebäude und der Schlosspark dienten in den vergangenen Jahren des Öfteren für Theateraufführungen und Ausstellungen.

Von 1830 bis 1838 wurde das Rathaus in Luxemburg-Stadt im neo-klassizistischen Stil errichtet. Dazu wurden größtenteils Steine des alten Franziskanerklosters benutzt, das sich bis 1829 an diesem Platz befand. Die beiden bronzenen Löwen, eine Arbeit von Auguste Trémont, wurden erst im Jahr 1931 zu beiden Seiten der Freitreppe aufgestellt. Reichlich Diskussionsstoff bot die Passerelle, die seit vergangenem Jahr das Rathaus und das „Bierger-Center“ miteinander verbindet.

Ein burgähnliches Erscheinungsbild hat das Gemeindehaus in Manternach. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente während mehr als 200 Jahren als Pfarrhaus. Die Gemeinde erwarb es im Jahre 1992 für 5,5 Millionen Franken und ließ es renovieren. Die Kosten beliefen sich schließlich auf 50 Millionen Franken. Die Einweihung fand Ende Mai 1997 statt.

Die frühere Wasserbilliger „Prënzegare“ wurde 1981 von der Gemeinde gekauft und von 1985 bis 1987 restauriert. Das stattliche Gemeindehaus hat den Namen „Um Prënz“ behalten.

Ein wahrer Eyecatcher ist das Gemeindehaus in Dalheim. Der im Januar 1964 eingeweihte Neubau musste 1999 um ein Stockwerk erweitert werden, da er aus allen Nähten platzte. Die rote Farbe an der Fassade und die Stahlbetonstützen, die das Dach tragen, würden an die Römerzeit erinnern, erklärte damals Architekt François Valentiny.



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