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Gemeinde Rosport: Hastert soll Ehrenbürgerschaft aberkannt werden
Im Rathaus in Rosport wird am 11. Mai über die Ehrenbürgerschaft entschieden.

Gemeinde Rosport: Hastert soll Ehrenbürgerschaft aberkannt werden

Foto: Pierre Matgé
Im Rathaus in Rosport wird am 11. Mai über die Ehrenbürgerschaft entschieden.
Lokales 28.04.2016

Gemeinde Rosport: Hastert soll Ehrenbürgerschaft aberkannt werden

Der Gemeinderat Rosport wird am 11. Mai über die Ehrenbürgerschaft von Dennis Hastert entscheiden. Der US-Politiker mit luxemburgischen Wurzeln hatte Schweigegelder gezahlt, um Sexualdelikte unter den Teppich zu kehren.

(asc/dpa) - Ein Gericht in Chicago hat den einstigen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, wegen Verschleierung von Banktransferts zu 15 Monaten Haft verurteilt. Hastert, dessen Vorfahren aus Osweiler stammen, war bis vergangenen Dezember Ehrenbürger der Gemeinde Rosport.

Der US-Politiker Dennis Hastert hat zugegeben, dass er einen ehemaligen Schüler sexuell belästigt und versucht hat, diesen mit hohen Geldzahlungen zum Schweigen zu bringen.
Der US-Politiker Dennis Hastert hat zugegeben, dass er einen ehemaligen Schüler sexuell belästigt und versucht hat, diesen mit hohen Geldzahlungen zum Schweigen zu bringen.
Foto: AFP

Auf Nachfrage teilte der Bürgermeister von Rosport, Romain Osweiler, am Donnerstag mit, dass er in der Sitzung vom 11. Mai den Gemeinderat mit der Angelegenheit befassen wird. Osweiler: "Ich werde dem Gemeinderat vorschlagen, dass Dennis Hastert die Ehrenbürgerschaft definitiv aberkannt wird."

Nachdem Hastert angeklagt worden war, hatte der Rosporter Gemeinderat im Dezember vergangenen Jahres bereits beschlossen, die Ehrenbürgerschaft bis zur Urteilsverkündung zu suspendieren.

1,7 Millionen Dollar Schweigegelder

In der Affäre um Schweigegelder in Millionenhöhe ist Dennis Hastert zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Der ehemalige Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses hatte sich bereits zuvor schuldig bekannt, gegen Bankgesetze verstoßen zu haben. Ein Bundesrichter in Chicago gab am Mittwoch das Strafmaß bekannt.

Hastert - von 1999 bis 2007 formal der drittmächtigste Politiker in den USA - zahlte über fast fünf Jahre Schweigegelder in Höhe von rund 1,7 Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro), um Sexualdelikte aus früheren Jahren unter den Teppich zu kehren. Diese Vorwürfe waren nicht Teil des Verfahrens.

Hastert hatte sich im vergangenen Oktober schuldig bekannt. Am Mittwoch räumte er auch zum ersten Mal ein, sich in seiner Zeit als Trainer von jugendlichen Ringern mehreren Jungen im Teenageralter unsittlich genähert zu haben. Einer davon habe dann Schweigegeld bis zu 3,5 Millionen Dollar verlangt.

„Was ich getan habe, war falsch“, sagte der 74-jährige, von einem im vergangenen Jahr erlittenen Schlaganfall gezeichnete Politiker im Gerichtssaal. Hastert war aufgeflogen, nachdem er in regelmäßigen Abständen große Geldbeträge von seinen Konten abgehoben hatte.


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