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Gemeinde Käerjeng setzt sich durch
Lokales 4 Min. 15.04.2019

Gemeinde Käerjeng setzt sich durch

Der Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest soll den Rest Luxemburgs von der Schutzzone, der sogenannten Zone blache zwischen Zaun und Staatsgrenze, trennen.

Gemeinde Käerjeng setzt sich durch

Der Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest soll den Rest Luxemburgs von der Schutzzone, der sogenannten Zone blache zwischen Zaun und Staatsgrenze, trennen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 4 Min. 15.04.2019

Gemeinde Käerjeng setzt sich durch

Luc EWEN
Luc EWEN
Die Verantwortlichen der Gemeinde Käerjeng haben in den vergangenen Tagen die Eigentümer der Grundstücke an der Grenze aufgesucht. Offenbar mit Erfolg.

Die Gemeinde Käerjeng hat am Montag eine Variante für den Verlauf des Schutzzauns gegen die Afrikanische Schweinepest präsentiert. Bürgermeister Michel Wolter erklärte dem LW, dass diese Alternative quasi direkt an der Staatsgrenze zu Belgien entlang führe.

„An einigen Stellen sind wir etwa zehn oder 15 Meter von der Grenze entfernt, an einer maximal 50 Meter.“ Aber dort wo es möglich sei, verlaufe die Alternative quasi direkt an der Grenze.

Diese Karte zeigt die Grenze zwischen Grass (oben) und Petingen (unten). Küntzig befindet sich in der Bildmitte. Der von der Regierung geplante Schutzzaun (rot) verläuft weiter von der Grenze zu Belgien (weiße Fläche) entfernt als die Alternativvariante der Gemeinde Käerjeng (gelb).
Diese Karte zeigt die Grenze zwischen Grass (oben) und Petingen (unten). Küntzig befindet sich in der Bildmitte. Der von der Regierung geplante Schutzzaun (rot) verläuft weiter von der Grenze zu Belgien (weiße Fläche) entfernt als die Alternativvariante der Gemeinde Käerjeng (gelb).
Grafik: Gemeinde Käerjeng

Die Vorteile lägen auf der Hand. „Linger wird nicht mehr ausgesperrt“, sagt der Gemeindevater. Zudem habe der neue Verlauf Vorteile für Küntzig. Die Gemeinde habe mit allen Grundeigentümern gesprochen und auch deren Bewilligungen eingeholt.

Das Argument, ein Zaun an der Grenze sei wegen der Eigentumsverhältnisse nicht möglich, sei somit widerlegt.

Familie Kerger atmet auf


Treffen mit Bauer Albert Kerger wegen Schweinepest-Zaun - Foto : Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Bauernhof hinter Schutzzaun verbannt
In der Gemeinde Käerjeng wird ein Schutzzaun errichtet, um gegen die Schweinepest vorzugehen. Doch wird sich dadurch auch ein Bauernhof hinter dem Zaun, in der sogenannten Zone blanche, befinden.

Ein weiterer Vorteil des alternativen Verlaufs sei Wolter zufolge, dass der Zaun so weniger sichtbar sei als bei der ersten Variante. Dies habe einen psychologischen Effekt. Wichtig sei auch, dass der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Kerger (das LW berichtete) nun nicht mehr ganz in der Schutzzone, der sogenannten Zone blanche, liegt.

Erleichtert meldete sich gestern denn auch der besagte Landwirt, Albert Kerger, zu Wort. Er sei dankbar, dass durch die Bemühungen der Gemeinde der Hof seiner Familie aus dieser Zone herausgenommen worden sei.

Hierauf angesprochen bestätigt der Direktor der Veterinärinspektion, Félix Wildschutz, dass die Zone blanche nun wohl kleiner ausfallen wird. Wildschutz bleibt aber dabei, dass es keinen Nachteil für den besagten Betrieb gehabt hätte, wenn der Hof in der Zone verblieben wäre.

Landwirt Albert Kerger zeigt die Stelle, an welcher der Zaunbau nach heftiger Kritik eingestellt worden war. Kerger zeigt sich erleichtert, dass sein Hof nun aus der Zone blanche herausgenommen wurde.
Landwirt Albert Kerger zeigt die Stelle, an welcher der Zaunbau nach heftiger Kritik eingestellt worden war. Kerger zeigt sich erleichtert, dass sein Hof nun aus der Zone blanche herausgenommen wurde.
Foto: Pierre Matgé

Félix Wildschütz bestätigt auch, dass der Vorschlag der Gemeinde positiv von den staatlichen Vertretern aufgenommen wurde. „Wir können mit dieser Lösung einverstanden sein“, sagt er im Gespräch mit dem LW.

Allerdings müsse von staatlicher Seite noch überprüft werden, ob diese Lösung an allen Orten umsetzbar ist. Der Zaunbau war nach der Informationssitzung in Küntzig eingestellt worden. „Die Teile, die bereits stehen, bleiben auch stehen“, so Wildschutz.

Auf die Frage, ob dies bedeuten könnte, dass nun stellenweise zwei Zäune existieren werden, sagt er „Nein“, relativiert dies aber kurz darauf: „Vielleicht an einigen wenigen Stellen“.

Im Laufe dieser Woche werde eine endgültige Entscheidung getroffen.

Bau wird wieder aufgenommen

Félix Wildschutz gibt aber zu verstehen, dass die Lösungsvorschläge der Gemeinde dabei wohl berücksichtigt werden. Bis dahin werde der Zaunbau an denen Stellen, an denen sich beide Varianten überschneiden – wie im nördlichen Teil zwischen Grass und Küntzig, wieder aufgenommen.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Guy Feyder, fordert indes eine Verlängerung des Zauns Richtung Norden (siehe Luxemburger Wort vom 16. April).

Der Zaunbau war nach der Informationsversammlung in Küntzig provisorisch eingestellt worden.
Der Zaunbau war nach der Informationsversammlung in Küntzig provisorisch eingestellt worden.
Foto: Pierre Matgé

Am 4. April hatten Verantwortliche mehrerer staatlicher Behörden den Zaunverlauf in einer ersten Variante, die damals bereits im Bau war, vorgestellt. Dabei hatte es heftige Kritik gegeben. Dies wegen der Schutzzone zwischen Zaun und Staatsgrenze.

Würde dort ein krankes Tier gefunden, so würde dies ein landesweites Exportverbot mit verheerenden wirtschaftlichen Konsequenzen nach sich ziehen, so die Befürchtung. Zudem zerschneide der Zaun Küntzig und Linger. Auch gab es Sicherheitsbedenken, wenn in der Zone blanche auf Wildschweine geschossen würde.

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Treffen mit Bauer Albert Kerger wegen Schweinepest-Zaun - Foto : Pierre Matgé/Luxemburger Wort