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Geldautomat in Grevenmacher gesprengt
Lokales 7 2 Min. 04.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Geldautomat in Grevenmacher gesprengt

Der Tatort am Supermarkt Copal in Grevenmacher.

Geldautomat in Grevenmacher gesprengt

Der Tatort am Supermarkt Copal in Grevenmacher.
Foto: Guy Jallay
Lokales 7 2 Min. 04.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Geldautomat in Grevenmacher gesprengt

Steve REMESCH
Steve REMESCH
In der Nacht zum Freitag wurde der Geldautomat an einem Einkaufszentrum gesprengt. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Die Serie der Geldautomatensprengungen geht weiter: In Grevenmacher ist am frühen Freitagmorgen der Bancomat der Bil im Einkaufszentrum Copal explodiert. Die Polizei sucht dringend nach Zeugen.

Die Täter waren der Polizeimeldung zufolge zwischen 2 und 3.30 Uhr am Werk. Wer in diesem Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gegeben sich unverzüglich bei der Polizei aus Grevenmacher unter der Nummer 24470-1000 zu melden.

Es ist inzwischen der achte derartige Raubzug in Folge. Die Vorgehensweise ist dabei stets die gleiche: Die Täter führen ein frei im Baumarkt erhältliches Gasgemisch mit einem Schlauch aus einer Druckflasche in den Automaten ein und zünden dieses dann elektrisch.

Bei der Explosion wird der Automat dann zumeist aus der Verankerung geschleudert und derart zerstört, dass die Täter sich nur noch an den Geldscheinen bedienen müssen.

Mehrköpfige Teams

Damit die Täter ungestört arbeiten können, sind sie zumeist in mehrköpfigen Teams am Werk – wobei den Ermittlungen bei ähnlichen Fällen im Ausland zufolge mindestens einer der Räuber Schmiere steht und das Startzeichen gibt, sobald die Luft rein ist.

Bei der Tat nutzen die Täter auffallend oft gestohlene Kombifahrzeuge vom Typ Audi RS4 oder RS6. Diese sind mit rund 450 PS hochmotorisiert und verfügen zudem über viel Stauraum für das Werkzeug der Täter. Ausserdem sind sie, wie viele andere Luxusfahrzeuge auch, dank des Keyless-Go-Systems leichte Beute.

Spur in die Niederlande

Vereinzelte Festnahmen – ebenfalls im Ausland – haben gezeigt, dass es sich bei den Tätern um Mitglieder von großen und organisierten Banden aus niederländischen Großstädten handelt. Dass die Raubzüge inzwischen vermehrt im ausländischen Grenzgebiet stattfinden, ist darauf zurückzuführen, dass die Geldinstitute in den Niederlanden inzwischen auf den Modus Operandi reagiert haben.

So wurden die Geldautomaten in den Niederlanden flächendeckend mit Lüftungsschlitzen versehen, die verhindern, dass sich das Gas im Gerät aufstauen kann. Zudem wurde auch modernes Material angeschafft, das mit Gasdetektoren ausgestattet ist und bei einem Alarm sofort eine große Menge Kohlendioxid ausstößt. Dann ist eine Zündung nicht mehr möglich. Farbpatronen gelten nur bedingt als zielführende Schutzmaßnahme. 

Achte Explosion in Luxemburg

Üblicherweise schlagen die Täter mehrmals an aufeinanderfolgenden Tagen in einer bestimmen Region zu. Im Luxemburger Grenzraum gab es allerdings in den vergangenen Nächten keine Presseberichte über derartige Taten. 

In der vergangenen Nacht gab es fast zeitgleich einen Vorfall westlich von Duisburg, im Kreis Kleve unweit der niederländischen Grenze. In der Nacht zum Donnerstag hatten Täter in Rheinau in Baden-Württemberg zugeschlagen. In beiden Fällen sind die Räuber jedoch nicht an die Beute gelangt.


Sprengung Geldautomat Bancomat Raiffeisenkasse Weiswampach / Foto: John LAMBERTY
Weiswampach: Panzerknacker mit Gasflaschen
Am frühen Donnerstagmorgen explodiert der inzwischen siebte Geldautomat in Luxemburg. Dabei ist seit Jahren viel über Täter und Vorgehensweise bekannt.

Die letzte Tat in Luxemburg liegt einen Monat zurück. Am Donnerstag, dem 6. August, war der Geldautomat der Raiffeisenbank in Weiswampach gesprengt worden. Zuvor gab es Explosionen am 31. März 2018 in Niederanven, am 9. Juni 2018 in Heiderscheid, am 9. Juli 2018 im Park Hosingen, am 16. Februar 2019 in Wintger, am 15. Oktober 2019 in Remich und am 17. Oktober 2019 in Mersch.    

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