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Geldautomat durch Gasexplosion gesprengt
Die Polizei sucht dringend nach Zeugen. Zweckdienliche Hinweise werden über die Notrufnummer 113 entgegengenommen.

Geldautomat durch Gasexplosion gesprengt

Foto: Guy Jallay
Die Polizei sucht dringend nach Zeugen. Zweckdienliche Hinweise werden über die Notrufnummer 113 entgegengenommen.
Lokales 6 21.03.2018

Geldautomat durch Gasexplosion gesprengt

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Mit brachialer Gewalt gingen Bankräuber in der Nacht zum Mittwoch in Niederanven vor: Sie sprengten den Geldautomaten der Postfiliale aus der Wand und verwüsteten bei der Aktion das Postbüro. Die Polizei sucht Zeugen.

Um 3.50 Uhr erschüttert eine gewaltige Explosion das Einkaufszentrum Les Arcades in Niederanven. An der Postfiliale am unteren Ende des Gebäudes haben unbekannte Täter den Geldautomaten gesprengt. Die Wucht der Detonation reißt eine ganze Außenmauer ein. Noch bevor der Alarm ausgelöst wird, gehen bei der Polizei Alarmmeldungen zur Explosion ein.

Den ersten Polizisten vor Ort offenbart sich ein Trümmerfeld. Die Fassung des Automaten ist bis auf den Parkplatz geschleudert worden. Die Spurensicherung wird später Trümmerteile in mehr als 50 Metern Entfernung finden.

Im Innern der Bank flattern lose Geldscheine. Demnach ist anzunehmen, dass die Täter ihr Ziel erreicht haben und mit einer wahrscheinlich recht hohen Geldsumme flüchten konnten.

LW-Informationen zufolge haben die Täter ein Gasgemisch bei der Sprengung benutzt. Dieses bietet sich durch eine leichte Zugänglichkeit an. Die Mittel, um die Explosion herbeizuführen, sind frei in jedem Baumarkt erhältlich.

Üblicherweise wird das Gas mit einem Schlauch in den Ausgabeschlitz des Automaten gepumpt. Mit einem Elektrozylinder kann aus sicherer Entfernung ein Funke erzeugt und so die Detonation im Innern des Tresors herbeigeführt werden.

Schwierig ist dabei nur, die Intensität der Explosion zu steuern. Wie möglicherweise auch in diesem Fall, kann diese durch eine überhöhte Gasmenge viel zu heftig ausfallen.

Im Jahr 2016 wurden auf diese Weise europaweit 392 Geldautomaten gesprengt. In Luxemburg ist ein solches Vorgehen jedoch eine Premiere.

Europol vermutet einem internen Bericht zufolge niederländische Banden hinter einer umfangreichen Serie von Explosionen im erweiterten Grenzraum. In den Niederlanden selbst, wo die Serie ihren Ursprung nahm, sind inzwischen die meisten Automaten mit Druckschlitzen sowie mit Gassensoren und Stickstoffpatronen ausgestattet.


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