Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Gelbe Striche gegen Falschparker
Lokales 2 Min. 01.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Gerangel und seine Folgen

Gelbe Striche gegen Falschparker

Auf Escher Seite sind die Pflaster nun durchgestrichen. Die Falschparker stören sich daran allerdings nur wenig.
Gerangel und seine Folgen

Gelbe Striche gegen Falschparker

Auf Escher Seite sind die Pflaster nun durchgestrichen. Die Falschparker stören sich daran allerdings nur wenig.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 01.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Gerangel und seine Folgen

Gelbe Striche gegen Falschparker

Luc EWEN
Luc EWEN
Kurios mutet es an, dass Parken auf „Parkstreifen“ in Belval untersagt ist. Im Internet gab es bereits einen „Shitstorm“. Doch das Problem sitzt tiefer.

(L.E.) - Nach der Facebook-Polemik um Knöllchen, die Autofahrer auf angeblich eingezeichneten Parkplätzen erhalten haben sollen, hat die Stadt Esch/Alzette nun wie angedroht den Pinsel geschwungen. Auf den Teilen des Bürgersteiges, die in einer dunkleren Farbe bepflastert sind, wurden gelbe Striche aufgetragen, um das Parkverbot, das ohnehin schon durch einen wahren Schilderwald gekennzeichnet ist, auch dem begriffsstutzigsten Verkehrsteilnehmer klar zu machen.

Ohne Erfolg. In den vergangenen Tagen nutzten auch weiterhin zahlreiche Verkehrsteilnehmer den Bürgersteig munter zum Abstellen ihrer Fahrzeuge, wie diese Fotos belegen. Regelmäßig sorgen Posts von unzufriedenen Falschparkern in sozialen Netzwerken für Gespräche.

Immer wieder parken Autofahrer entlang der Avenue du Rock'n'Roll auf den Mustern und ignorieren somit die Parkverbotsschilder. Letztere müssten übrigens nicht dort stehen, da das Parken auf dem Bürgersteig ohnehin laut Straßenverkehrsordnung untersagt ist, außer die entsprechende Beschilderung erlaubt dies.

An der Porte de France findet sich ein Beispiel, von ausgeschilderten und somit legalen Parkplätzen auf dem Bürgersteig.
An der Porte de France findet sich ein Beispiel, von ausgeschilderten und somit legalen Parkplätzen auf dem Bürgersteig.
Foto: Luc Ewen


In der Escher Gemeinderatssitzung vom 17. Juni hatte Schöffe Henri Hinterscheid das Aufmalen der gelben Striche angekündigt. In den vergangenen beiden Jahren habe die Stadt wiederholt die Entwicklungsgesellschaft Agora dazu aufgefordert, Poller aufzustellen oder die Motive in der Bepflasterung rückgängig zu machen. Es sei klar, dass hier der Ball bei der Agora und nicht bei der Stadt liege, so Hinterscheid.

Viele Köche für nur einen Brei

Belval liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Esch und teils auf dem von Sassenheim, so dass zwei Schöffenräte hier verantwortlich sind. Diese müssen ihre Kompetenzen zudem mit dem Fonds Belval und der Entwicklungsgesellschaft Agora – die zur Hälfte ArcelorMittal gehört – teilen.

Der Fonds Belval verwaltet unter anderem die Universitätsgebäude, was bereits mehrmals zum Unmut von Studenten und Universitätspersonal geführt hat, sowie zur Gründung der Initiative „Belval est à nous“ beigetragen hat.

Auch bei der seit langem geforderten Beschilderung zum stets leer stehenden CFL-Parkhaus zeigt sich das Kompetenzgerangel. In diesem Fall ist auch noch die Straßenbauverwaltung mit im Spiel, da sie für die Beschilderung entlang der Staatsstraßen verantwortlich zeichnet.


Der Kommentar

Obacht!

von Luc Ewen

Dass Muster von Parkstreifen auf dem Bürgersteig eingepflastert sind – das kommunale Verkehrsreglement die entsprechenden Parkplätze aber gar nicht vorsieht, ist nur eines von zahlreichen Symptomen des oft angeprangerten Kompetenzgerangels in Belval. In diesem Fall zwischen Agora und der Stadt Esch/Alzette.

Die Ursachen dafür, dass neben zwei demokratisch legitimierten Schöffenräten, auch noch ein staatlicher Fonds und eine Entwicklungsgesellschaft privaten Rechts Einfluss bei der Gestaltung Belvals ausüben, mögen manchem Experten verständlich erscheinen.

Dass Bürger sich allerdings offenbar immer häufiger – ob zu Recht oder zu Unrecht – als die Leidtragenden der dadurch entstehenden Kompetenzgerangel ansehen, generiert vielerorts zunehmends Unverständnis. Vielleicht ist dies ja auch ein Grund dafür, dass schwer nachvollziehbare Verbote – die manchem in Belval nicht als Grund, sondern als Folge des Gerangels erscheinen – augenscheinlich zunehmends ignoriert werden?


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Studenten werden doch noch eine eigene Bleibe in Belval erhalten. Nicht mehr benötigte Adem-Container werden den Studentenvereinigungen provisorisch zur Verfügung gestellt.
Rentree universitaire a Belval, Foto Lex Kleren
Knöllchen auf Parkstreifen
Angebliche Parkstreifen auf denen Knöllchen verteilt würden, sorgen im Internet für Furore. Dabei wird jedoch etwas wesentliches übersehen.
Die Parkverbotsschilder sind nicht zu übersehen.
Während das erste akademische Jahr sich dem Ende zuneigt, hat sich ein Gefühl der Unzufriedenheit in Belval breit gemacht. Das Resultat: die Aktion „Belval est à nous“.
Rentree universitaire a Belval, Foto Lex Kleren
Campus Belval
Nach den Kritiken von Studenten und Universitätsleitung tut sich auf dem Campus Belval langsam was. Erste Zeichen davon sind bunte Sessel die nun die Eingangshalle des Hauptunigebäudes in Belval zieren.
Nach Konzert in Belval
Noch immer gibt es nach Rockhal-Konzerten Chaos, weil die Besucher alle gleichzeitig das überfüllte Parkhaus im Belval-Plaza verlassen wollen. Dabei steht direkt nebenan das CFL-Parkhaus leer.
Das CFL-Parkhaus, das niemand kennt und das deshalb stets leersteht.
Im Herbst soll die Liaison Micheville in ihrer provisorischen Variante eröffnen und somit den Berufsverkehr in Esch mindern. In Belval dürfte der Verkehr dagegen um ein Etliches steigen.
Die Studenten sind unzufrieden, die administrative Leitung der Universität Luxemburg auch. In Belval ist nicht alles Gold, was glänzt.
Unileben in Belval
Bei der Diskussion um das Studentenleben wurde bis jetzt ein Standpunkt außen vor gelassen. Der der Studenten. Wort.lu hat sie befragt und viele sind unzufrieden.
Reaktionen auf Belval-Artikel
Nachdem das LW vom stets leerstehenden Belval-Parkhaus berichtet hatte, weist ein Leser auf überflüssige Beschilderung hin, die seiner Meinung nach durch Wegweiser zum CFL-Parkhaus ersetzt werden könnte.
Dieses Schild ist nur eines von vielen, das akribisch genau den Weg ab der Autobahn zur Industriebrache Esch-Schifflingen zeigt. Wer ab hier zum CFL-Parkhaus möchte, sollte lieber ein „Navi“ nutzen.
Parkprobleme in Belval
Während Konzertbesucher in Belval mit Parkproblemen kämpfen, steht nur wenige Meter weiter ein Parkhaus mit 1.640 Stellplätzen leer. Eine absurde Situation, die sich regelmäßig wiederholt. Die Frage steht im Raum, warum das so ist.
Täglich zeigt diese Tafel, dass das CFL-Parkhaus noch viele freie Stellplätze hat, während oftmals nur wenige Meter weiter Belval-Besucher mit Parkproblemen kämpfen.
Könnte Belval zur Trabantenstadt werden?
Seit dem Unianfang gibt es in Belval ein vorher und ein nachher. Besteht aber jetzt die Gefahr, dass sich Belval zu einer Trabantenstadt entwickelt? Die Planer des neuen Viertels erklären, dass alles gemacht wurde, um gerade dies zu verhindern.
Ein Streifen entlang der Avenue des Hauts-Fourneaux scheint zum Parken einzuladen. Doch für viele gab es eine böse Überraschung, als sie zu ihrem Auto zurückkamen.