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Gegen Alkohol am Steuer
Lokales 2 Min. 09.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Gegen Alkohol am Steuer

In rund 60 Lokalen in Luxemburg hängen solche Geräte schon an der Wand: Gäste können an ihnen testen, wie hoch der eigene Alkoholpegel ist, hier in der Brasserie Schuman.

Gegen Alkohol am Steuer

In rund 60 Lokalen in Luxemburg hängen solche Geräte schon an der Wand: Gäste können an ihnen testen, wie hoch der eigene Alkoholpegel ist, hier in der Brasserie Schuman.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 09.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Gegen Alkohol am Steuer

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Bei 17 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle 2017 in Luxemburg war Alkohol im Spiel. Nun sollen Messgeräte und Tragetaschen dafür sorgen, dass Autofahrer sich nicht betrunken hinters Steuer setzen.

Der Konsum von alkoholischen Getränken ist bei Autofahrern in Luxemburg weiterhin ein großes Problem. Denn bei 17 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle im Jahr 2017 spielte Alkohol eine entscheidende Rolle. Damit ist er eine der Hauptursachen für Unfälle im Straßenverkehr, so Paul Hammelmann, Präsident der Sécurité routière.

Um nun Autofahrer für dieses Thema zu sensibilisieren, ergreift die Vereinigung gemeinsam mit dem Gastronomieverband Horesca und dem Unternehmen Sources Rosport gleich zwei Maßnahmen: die Installation von Alkoholmessgeräten in Lokalen und die Bereitstellung praktischer Tragetaschen, sogenannter Wine bags.

Alkoholtests in Lokalen

Seit März können Restaurant-, Kneipen- und Diskothekenbetreiber in ihren Gaststätten sogenannte Ethyloborne installieren: Das sind Geräte, die das Testen des eigenen Alkoholspiegels ermöglichen. Sie funktionieren ähnlich wie die Messinstrumente, die Polizisten bei Alkoholkontrollen verwenden. Die Ethyloborne sind allerdings größer als diese und werden fest an der Wand verankert; meist bei den Toiletten.

In Luxemburg hängen bereits in rund 60 Lokalen solche Apparate, beispielsweise in der Brasserie Schuman am Grand Théâtre. Dort pusten pro Monat rund 200 Gäste in das Gerät, so Éric Venner, Generaldirektor von Newtec, der Firma, die die Geräte vermietet.

Lokalbetreiber können selbst entscheiden, ob ihre Gäste für den Alkoholtest bezahlen müssen: So können sie den Betrag wahlweise auf 50 Cent oder einen Euro festlegen – oder sie verteilen kostenlose Marken an die Gäste.

Unkomplizierte Bedienung

Wer nun nach einigen Gläsern verunsichert ist und meint, vielleicht doch zu viel getrunken zu haben, kann auf die Geräte zurückgreifen. Der durchsichtige Strohhalm, den die Maschine auswirft, wird vom Tester in das dafür vorgesehene Loch gesteckt. Dann muss fünf Sekunden lang kräftig in das Plastikrohr gepustet werden. Nach einigen Sekunden erscheint auf dem Bildschirm eine Zahl, die Auskunft über die Alkoholkonzentration im Blut – und nicht im Atem – gibt.

Das mag nun etwas verwirrend klingen, schließlich pustet man in das Gerät. Allerdings wird nach einer Hochrechnung durch die Maschine der Blutalkoholspiegel angezeigt, da dieser Wert den Meisten geläufiger ist. Damit das Ergebnis nicht verfälscht wird, darf 15 Minuten vor Durchführung des Tests kein Alkohol getrunken werden, und eine Minute davor nicht geraucht werden.

Ein leuchtender Smiley gibt dann darüber Auskunft, welcher Wert gemessen wurde: Ist das Smiley rot, dann bedeutet das, dass die kritische Grenze von 0,5 erreicht ist. In diesem Fall darf sich ein Fahrer in Luxemburg nicht mehr hinters Steuer setzen. Ab 1,2 Promille riskiert man den direkten Führerscheinentzug – im Jahr 2017 war das insgesamt 1.517 Mal der Fall.

Unterschiedliche Wirkung

Wie ein Mensch nun auf Alkohol reagiert, ist von Person zu Person unterschiedlich, denn das hängt von Faktoren wie dem Geschlecht, dem Gewicht und dem Alter ab. Auch macht es einen Unterschied, ob man auf nüchternen Magen etwas trinkt oder man vorher gegessen hat. „Meine Frau und ich haben die Ethyloborne selbst getestet, nachdem wir genau das Gleiche getrunken hatten. Sie hatte einen höheren Wert als ich“, berichtet Éric Venner.

Dank der Wine bags können Gäste in Restaurants eine angebrochene Flasche Wein nun problemlos mit nach Hause nehmen.
Dank der Wine bags können Gäste in Restaurants eine angebrochene Flasche Wein nun problemlos mit nach Hause nehmen.
Foto: Lex Kleren

Damit Autofahrer in Zukunft weniger Alkohol trinken, stellen Restaurateure ihren Gästen außerdem künftig sogenannte Wine bags zur Verfügung. Wenn Genussfreudige im Restaurant einen teuren Wein bestellen, können sie die angebrochene Flasche dann in einer eleganten, schwarzen Tragetasche mit nach Hause nehmen – und müssen diese nicht mehr unbedingt im Restaurant leeren.


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